Niedrigwasser in Mitteldeutschland Wenn der Pegel fällt

Hochsommer mit hochsommerlichen Temperaturen. Regenschirme und Regenjacken stauben ein. Und unsere Flüsse werden zu Flüsschen. Die Trockenheit in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hat Folgen.

von Uwe Jahn, MDR AKTUELL

Die Elbe ist schmaler geworden, die Uferbereiche treten breiter hervor, die Binnenschifffahrt ruht seit Wochen. Das betrifft zum Beispiel die Häfen von Dresden, Riesa und Torgau, Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt und Mühlberg in Brandenburg.

Weil die Binnenschiffe nicht mehr fahren können, komme es, so heißt es bei der Hafengesellschaft, zu ersten Engpässen bei der Schrottweiterverarbeitung. Das gleiche gelte für Feldspat – das ist ein Rohstoff für die Glas und Emaille-Herstellung.

Die Fähren reduzieren ihre Ladung

Betroffen sind auch die Fahrgastschiffe. Die Dampfer beispielsweise in Dresden fahren seltener und nehmen weniger Passagiere an Bord. Kein Wunder: Die Pegelstände in diesem Bereich des Flusses liegen zwischen 60 und 80 Zentimeter, normal sind zwei Meter.

Die Elbfähren in Sachsen-Anhalt, zum Beispiel in Arneburg, Räbel und Sandau, reduzieren ihre Ladung. Sie nehmen weniger Autos mit und kaum noch LKW. Die Weiße Flotte in Magdeburg weist darauf hin, dass sie nicht mit voller Auslastung fahren könne. Der Schiffsführer entscheide am Tag der Fahrt, wie viele Fahrgäste zusätzlich zu den Reservierungen aufs Schiff gelassen würden.

Drei Viertel aller Flüsse haben Niedrigwasser

Drei Viertel aller Flüsse in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weisen derzeit Niedrigwasserstände aus. Betroffen sind fast alle bekannten Gewässer, ob Saale, Unstrut, Mulde, Neiße, Elster oder Weißeritz. So musste zum Beispiel der Pegelnullpunkt an der Hörsel in Thüringen um einen Meter nach unten verlegt werden – auch dies eine Folge des Niedrigwassers.

Der Grund dafür ist, es fehlt in diesem Sommer an Regen. So liegt die Niederschlagsmenge beispielsweise in Magdeburg nur bei 53 Prozent des langjährigen Mittelwertes. Allerdings schwanken diese Werte in diesem Jahr besonders von Region zu Region, weil die Regengüsse häufig lokale Ereignisse sind.

Wenn es hier einen Platzregen gab, kann es im Nachbarort trocken geblieben sein. So ist beispielsweise sogar in Dresden, Görlitz und Meiningen überdurchschnittlich viel Regen gefallen. Das ändert allerdings nichts daran, dass dieser Sommer im Großen und Ganzen zu trocken gewesen ist. 

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2016, 11:45 Uhr

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1 Kommentar

31.08.2016 20:11 Brennabor 1

Es dauert nur noch ein paar Minuten, dann ist der
Regenwald vernichtet. Ob es dann noch in Sachsen
( Deutschland ) regnen wird, ist sehr fraglich.