Themenbild Kirchensteuer, ein Kreuz liegt auf verschiedenen Euroscheinen.
Die gute Wirtschaftslage kommt auch den Kirchen zugute. Bildrechte: colourbox

Mehr Kirchensteuer-Einnahmen Kirchen profitieren vom Wirtschaftsaufschwung

In Ostdeutschland gibt es weniger Christen als im Rest der Republik und die Kirchen kämpfen gegen Mitgliederschwund. Trotzdem steigen die Einnahmen der Kirche – dank der guten Wirtschaftslage.

Themenbild Kirchensteuer, ein Kreuz liegt auf verschiedenen Euroscheinen.
Die gute Wirtschaftslage kommt auch den Kirchen zugute. Bildrechte: colourbox

Der Wirtschaftsaufschwung in Deutschland lässt auch bei den Kirchen in Mitteldeutschland die Kassen klingeln. Das hat eine Umfrage des MDR bei den betreffenden Finanzämtern ergeben. Demnach führten die Christen in in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen 2016 insgesamt rund 288,5 Millionen Euro Kirchensteuer von ihrem Einkommen ab. Das sind rund elf Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Anstieg in Sachsen und Thüringen

Der Befragung zufolge wurden in Sachsen im vergangenen Jahr fast 146 Millionen Euro Kirchensteuer über das Einkommen veranlagt, knapp neun Millionen Euro mehr als 2015. Davon wurden rund 112,5 Millionen von Mitgliedern der evangelischen Kirche eingezogen, knapp 33,5 Millionen von Katholiken.

In Thüringen bezahlten die Kirchenmitglieder im vergangenen Jahr mehr als 87 Millionen Euro Kirchensteuer, etwa drei Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Davon entfielen rund 60 Millionen auf Mitglieder der evangelischen und 27 Millionen auf die der katholischen Kirche. Die beiden Freistaaten verzeichneten damit das fünfte Jahr in Folge einen Anstieg.

Leicht gesunkene Einnahmen in Sachsen-Anhalt

Die Kirchen in Sachsen-Anhalt verzeichneten nach steigenden Steuereinnahmen im Jahr 2015 im Folgejahr einen geringen Rückgang. Sie mussten 2016 mit knapp 100.000 Euro weniger Vorlieb. Insgesamt wurden hier rund 55 Millionen Euro eingenommen. Von Mitgliedern der evangelischen Kirche kamen dabei etwa 40 Millionen Euro, von Katholiken 15 Millionen Euro.

Die Kirchensteuer wird durch die Finanzämter eingezogen. Für den Verwaltungsakt behalten die Bundesländer zwischen zwei und vier Prozent Aufwandsentschädigung ein. Zusätzlich wird Kirchensteuer auf Kapitalerträge eingezogen. 2016 betrug diese Summe in Sachsen rund vier Millionen Euro und in Sachsen-Anhalt knapp eine Million. Für Thüringen liegen dem MDR keine Zahlen vor.


Die Austritte bringen die Kirchen zurzeit nicht in finanzielle Nöte - dank der gestiegenen Einkommen ihrer Mitglieder.

Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im Zuge der: ARD-Themenwoche "Woran glaubst Du?" | 11. – 17. Juni 2017 | Online, im Hörfunk und im Fernsehen


Das Datendossier zur ARD-Themenwoche "Woran glaubst Du?" setzt sich aus Zahlenmaterial aus verschiedenen Einzelstudien und -erhebungen zusammen und stellt auch punktuell exemplarisch einzelne Datensätze gegenüber.

Um für das ARD-Gebiet eine bundesweite Vergleichbarkeit herzustellen, wurde beispielsweise das Statistische Bundesamt angefragt. Die Art und Weise der Erhebung des Statistischen Bundesamtes ist überall in Deutschland exakt gleich und erlaubt auf dieser Grundlage vergleichbare Schlüsse zwischen geografisch vollkommen unterschiedlichen Regionen. Es arbeitet dabei eng mit den statistischen Ämtern der Länder zusammen. Welche Daten herausgegeben werden, kann sich allerdings unterscheiden. Beim Zensus 2011 wurden in Fragen der Religionszugehörigkeit zwei verschiedene Erhebungen mit unterschiedlichen Methoden umgesetzt.

Aus diesem Grund liegen dem Statistischen Bundesamt und den Statistischen Ämtern der Länder zwei verschiedene Datensätze zu einem Thema vor. Diese werden allerdings nicht einheitlich veröffentlicht. Dadurch kommt es offenbar zu Abweichungen zwischen den Ergebnissen der Regional- und Bundesämter.

Zuletzt aktualisiert: 15. Juni 2017, 16:44 Uhr

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3 Kommentare

13.06.2017 16:55 karstde 3

@ Atheist - aus Mangel an Beweisen 1: Mir geht es genau so. Da könnte wir auch vom MDR Artikel über den Materialismus verlangen. Zumindest würde qualitativ da mehr heraus kommen.

13.06.2017 16:50 karstde 2

Schon wieder Kirche. Es hängt einem zum Hals raus.

12.06.2017 09:11 Atheist - aus Mangel an Beweisen 1

Viele zahlen zwar ihre Kirchensteuer aber Glauben oder aktive Kirchenbesuche leisten doch die wenigsten.
Diese Einnahmen können nicht darüber hinwegtäuschen dass auch 27 Jahre nach der Wende und die Einführung Bundesdeutscher Gesetze wie Religionsunterricht die meisten Kinder an der Jugendweihe und nicht an der Konfirmation teilnehmen.
Diese Themenwoche bei der ARD ist für mich als Atheist eine Beleidigung.
Ich bin froh und stolz das meine Enkel nicht getauft sind. Leider müssen sie sich in der Schule und in der neuen Zukunft mit diesem Thema viel mehr rumschlagen als ich. Bin ich froh alt genug zu sein um das nicht mehr miterleben zu müssen.

ARD-Themenwoche