Wildtierunfall Wölfin auf A71 bei Erfurt überfahren

Auf der Autobahn 71 bei Erfurt ist ein Wolf überfahren worden. Wie der Wolfsbeauftragte der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG), Uwe Müller, am Montag MDR THÜRINGEN mitteilte, handelt es sich um eine zirka einjährige Wölfin. Noch könne man aber nicht sagen, woher das 27 Kilogramm schwere Tier genau stammt. Fest stehe nur, dass es sich dabei nicht um die Wölfin von Ohrdruf handelt.

Genaue Herkunft bisher unklar

Ein toter Wolf
Häufigste Todesursache für Jungwölfe in Deutschland sind Verkehrsunfälle (Archivbild nach einem Unfall 2015 bei Bordesholm in Schleswig-Holstein). Bildrechte: dpa/Jens Matzen/wolfsbetreuer.de

Laut Müller wäre es möglich, dass die überfahrene Wölfin aus Sachsen-Anhalt oder aus der Lausitz stammt. Es sei aber auch denkbar, dass das Tier von noch weiter her nach Thüringen gekommen ist. Es seien schon Wanderungen von 1.500 Kilometern und mehr bei Wölfen nachgewiesen worden. Genaueres wüsste man erst, nachdem die eingeleiteten DNA-Untersuchungen abgeschlossen sind. Er habe die entsprechenden Proben bei dem Tier abgenommen und weitergeleitet, sagte Müller. Mit einem Ergebnis sei vielleicht in etwa zwei Wochen zu rechnen.

Nach Zusammenprall mit Pkw verendet

Die Wölfin war nach Angaben der Landeseinsatzzentrale der Polizei in der Nacht zu Samstag zwischen den A71-Anschlussstellen Erfurt Nord und Sömmerda mit einem VW Passat zusammengeprallt und verendet. Laut dem TLUG-Wolfbeauftragtem Müller sind Unfälle die häufigste Todesursache bei Jungwölfen.

Laut Naturschutzbund Nabu werden seit einigen Wochen vermehrt Wölfe in Thüringen gesichtet. Bisher gilt jedoch lediglich die auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf lebende Wölfin als heimisch. Das Tier gilt laut Müller als standorttreu. Zwei Schafe hat es bisher im Umfeld seines Revieres gerissen.

Zuletzt aktualisiert: 14. März 2016, 15:47 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

5 Kommentare

15.03.2016 15:35 Günter 5

Die Wölfin lebt entweder auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz oder aber auf dem Standortübungsplatz Ohrdruf.

15.03.2016 13:29 Howard 4

Das ist sehr traurig. Dieses sinnlose und teure Bauwerk zerschneidet ein riesiges Waldgebiet. Mich würden mal die Statistiken interessieren, wieviele Wildtiere an dieser Autobahn zu schaden kommen. Ich hoffe, dass die damaligen Befürworter stolz darauf sind, ein einmaliges Stück Natur für immer zerstört zu haben. Ein Rückbau ist immer möglich. ;-)

15.03.2016 11:05 steffen_jg63 3

Da sollten BUND, NABU und Grüne Meister Isegrimm mal StVO-Unterricht geben - oder die Autobahnen sperren.

14.03.2016 17:30 Lothi 2

Oh,ist das traurig. Warum war es nur ein Wolf!

14.03.2016 16:07 Faltungshall 1

Lärmschutz- und Überlaufgewächse könnten Abhilfe schaffen.