Eurovision Song Contest 2016 Kritik an Naidoos ESC-Teilnahme

Die Entscheidung, Xavier Naidoo für Deutschland zum Eurovision Song Contest zu schicken, hat Kritik ausgelöst. Unter anderem bezeichnete der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) die Nominierung als "äußerst kritisch". "Deutschland steht für eine pluralistische Gemeinschaft", sagte LSVD-Bundesvorstand Tobias Zimmermann am Donnerstag in Berlin. "Jeder hat eine zweite Chance verdient. Ich sehe aber nicht, dass Xavier Naidoo sich von dem rechten Gesinnungsgut distanziert hat", erklärte Zimmermann mit Blick auf Naidoos Auftritt vor der rechtspopulistischen Reichsbürgerbewegung. Ähnliche Kritik wurde auch von Nutzern in sozialen Netzwerken geäußert.

Der Lesben- und Schwulenverband hatte 2012 Anzeige wegen eines Liedes von Naidoo und dem Rapper Kool Savas erstattet, weil das Stück aus Sicht des Verbands schwulenfeindlich war. Über Naidoos ESC-Teilnahme sei man "mehr als unglücklich". Bei Schwulen und Lesben hat der ESC traditionell eine große Fangemeinde.

Auftritt vor Reichsbürgern 2014

Xavier Naidoo spricht bei eine Protestkundgebung am Tag der Deutschen Einheit am Kanzleramt.
Xavier Naidoo spricht bei einer Protestkundgebung am Tag der Deutschen Einheit am Kanzleramt. Bildrechte: IMAGO

Der Mannheimer mit indischen und afrikanischen Wurzeln hatte zudem 2014 in Berlin bei einer Demonstration der sogenannten Reichsbürger gesprochen und behauptet, es gebe geheime Vereinbarungen, wonach die USA die Bundesrepublik überwachen dürften.

ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber verteidigte auf eurovision.de den Künstler: "Xavier Naidoo ist weder rechtspopulistisch noch homophob oder antisemitisch. Xavier ist als Kind selber massiv diskriminiert worden und hat Schläge bekommen, weil er keine weiße Hautfarbe hat. Er ist - so hat er mir erzählt - nur durch die Hilfe eines jüdischen Onkels überhaupt nach Deutschland gekommen."

Bislang entschieden Zuschauer, wer ins Rennen geht

Mit der direkten Nominierung Naidoos ändert die ARD ihr Konzept. Dieses Mal dürfen die Zuschauer bei der Show "Unser Song für Xavier" im Februar nur noch über das Lied abstimmen, mit dem Naidoo ins Rennen gehen soll. Bisher wurde in dem Vorentscheid auch über den Künstler abgestimmt.

Schreiber, nannte Naidoo einen "Ausnahmekünstler", der seit zwanzig Jahren seinen Platz im deutschen Musikleben habe. Deshalb sei er direkt nominiert worden. Naidoo selbst sagte, er trete selbstverständlich an, um "das Ding nach Hause zu holen". Für ihn sei es sehr spannend, sich mit anderen Künstlern zu messen.

Germany: Zero Points

In diesem Jahr hatte Sieger Andreas Kümmert die Wahl nicht angenommen, sodass die zweitplatzierte Ann-Sophie in Österreich antrat. Deutschland landete mit null Punkten auf dem letzten Platz. Das nächste Finale findet im Mai 2016 in Stockholm statt, nachdem der Schwede Måns Zelmerlöw dieses Jahr mit seinem Song "Heroes" gewonnen hatte.

das Vorgehen: "Zum einen wollen wir die Auswahl der Lieder stärker in den Vordergrund stellen und weniger die Sympathien für einzelne Kandidaten entscheiden lassen. Zum anderen haben wir jemanden gesucht, der im Jahre sechs nach Lenas Sieg in Oslo den Mut hat, in Stockholm anzutreten - nach einem letzten Platz und null Punkten beim ESC in Wien."

Deutsche Teilnehmer beim ESC und ihre Platzierungen 2015 Ann Sophie 27./27
2014 Alaiza 18./26
2013 Cascada 21./26
2012 Roman Lob 8./26
2011 Lena 10./25
2010 Lena 1./25
2009 Alex Swings Oscar Sings! 20./25
2008 Disappear 23./25
2007 Roger Cicero 19./24
2006 Texas Lightning 15./24

Zuletzt aktualisiert: 19. November 2015, 20:32 Uhr

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41 Kommentare

21.11.2015 17:27 peinlich 41

Da wollte mal ein Sänger fuer D antrten, der Niveau hat, schon wird er von linken Gruppen demontiert, deren Motto Nie wieder Deutschland ist. Außerdem sollte er singen, nicht heiraten.

20.11.2015 14:45 Querdenker 40

@33. Sabrina: - - - Interessante Meinung die Sie da vorbringen. Ich will den Text von dem Lied aus dem Jahr 2012 überhaupt nicht verteidigen, allerdings sah sich die Staatsanwaltschaft Mannheim noch nicht mal genötigt ein Ermittlungsverfahren einzuleiten. Womit der Verdacht nahe liegt, dass die „Linksjugend Solid“ und der deutsche „Lesben- und Schwulenverband (LSVD)“ die Anzeige politisch motiviert vorgenommen haben. Immer dabei bedenken, dass es sich nicht um Privatpersonen handelt, sondern um politische Organisationen (Jugendorganisation von Partei Die Linke) und um einen Lobbyverband (siehe „Wiki Xavier Naidoo Kontroversen“). Das jetzt nun offenbar genau die Kampagne von damals von genau dem selben „Lesben- und Schwulenverband (LSVD)“ weitergeführt wird, ist interessant. Dieser hat ja offensichtlich Xavier Naidoo zu unrecht damals angezeigt. - - - Wie dem auch sei, beim Eurovision Song Contest sollte im Vorentscheid der Zuschauer zwischen verschiedenen Künstlern wählen können.

20.11.2015 12:57 @Sabrina 39

ich habe wieder einmal den Eindruck, dass manche Frauen in ihrer eigenen Traumwelt leben. Bitte beschaeftigen Sie sich doch mal etwas intensiver mit der Materie, als so naiv zu sein. Nur bunte Knete im Kopf funktioniert eben nicht!

20.11.2015 10:31 Lexer 38

Naja,man hat wenigstens jemanden,der singen kann.Mich wundert es allerdings,dass sich Herr Naidoo sich für diesen "Kontest" hergibt...Seinen Auftritt bei den Reichsbürgern kann man ihm auch nicht verübeln.Er hat lediglich von seinem Recht der freien Meinungsäußerung Gebrauch gemacht.Dass dies sicher den einen oder anderen Gruppierungen sauer aufstösst,ist nun mal das Dumme bei freien Meinungen.Mit etwas eigener Recherche wird man im Übrigen feststellen,dass er mit seinen Aussagen gar nicht so falsch liegt.

20.11.2015 10:28 Howard 37

Wo macht er mit? Was macht man da? Interessiert das jemanden. Dort war doch auch schon Stefan Raab und Gildo Horn dabei. Gesanglich hebt er sich bestimmt von diesen ab, aber die religiöse Einstellung und sein missionarischer Eifer sind kritikwürdig. Mutig dennoch, sich in dieses Haifischbecken zu begeben. Scheitern erwünschht!

20.11.2015 09:57 Stefan T 36

@10. rolf: Was hat Merkel mit dem ESC zu tun? Tritt die dort auf? Ihr Kommentar ist unverständlich!

20.11.2015 09:56 Stefan T 35

@19. Morchelchen: "Gutmenschen-Keulentaktik" - Die Wortwahl von Pegida & Co. wird immer lachhafter. Gibt es eigentlich noch Menschen die Leute wie Sie ernst nehmen?

20.11.2015 09:24 Kant 34

Die Gesinnungspolizei ist wieder unterwegs! ZITAT: Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.
(berühmtes Zitat von Ignazio Silone - Schriftsteller und Sozialist)

20.11.2015 09:18 Sabrina 33

Ich habe mir soeben den Text von Xavier Naidoo und Kool Savas - "Wo sind sie jetzt" angeschaut. _ Dieser Text stellt ganz klar eine Straftat dar, weil er aus Menschen, die sich ins falsche Geschlecht verlieben, Leute macht, deren Triebrichtung wo ganz anders hingeht, nämlich auf Kinder. Weiter macht er Menschen, deren Gehirn weiblich ist und die demzufolge auch als Frau leben wollen, so wie andere Frauen auch, zu Schwulen und zu Kinderschändern. Das ist reine Volksverhetzung und hat mit den Tatsachen gar nicht zu tun. Und diejenigen, die das nachplappern, sind Pfeifen, jämmerliche Muttersöhnchen, Schwächlinge und Perverse, die Hassobjekte suchen. _ ich bin von Naidoo enttäuscht, dass er sich für solche kranken Ansichten hergibt.

20.11.2015 09:01 Norbert Heinrichs 32

Oh Mann die Lesben und Schwulen haben jetzt ein Problem damit soso,
na und ? Ist das die Mehrheit ? Wie bescheuert sind wir mittlerweile das man jemanden der eine eigene Meinung hat so angreift. Bin kein Fan seiner Mucke aber er hat mehr .... in der Hose wie so manch Verantwortlicher. Junge Junge das ist eine Musikveranstaltung und eine so schlechte das man froh sein kann solche Musiker dafür zu gewinnen, der ESC kann damit nur bereichert werden denn schlechter geht's nimmer.