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Zukunftskongress in Leipzig : "Der Osten muss sich nicht verstecken"

Welche Zukunftschancen hat der Osten Deutschlands? Vor welchen Herausforderungen stehen die fünf Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern? Darüber diskutierten Experten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf einem Forum in der Media City Leipzig.

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Der Osten kann stolz sein auf die Errungenschaften der letzten 20 Jahre, die Leistungen werden aber zu wenig wahrgenommen. Das war der Tenor der ersten Diskussionen beim Forum "Zukunft im Osten" in der Media City Leipzig.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung sagte in seinem Grußwort, die ostdeutsche Bereitschaft zu Offenheit und Unternehmertum sei beispielhaft, aber sie werde außerhalb der fünf neuen Länder zu wenig wahrgenommen. Ähnlich äußerte sich Wirtschaftsminister Philipp Rösler, der vor allem die Aufbruchsstimmung und die Entwicklung der Industrie- und Handelsstandorte in Ostdeutschland mehrfach hervorhob, aber ebenfalls bemängelte, dass dies in den alten Bundesländern kaum registriert werde.

"Wir müssen uns überhaupt nicht verstecken."

Burkhard Jung (SPD)
Oberbürgermeister Leipzig

Ministerpräsidenten: Leistungen im Osten sind bemerkenswert

Ähnlich sehen das auch die ostdeutschen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (Sachsen), Reiner Haseloff (Sachsen-Anhalt), Christine Lieberknecht (Thüringen) und Matthias Platzeck (Brandenburg). Im ersten Podiumsgespräch "Perspektive Ost" sagte Haseloff, jedes der ostdeutschen Länder habe eine erstaunliche Entwicklung genommen, überall gebe es Leuchtturmindustrien, mit denen die Länder Spitzenpositionen besetzen. Dennoch würde man, wenn man die Begriffe "Ostdeutschland" und "Zukunft" gemeinsam im Internet googelt, auf seitenweise negative Prognosen stoßen. Daher betonte er auch die Aufgabe der ostdeutschen Medien, die Entwicklungen in den neuen Bundesländern intensiv zu begleiten und die Akteure adäquat darzustellen.

Thüringens Ministerpräsidentin Lieberknecht trat dem Vorurteil entgegen, der Osten habe ein Mentalitätsproblem und zu wenig Unternehmertum. Viele ostdeutsche Unternehmer, die sich 1990/1991 quasi aus dem Nichts heraus eine Existenz aufgebaut hätten und inzwischen teilweise Hunderte Mitarbeiter beschäftigten, hätten sowohl Mut zur Selbstständigkeit als auch unternehmerisches Talent bewiesen. Dies nicht zu sehen und nicht anzuerkennen sei schlicht Ignoranz. Stanislaw Tillich fügte hinzu, es dürfe auch nicht vergessen werden, dass nach dem Zweiten Weltkrieg Zehntausende Unternehmer vor den Sowjets nach Westdeutschland geflüchtet sind. Dieser Substanzverlust sei nicht innerhalb von 20 Jahren aufzuholen. Auch er betonte die mangelnde Wahrnehmung der Leistungen in Ostdeutschland, merkte aber zugleich an: "Manchmal ist es nicht schlecht, unterschätzt zu werden." Das könne auch ein Vorteil sein.

Veränderungsprozesse als Chance begreifen

Brandenburgs Regierungschef Platzeck wies darauf hin, der Osten habe sich vielen Probleme schon viel früher stellen müssen als andere Regionen. Dadurch gebe es hier durchaus schon Lösungsansätze, wie Kommunen beispielsweise mit dem demographischen Wandel und sinkenden Einwohnerzahlen umgehen können. Man dürfe solche Prozesse auch nicht immer nur als Last sehen, sondern müsse sie als Chance begreifen. Es gebe erfolgreiche Beispiele für den Städterückbau und die Integration ältererer Menschen. Mit diesen Erfahrungen könne der Osten punkten.

Visionen für den Osten: Bilder vom Zukunftskongress in Leipzig

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Wo steht der Osten? Welche Erfolge können die fünf Bundesländer vorweisen, welche Probleme gibt? In Leipzig beraten Politiker, Wissenschaftler und Wirtschaftsfachleute über Entwicklungschancen und Innovationen. [Bilder]


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