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Magazinbericht : Mord an Polizistin: Neue Verbindung zum NSU entdeckt

Bisher war es nur ein Verdacht, nun verdichten sich die Hinweise: Der Mord an der Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn geht offenbar tatsächlich auf der Konto der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU). Das Magazin "Der Spiegel" berichtet, Kriminaltechniker hätten auf einer Jogginghose, die in der letzten Wohnung der Zwickauer Terrorzelle sichergestellt worden war, Blutspuren gefunden. Diese seien nach einem DNA-Vergleich eindeutig der getöteten Polizistin zuzuordnen, schreibt das Magazin. In den Hosentaschen seien außerdem zwei gebrauchte Taschentücher entdeckt worden, an der DNA des NSU-Terroristen Uwe Mundlos gewesen sei. Eine Quelle nannte das Magazin nicht.

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Bundesanwaltschaft nennt keine Ermittlungsdetails

Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft sagte am Sonntag, man könne keine Einzelheiten zu den Ermittlungsergebnissen nennen. Allerdings hätten die Ermittlungen den dringenden Verdacht, dass der Mord an der Polizistin dem NSU zuzurechnen sei, weiter erhärtet. Warum die Polizistin genau ins Visier der Rechtsextremen geriet, ist weiter unklar.

Die Zwickauer Terrorzelle - bestehend aus den Jenaer Neonazis Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe - war im vergangenen November nach einem Banküberfall in Eisenach aufgeflogen. Mundlos hatte daraufhin wahrscheinlich Böhnhardt und dann sich selbst in einem Wohnmobil erschossen. Dort entdeckten Beamte später Pistolen, darunter die Dienstwaffen der 2007 in Heilbronn getöteten Polizistin Kiesewetter und ihres damals schwer verletzten Kollegen. Zschäpe hatte zunächst versucht, Beweise in der Zwickauer Wohnung zu vernichten, indem sie eine Explosion auslöste. Später stellte sie sich aber der Polizei. In den Trümmern des Zwickauer Hauses wurden dann weitere Waffen, die Handschellen der getöteten Polizistin und ein Bekennervideo gefunden, in dem sich die drei Terroristen als "Nationalsozialistischer Untergrund" bezeichneten und auf insgesamt zehn Morde anspielten. Bis auf die Polizistin waren alle Opfer Geschäftsleute mit ausländischen Wurzeln.

Zuletzt aktualisiert: 12. August 2012, 15:18 Uhr

5. Jens:
2 Polizei-Kollegen der ermordeten waren ja nachweislich beim europäischen Ableger des Klu-Klux-Klans, evtl. hat es etwas damit zu tun? Diese beiden Polizisten sind im übrigen immer noch im Dienst... Und wer hat eigentlich Beate T. aus dem Dresdener Innenministerium angerufen??? Wenn hier nicht bald mehr aufgedeckt wird, müssen wohl erst die Bürger die Politiker anzeigen, ehe hier mehr recherchiert wird. Bei diesem schändlichen Spiel spielt wohl niemand mit offenen Karten.
14.08.2012
12:43 Uhr
4. Heiko Steinmann:
@N: hm... haben Sie auch n richtigen Namen!? Wie dem auch sei: Der Spiegel ist eine Zeitschrift, die sich ueber 50 J. ihren Ruf erworben hat. Verstehe nicht recht, was Sie mit ihrer Nachricht hier unterstellen wollen! Fest steht doch, dass braunes, rechtsradikales Pack mind. 10 Leute ermordet hat! Dass der lokale Verfassungsschutz jahrelang warnende Hinweise verschlafen hat ist ein Skandal und Schande genug. Zweideutige Hinweise wie Ihre sind grenzwertig! Hier gilt fuer uns alle nur: wachsam bleiben und 'Wehret den Anfaengen (der braunen Gefahr')!'
14.08.2012
02:36 Uhr
3. Reiner Arndt:
@H. Faßbender: DER SPIEGEL zählt nicht unbedingt zu den "merkwürdigen" Medien, da gibt es ganz andere, wie Sie vielleicht wissen. In einem stimme ich Ihnen aber zu: Schlimm, wenn es stets ausgebuffter, raffinerter oder wagemutiger Journalisten bedarf, nur damit ein Volk wenigstens ab und zu mal die Wahrheit erfährt, über das was Regierung / Ämter so treiben!
13.08.2012
11:07 Uhr
2. N:
Es ist schon verwunderlich, dass bei so vielen schweren Straftaten - quasi Serien von Morden und Banküberfällen der NSU keine Übereinstimmung von Spuren erkannt wurde! Jetzt auf einmal findet man im Nachgang Verbindungen und kann sie zuordnen. Das stinkt doch zum Himmel!!!
12.08.2012
19:26 Uhr
1. Heinz Faßbender:
Warum bekommen wir solche wichtigen Informationen aus merkwürdigen Quellen vom "Spiegel" und nicht durch eine umfassende Information durch das BKA oder die "Bundesanwaltschaft" selbst?
12.08.2012
15:09 Uhr

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