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Zwickauer Terrortrio : Polizist soll Neonazis gewarnt haben

In Thüringen soll ein Polizist Neonazis mit Dienstgeheimnissen versorgt haben. Obwohl zwei V-Leute auf seine rechte Gesinnung hingewiesen haben sollen, machte er Karriere. Der einstige Beamte aus der Polizeidirektion Saalfeld soll es bis ins Landesamt für Verfassungsschutz geschafft haben und dort sogar selbst V-Leute geführt haben - ein V-Mann der Neonazis?

Ein Polizist aus Thüringen soll im rechtsextremen "Thüringer Heimatschutz" aktiv gewesen sein. Das geht nach einem Bericht von MDR THÜRINGEN aus Akten des Bundestags-Untersuchungsausschusses zur Terrorgruppe NSU hervor. Demnach war dem Verfassungsschutz schon 1999 durch V-Leute bekannt, um wen es sich handelte. Doch schon damals wollte man nicht ausschließen, dass der Polizist von Neonazis denunziert worden sei. Für den Verdacht, er habe Informationen weitergegeben, wurden laut Verfassungsschutz keine Beweise gefunden.

Renner: Karriere trotz Hinweise auf Neonazi-Nähe

Die Innenexpertin der Linken im Landtag, Martina Renner, sagte der Zeitung "Die Welt", der Polizist sei trotz der Hinweise zum Mitarbeiter des Landeskriminalamts und später des Verfassungsschutzes aufgestiegen. Dort habe er sogar selbst V-Leute geführt, in welchem Bereich sei allerdings nicht ersichtlich.

Nach ihren Informationen habe der Polizist enge Kontakte zum Thüringer Heimatschutz unterhalten oder sei zumindest Sympathisant gewesen. Doch obwohl ihn gleich zwei Quellen als national eingestellt identifiziert hätten, habe er Karriere gemacht. Renner zufolge wurde er erst im Dezember 2011, nach dem Tod der mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, in die Polizeidirektion Erfurt versetzt. "Wir haben dazu im Untersuchungsausschuss einen Beweisantrag gestellt", sagte Renner.

In einem Interview mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg ergänzte Renner später, dass den Quellen zufolge möglicherweise auch weitere Polizisten in dem Fall verwickelt sein könnten.

Marx fordert Konsequenzen

Die Vorsitzende des Thüringer NSU-Untersuchungsausschusses, Dorothea Marx (SPD), forderte personelle Konsequenzen im Landesinnenministerium. Wisse die Behörde seit Ende 2011 von dem Verdacht, sei das ein Skandal. Die politische Führung sei verantwortlich, sagte Marx dem MDR. Wenn der Beamte "klammheimlich Ende letzten Jahres vom Verfassungsschutz wieder in die Polizei versetzt wird, weil man erst nach Auffliegen des Terror-Trios die Akten über ihn gefunden hat, drängt sich der Verdacht auf, dass hier etwas unter den Teppich gekehrt werden soll", sagte Marx.

Der Leiter des NSU-Untersuchungsausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy, hat unterdessen von den Thüringer Behörden Aufklärung gefordert. Er sagte dem Norddeutschen Rundfunk, ihm sei rätselhaft, was die Behörden seinerzeit gemacht hätten, als sie die Hinweise auf den Polizisten bekommen hätten. Dies müsse geklärt werden. Zudem gebe es noch viele andere offene Fragen und Hinweise auf Pannen in Thüringen. "Da tun sich Abgründe auf, die habe ich nicht für möglich gehalten", sagte der SPD-Politiker.

Der rechtsextemen Terrorzelle NSU, der Mundlos und Böhnhardt sowie Beate Zschäpe angehört haben sollen, werden zehn meist ausländerfeindliche Morde angelastet. Zudem soll der NSU für zwei Sprengstoffanschläge und Bankraub verantwortlich sein. Mundlos und Böhnhardt wurden im November vergangenen Jahres nach einem Banküberfall tot in Eisenach gefunden. Zschäpe stellte sich nach dem mutmaßlichen Selbstmord der beiden und sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

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Zuletzt aktualisiert: 26. August 2012, 13:43 Uhr

6. crabatellis:
Wir die Bürger, nehmen die Aufrufe des Staates ernst, sich gegen Verdummung und Verharmlosung oder sogar Unterstützung des brauenen Terrors einzusetzen, aber wer schützt uns vor bestimmten Staatsdienern, die bezahlt ihren eigenen Staat im Staate frönen dürfen? Ist der Bürger von Deutschland jetzt vogelfrei, weil gegen Rechts?Kürzlich sollte noch der Oberdemokrat Putin den höchsten sächsischen Demokratieorden durch Ministerpräsident Tillich überreicht bekommen... Auch sowas was nicht aufgearbeitet worden ist. In Deutschland kommt man vorwärts wenn man seine Vergangenheit leugnt! Oder?
26.08.2012
17:40 Uhr
5. Veritas:
Wie heißt es so schön? Es gehören immer zwei dazu: Einer, der es macht, und ein anderer, der es mit sich machen lässt. Das Duo infernale wird so weiter machen, so lange nicht die Bremse gezogen wird.
26.08.2012
10:07 Uhr
4. Londoner:
Bin einfach nur sprachlos bei so viel Bloedheit = Verharmlosung der Rechten Gewalt. Nix dazugelernt! Keine Aufarbeitung der Braunen Vergangenheit, und wenn, dann nur halbherzig. Deshalb ist es fast unmoeglich als Deutscher im Ausland selbstbewusst aufzutreten, wenn das Heimatland im Braunen Sumpf ertrinkt. Traurig, traurig.
26.08.2012
09:26 Uhr
3. Sachse:
Mir ist immer noch der Spruch eines führenden Sächs.CDU Politikers im Ohr, wo seiner ;Meinung nach "Die Rechten das Gegengewicht zur Linken sind". Danach hatte ich massive Zweifel am Demokratieverständnis des betreffenden Politikers. Leider sind die "Aktivitäten" der "Organe und Behörden" in Sachsen ,um Licht ins Dunkel der NSU und der sonstigen Nazi-.Aktivitäten zu bringen, immer noch von einer nicht nachvollziehbaren "Aufklärungsverweigerung und Vertuschung (immer wieder tauchen erst nach Presseberichten neue Schlamperein auf) behaftet.
25.08.2012
17:50 Uhr
2. Ein Wolfner:
Das ist wie früher mit der "Stasi". "Löcher" gabs immer, für Geld verkaufen manche ihre Familie.
25.08.2012
16:39 Uhr
1. crabatellis:
Wer war der oder die Personalmanager? Irgendwie ist es mir in Erinnerung, dass man von einer schützenswerten Minderheit der Nazis sprach und wir ihre Aufmärsche bei Strafe nicht blockieren durften... Könnte es sein, dass das radikale Gedankengut in den Amtsstuben für normal gehalten wurde, bzw. wird? Zeit seit Rostock war ja genug da und Geld für die Bezahlung solcher Staatsdiener und deren Pensionen ebenfalls. Ich fühle mich doppelt verraten!
25.08.2012
11:53 Uhr

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