nah dran – die Reportage | 20.07.2017 und 23.07.2017 Kinderwunsch (Teil 1+2 )

In Mitteleuropa brauchen zehn Prozent aller Paare länger als zwei Jahre, um sich ihren Kinderwunsch zu erfüllen. Die zweiteilige Reportage "Kinderwunsch" dokumentiert auf radikal persönliche Weise den Wunsch schwanger zu werden. Den zweiten Teil des Films können Sie am Sonntag sehen.

TV-Stars, Pop-Ikonen, Fotografinnen posieren stolz mit ihrem Nachwuchs. Viele sind jenseits des Alters, in dem die Natur das Kinderkriegen vorgesehen hat. Vor Jahren noch die Ausnahme, sind "späte Eltern" heute ein Trend. Erst kommen Job und Karriere, dann das Kind. Die moderne Reproduktionsmedizin verspricht spätes Elternglück, Kinderlosigkeit müsse im Zeitalter künstlicher Befruchtung nicht mehr sein.

Ina und Marc sind seit Jahren ein Paar. Ina sah sich nie als Mutter, aber eines Tages ist der Kinderwunsch da. Was tun, wenn die Natur nicht mitspielt? Die Regisseurin Ina Borrmann hat darüber einen ganz persönlichen Film gemacht, humorvoll und schmerzvoll erzählt sie von ihren Hoffnungen, Tiefpunkten und Fragen.

Dem späten Kinderwunsch wohnt kein Zauber inne. Der Schöpfungsakt in der Petrischale ist eine physische und psychische Tortur. Das macht man nicht mal eben im Nebenjob. Die Regisseurin Ina Borrmann:

Durch eine Kinderwunschbehandlung entsteht ein unglaublicher Druck. Denn es ist nicht so, dass man ins Bett miteinander geht und irgendwie super Sex hat und dann entsteht ein Kind. Dieses immer wieder in die Klinik müssen, diese ständigen Termine, dieses Warten auf die Ergebnisse, das baut einen ungeheuren Druck auf. Immer wieder hofft man, dass es geklappt hat. Und wenn nicht, dann denkt man, wie soll es jetzt weitergehen. Wie viel wird uns das jetzt noch kosten? Wie sieht mein Leben ohne Kind aus? Kann ich das irgendwie schaffen?

Ina Borrmann

Über Ina Borrmann Geboren wurde Ina Borrmann in Freiberg/Sachsen. Sie besuchte die Betriebsschule des Gesundheits- und Sozialwesens in Karl-Marx-Stadt und wurde Facharbeiterin für Krankenpflege. 1990 zog sie nach Ulm und arbeitete zunächst als Krankenpflegerin. 1991 nahm sie ein Studium der Theaterwissenschaften und Germanistik in München auf, wechselte schließlich an die Hochschule für Fernsehen und Film München. nach dem Abschluss nahm sie am Künstlerinnenprogramm des Berliner Senats teil sowie an diversen Stipendien und Masterclasses. Ina Borrmann moderierte für Filmverleihe und auf Filmfestivals. Sie arbeitet als freie Autorin und Regisseurin.

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2017, 13:43 Uhr