nah dran – das Magazin | 23.02.2017 Macht und Ohnmacht

Wie verführerisch ist Macht, wie verändert sie den Menschen? Wie verführerisch ist es, jemanden "machen" zu lassen, der es für einen richten wird? Woher kommt die Sehnsucht nach starken Anführern und gleichzeitig das Gefühl, "die da oben" machen alles alleine?

Demonstration Pegida
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Nah dran Do 23.02.2017 22:35Uhr 28:39 min

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Großeltern ohne Enkel - Wenn Oma und Opa mit geschieden werden

Einmal im Monat trifft sich in Leipzig eine Gruppe von Menschen, die ein ähnliches Schicksal teilen: sie alle sind verlassene Großeltern. Der Kontakt geht in solchen Fällen oft stückweise verloren, bis er ganz abbricht. Erst kommt die Trennung des eigenen Kindes vom Partner, die Pausen zwischen den Besuchen von den Enkelkindern werden länger. Irgendwann reißt der Kontakt komplett ab. Die Großeltern sind in so einer Situation machtlos, ein Opfer der Umstände. Das ist ein Schicksal, das häufig vorkommt, wenn Beziehungen zerbrechen. In etwa jedem fünften Scheidungsfall bekommen die Großeltern Probleme mit dem Umgangsrecht. In der Gruppe stärken sie sich die Betroffenen gegenseitig und suchen nach Möglichkeiten für eine gemeinsame Zukunft mit ihren Enkeln.

Wir sind ohnmächtig und müssen, ja. Gute Miene zum bösen Spiel machen.

Sabine Bedhur, Großmutter, gründete die Selbshilfegruppe

Die Sehnsucht nach Anführern – woher kommt das Phänomen?

Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz
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Politiker, die Kompromisse als Schwäche verhöhnen, nur das eigene Ego sehen und massiv auf Unterschiede setzen haben Konjunktur. Björn Höcke, der Thüringer Landeschef der Alternative für Deutschland, inszeniert sich regelmäßig als Tabubrecher und Problemlöser. Doch warum begeistern sich Menschen für Politiker wie Höcke, in dessen Welt nur der Stärkere überlebt?  Gibt es eine Sehnsucht nach autoritären Führern, die mit einfachen Lösungen enttäuschte und verunsicherte Bürger begeistern? Der Psycho-Therapeut Hans-Joachim Maaz meint, im Osten sei das Bedürfnis nach Sicherheit und Führung besonders deutlich. Und das habe viel mit den radikalen Umbrüchen der deutschen Einheit zu tun. 

Der Schließer hat die Macht? - Alltag in einem Jugendknast

Ein Justizbeamter schließt einen Häftling in seinen Haftraum einer Jugendhaftanstalt ein.
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Zwischen dem Justizvollzugsbeamten René Laas und Häftling David Seidel scheinen die Machtverhältnisse klar. Ein Besuch in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen offenbart ein anderes Bild. René Laas sieht seine Arbeit nicht als das Ausüben von Macht, sondern einen Job, in dem er jungen Menschen Dinge beibringen kann, die in ihrem bisherigen Leben auf der Strecke geblieben sind. David erkennt auch in den Beamten Menschen, die sich für die Straffälligen einsetzen, ihnen Respekt entgegenbringen und sie auf das Leben in Freiheit vorbereiten. Trotzdem ist es das Ziel von René und David, sich nach Davids Entlassung nie wieder zu sehen.

Ich glaube, wenn es nicht sinnvoll wäre, würde ich meinen Job wechseln. Ich glaube schon, dass wir eine Chance haben.

René Laas, Justizvollzugsbeamter

Mella - Laut gegen den Krebs

Mella
Mella im Studio Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine junge Frau aus dem Mansfelder Land bekommt die Diagnose Krebs. Man könne, auch wegen der Metastasen, nicht mehr viel machen, heißt es. Die Krankheit sei zu aggressiv. Plötzlich ist alles anders! Krebs - einfach nur Pech? Oder - anders ausgedrückt - Macht und Ohnmacht des Zufalls? Die junge Frau fragt sich nicht, warum gerade ich? Sie beschließt zu kämpfen. Und das tut sie seit Jahren. Auf ungewöhnliche Weise. Die Musik hilft ihr beim Kampf gegen den Krebs am meisten.

Durch die Jungs der Band Kambrium ist Mella auf den Metal-Geschmack gekommen. Laut gegen Krebs - unter diesem Motto stellt sie mit Freunden jedes Jahr seit 2013 ein Heavy-Metal-Festival auf die Beine. Die nächste Ausgabe startet im September. Die Einnahmen gehen an die Sachsen-Anhaltische Krebsgesellschaft.

Zuletzt aktualisiert: 10. März 2017, 09:08 Uhr