Nah dran - Das Magazin | 27.04.2017 | Jetzt in der Mediathek Moderne Knechtschaft

Wir arbeiten, um zu leben. Oder war es andersrum? Sind Arbeit und Leben überhaupt zu trennen? Permanente Verfügbarkeit, Email, Handy, Messenger - abschalten war gestern. Die moderne Knechtschaft besteht nicht mehr unbedingt im täglichen Malochen, sondern in der permanenten Bereitschaft. Trotzdem reicht das Geld für viele nicht und genau wie vor hundert Jahren brauchen manche mehrere Jobs, um sich über Wasser zu halten. Knechtschaft im digitalen Zeitalter ist unser Thema kurz vor dem 1. Mai.

Mein eigener Herr - mein eigener Sklave

Die Verlockung ist auf den ersten Blick groß: Selbstständig sein, heißt, sein eigener Chef zu sein. In die eigene Tasche wirtschaften, keine Rechenschaft ablegen müssen, die Arbeitszeit frei einteilen können. Doch wie bewährt sich das in der Realität? Lassen einen Existenzängste härter und länger arbeiten, als in einer Festanstellung? Wann lehnt man Aufträge ab? Und wie schafft Mann oder Frau es, für die Familie ohne schlechtes Gewissen da zu sein? Wir haben eine mobile Friseurin aus Mühlhausen bei dieser Herausforderung beobachtet.

Wenn die Rente nicht reicht

Ein Mann streicht eine Wand.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn Rentner in ihrem Ruhestand trotzdem noch arbeiten, hört man oft, dass geschehe "aus Freude an den Kontakten" oder "Ich kann einfach nicht nur rumsitzen". Bei manchen mag das stimmen, vor allem wenn sie ehrenamtlich engagiert sind. Doch die Zahl derer, die arbeiten müssen, weil die Rente hinten und vorn nicht reicht, nimmt jedes Jahr zu. "Nah dran" stellt zwei Rentner vor, die genau das tun müssen - und die erzählen, wie sie damit zurechtkommen. Und was passiert, wenn die Kraft nicht mehr reicht?

Neuanfang nach dem Burn-out

Ein Mann sitzt nachdenklich auf einer Bank.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es gibt sicherlich heute kaum jemanden, der nicht ab und zu darüber nachdenkt, seinen Job hinzuschmeißen und etwas ganz anderes zu machen. Oft nicht nur, weil die Freude an der Arbeit fehlt, sondern mehr noch wegen des Gefühls der Überforderung, des Ausgebranntseins, der Sinnlosigkeit. Andreas Herda hat sich mit 54 Jahren dazu entschlossen. Vom Leiter eines Pflegeheims zum freiberuflichen Trauerredner. Keine Kurzschlussreaktion, sondern nach Monaten des Burn-outs ein Befreiungsschlag.

Als Campingplatzbetreiber in Sachsen-Anhalt

Neuer Job: Campingplatzbetreiber in Sachsen-Anhalt
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mit ihrer Idee ernteten sie viele skeptische Blicke: Statt ihre sicheren, gut bezahlten Jobs in Osnabrück zu behalten, übernahmen Sandra Plato und André Otto im Januar 2014 den ziemlich in die Jahre gekommenen Campingplatz "Am Großen Lausiger Teich" im Naturpark Dübener Heide. Die Herausforderung war gewaltig: Schulden wurden aufgenommen, die Ehe wurde zusätzlich eine Arbeitsbeziehung und die zwei "Wessis" ließen sich in der ostdeutschen Provinz nieder. Ob das gut ging? Wir besuchen das Campingplatz-Paar heute, also gut drei Jahre nach dem Neustart.

Wie alles begann - "Nah dran" vom 30. Januar 2014

ein mann und eine Frau im Interview
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Zuletzt aktualisiert: 03. Mai 2017, 16:08 Uhr

Weitere Videos

Ein aufgeschlagenes Buch
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

aus: Nah dran - Das Magazin vom 31. Januar 2016 Engagement, das wirkt

Engagement, das wirkt

Es gibt 600.000 gemeinnützige Organisationen in Deutschland. Wie gut die arbeiten, prüft die ebenfalls gemeinnützige Firma Phineo. Und vergibt ihr sogenanntes "Wirkt-Siegel“.

Mi 26.04.2017 16:21Uhr 04:59 min

http://www.mdr.de/nah_dran/video-101510.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Eine junge Frau sitzt in einem Wartehäuschen
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK