Reporterin Sybille Seitz (re.) beim
Reporterin Sybille Seitz (re.) beim "Krieger II", eine stehende, kraftvolle Yoga-Position, die gut sein soll für die Balance und Konzentration. Vor allem ist sie schwieriger, als sie aussieht. Bildrechte: mdr/rbb

Nah dran | 31.08.2017 Von der Yogamatte zur Glückseligkeit

Sybille Seitz passt gut in die Zielgruppe typischer Yoga-Schüler: Gerade 50 geworden, berufstätig, zwei Kinder, beruflich und privat angekommen. Doch war das alles? Wie geht es weiter? Sie wagt ein Selbstexperiment.

Reporterin Sybille Seitz (re.) beim
Reporterin Sybille Seitz (re.) beim "Krieger II", eine stehende, kraftvolle Yoga-Position, die gut sein soll für die Balance und Konzentration. Vor allem ist sie schwieriger, als sie aussieht. Bildrechte: mdr/rbb

Sybille Seitz ist Journalistin. Seit 20 Jahren arbeitet sie für Fernsehen und Hörfunk beim Rundfunk Berlin Brandenburg. Sie hat einen Job, der sie erfüllt und täglich fordert. Ruhe und Gelassenheit gehören aber auch mit 50 nicht zu ihren Stärken. Sie könnte lässiger mit bestimmten Situationen umgehen, findet sie. Dass sie genau das gelernt hätten, sagen Menschen, wenn sie über ihre Yoga-Erfahrung sprechen: Achtsamtkeit und Gelassenheit, das sei das, was ihnen die Praxis brächte. Sybille Seitz startet einen Selbstversuch, um selbst zu spüren, was Yoga ist:

Menschen beim Yoga
Auch mal anstrengend Bildrechte: RBB/MDR

Ist Yoga eine Art Religion? Religionsersatz? Eine Lebenseinstellung? Ich möchte jetzt herausfinden, warum immer mehr Menschen auf Yoga setzen, allein in Deutschland sollen es schon rund 3 Millionen sein. Doch wie viel Kraft kein Yoga geben? Kann Yoga tatsächlich zu eine Art Begleiter durch den Alltag werden? Vielleicht entdecke ich ja noch Ressourcen an mir, von denen ich bislang noch gar nichts wusste! Ich bin gespannt!

Sybille Seitz, Journalistin und Yoga-Anfängerin

So will sie herausfinden, ob Yoga tatsächlich ein Weg zur Selbsterkenntnis ist, wie Körper und Seele zusammenwirken und sie ist gespannt, was für Menschen sie auf der Matte neben sich begegnen wird.

Wenn es bei uns zu Hause, ich lebe in einer kleinen Patchwork Familie, mal wieder drunter und drüber geht, dann sagt mein Mann immer: "Ist gut, geh zum Yoga!" Meine Matte ist für mich ein Ort geworden, wo ich alle Emotionen hinbringen kann.

Stimmen von Yogis

Yoga - Ein Selbstversuch in Bildern

Zwei Frauen beim Yoga
Sybille Seitz begibt sich für ihren Selbstversuch in die Hände von Patricia Thielemann  – eine der erfolgreichsten Yogalehrerinnen Deutschlands. Bildrechte: RBB/MDR
Zwei Frauen beim Yoga
Sybille Seitz begibt sich für ihren Selbstversuch in die Hände von Patricia Thielemann  – eine der erfolgreichsten Yogalehrerinnen Deutschlands. Bildrechte: RBB/MDR
Eine Frau in einem Studio
Eigentlich ist sie Journalistin beim RBB Bildrechte: RBB/MDR
Menschen beim Yoga
Und los geht´s: Erstes Kennelernen mit der Yoga-Lehrerin... Bildrechte: RBB/MDR
Menschen beim Yoga
...und die ersten Übungen. Bildrechte: RBB/MDR
Eine Frau beim Yoga
So schwer ist das mit der Balance doch gar nicht. Bildrechte: RBB/MDR
Zwei Frauen beim Yoga
Jede Yogastunde endet mit einer Entspannungsphase, der sogenannten Shavasana. Dabei streichen die Yogalehrer ihren Schülern mit einer Lavendellotion über Stirn und Nacken. Bildrechte: RBB/MDR
Eine Frau beim Yoga
Erste Übungen im eigenen Garten.... Bildrechte: RBB/MDR
Zwei Frauen beim Yoga
...und mit Mitstreiterinnen aus der Yoga-Schule. Bildrechte: RBB/MDR
Menschen beim Yoga
Spirit Yoga erfreut sich großer Beliebtheit und findet traditionell am Ostermontag in der sogenannten Osterklasse statt. Bildrechte: RBB/MDR
Menschen beim Yoga
Da wird es schon mal ganz schön eng. Bildrechte: RBB/MDR
Zwei Frauen lehnen an Betonsäulen
Nachdenkliche Gespräche: Yoga und der Tod, wie vereinbart sich das? Bildrechte: RBB/MDR
Menschen beim Yoga
In der Moonlightklasse geht es vor allem um Entspannung, ums Runterkommen. Danach suchen viele nach einem langen Arbeitstag. Bildrechte: RBB/MDR
Kerzen
Das Experiment geht zu Ende. Ihr Fazit: "Bei den Übungen spüre ich eine wohtuende, innere Ruhe. Und ich glaube, dass ich gelassener geworden bin.
Ich werde weitermachen mit Yoga – denn ich ahne, dass ich noch mehr Geheimnisse entdecken kann."
Bildrechte: RBB/MDR
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Auch Sybille Seitz wird lernen, tief durchzuatmen und dabei den ganzen Körper einzusetzen:

Zwei Frauen beim Yoga
Endlich mal koslassen Bildrechte: RBB/MDR

Der tiefe, konsequente Ujjay-Atem bringt mich endlich in eine entspannte Schwere, wie ich so noch nie empfunden habe. Ein überwältigendes Erlebnis für Neulinge wie mich.

Sybille Seitz, Journalistin und Yoga-Anfängerin

Sie wird feststellen, dass Yoga nicht nur die pure Entspannung, sondern auch durchaus körperliche Anstrengung bedeutet und eine Asana wie "der Krieger" sie noch an ihre Grenzen bringt. Yoga - das heißt, das heißt, das Leben spüren im Moment, lernt Sybille Seitz.

Es sind meistens Menschen, die erstmal mit der Illusion da reingehen, dass die Wunderwaffe Yoga ihr Leben in Ordnung bringt, dass der Wahnsinn da draußen aufhört. Und dann finde ich es immer verblüffend, wenn die dann eine Weile Yoga machen, dass sich gar nicht so sehr was im Außen ändert, aber sie ändern sich. Es wird ihnen dann auf einmal deutlich, wie andere Menschen im Hamsterrad laufen und sich die Frage gar nicht stellen, aber immer so ein kleiner, nagender, subtiler Leidensdruck da ist: Wenn ich doch bloß diese zwei Kilo abgenommen hätte, wenn ich doch bloß die Eigentumswohnung endlich kaufen könnte, wenn ich doch bloß die große Liebe finden könnte oder meine Partnerschaft perfekt wär - und also das Leben eigentlich immer in der Zukunft stattfindet.

Patricia Thielemann, Yoga-Lehrerin

Beim Yoga geht es nicht um Körperbeherrschung, sondern um Achtsamkeit und das Erkennen der eigenen Grenzen. Schließlich wird Sybille Seitz ihre Lehrerin Patricia Thielemann an einem sehr speziellen Ort zur Praxis treffen: im Krematorium Baumschulenweg, im Süden von Berlin: "Den Ort habe ich bewusst ausgesucht", meint Sybille Seitz. Tatsächlich geht ihre Lehrerin darauf ein, denn:

Menschen beim Yoga
Patricia Thielemann im Gespräch mit Sybille Seitz Bildrechte: RBB/MDR

Für mich erschließt sich das, was Yoga ist, am ehesten aus der Perspektive des Todes. Wenn wir uns unsere eigenen Endlichkeit bewusst sind, dann können wir das Leben, so wie es ist mit all seinen Höhen und Tiefe ganz anders wertschätzen lernen. Ich glaube, wenn wir akzeptieren, dass da eine Grenze ist, dann lernen wir das, was uns gegeben ist, auch gerade in unserer Wohlstandsgesellschaft, ganz anders wieder zu schätzen. 

Patricia Thielemann, Yoga-Lehrerin

Patricia Thielemann glaubt sogar, dass Yoga hilft, mit Schicksalsschlägen umzugehen, einfach, weil es erdet in einem ganz körperlichen Sinne und ein Gefühl der Sicherheit vermitteln kann: "Am Ende trägt der Boden doch".

Eine Frau in einem Studio
Die Journalistin startet einen Selbstversuch Bildrechte: RBB/MDR

Heute bin ich in einen Zustand gekommen, der wirklich unglaublich intensiv war, ganz, ganz weit weg. Ich konnte alles ausschalten, mich absolut hingeben, ich war fast in einem tranceähnlichen Zustand in Pranayama und Meditation. Ich kann gut nachvollziehen, dass viele sagen, dass es genau das ist, was Yoga für sie ausmacht. 

Sybille Seitz, Journalistin und Yoga-Anfängerin am Ende ihres Selbstversuchs

Zuletzt aktualisiert: 01. September 2017, 12:12 Uhr

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Bildrechte: RBB/MDR
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