Marienstatue in Düsseldorf im Mondlicht
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Nah dran - Das Magazin im Dezember | 08.12.2016 Das ist mir heilig!

Jeder Mensch kennt sie: Bestimmte Orte, Dinge oder Personen, mit denen man auf besondere Weise verbunden ist, die eine ganz essenzielle Bedeutung haben. Religionen gehören sicher dazu, aber auch Werte oder Lebensweisen. Warum hält man an etwas fest? Wie helfen Traditionen im Alltag, wann müssen sie verändert werden?

Marienstatue in Düsseldorf im Mondlicht
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Die Heilige Barbara - Schutzpatronin der Bergleute

Um in den Röhrigschacht Wettelrode nahe Sangerhausen zu gelangen, geht es 283 Meter in die Tiefe. Am 1. Advent versammeln sich hier beinahe 200 einstige Bergleute, um einen Gottesdienst zu Ehren ihrer Schutzpatronin, der Heiligen Barbara, zu feiern. Es ist der 4. Dezember. Ein Tag, der in der katholischen Kirche ganz im Zeichen der Heiligen Barbara steht. Weil Barbara standhaft bei ihrem Glauben blieb, wurde sie von ihrem Vater getötet. Heute wird sie deshalb in der katholischen Kirche als Märtyrerin verehrt und ist eine der 14 Nothelfer, die im Gebet angerufen werden können.

Die ursprünglich katholische Tradition feiern aber nicht nur christliche, sondern auch atheistische Bergmänner. Denn auch sie sind in kritischen Situationen unter Tage für Beistand dankbar. Es habe noch nie jemandem geschadet, Vorbilder zu haben, ist der katholische Pfarrer Gerald Sommer überzeugt. Er gestaltet im Röhrigschacht Wettelrode gemeinsam mit seinem evangelischen Kollegen die Barbarafeier.

Barbara ist ein Zeichen für die Bergleute für Standhaftigkeit im Glauben und in der schwersten Bedrängnis nicht aufzugeben. Weil die Bergleute auch unten im Bergwerk in der Dunkelheit sind.

Pfarrer Gerald Sommer

Weitere Themen der Sendung

Ein Dorf in der Altmark

Eine dörfliche Idylle mitten in der Altmark: Gladigau schmückt sich mit hübschen kleinen Fachwerkhäusern, gepflegten Vorgärten und einer romanischen Kirche. Nur wenige hundert Menschen leben hier. Ihr Dorf ist ihnen heilig. Viele engagieren sich im Ort, natürlich ehrenamtlich. Mehrere generationsübergreifende Vereine und ein Theater gibt es. Von den etwa 330 Einwohnern sind allein 310 in den Vereinen organisiert, und die plattdeutschen Aufführungen des Dorftheaters locken jedes Jahr im Frühling tausende Menschen an. Doch den Zauber des Dorfes spürt man vor allem in der Weihnachtszeit. Dann tritt der Posaunenchor in Aktion. Mit einem Konzert stimmt er alljährlich auf die Adventszeit ein. Bei all dem bürgerlichen Engagement ist es kein Wunder, dass Galdigau beim diesjährigen Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" eine Goldmedaille gewann.

Geliebte Tattoos

Nah dran
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Galten früher Tätowierungen als Stigma, sind sie heute hoch im Kurs, vor allem bei jungen Menschen. Auch bei "Triz Täss". Ihr Körper ist ihr Heiligtum - und ihr Kapital, denn die 26-Jährige arbeitet als alternatives Model in der Gothic-Szene. Jahrelang fühlte sie sich als eine Fremde im eigenen Körper. Heute hat sie ein positives Körpergefühl und fällt gerne auf. Auch deshalb schmückt sie ihren Körper.

Geschenke für bedürftige Kinder

Besonders in der Weihnachtszeit ist Holger Micklitza ehrenamtlich unterwegs. Dann sammelt er Geschenke für bedürftige Kinder bei der Aktion "Weihnachten im Schuhkarton". Etwas vom Überfluss abzugeben, an ein Kind am anderen Ende der Welt zu denken, das ist seit 14 Jahren seine Motivation. Mit seinem Engagement möchte er den Kindern zeigen, dass sie als Mensch wichtig sind.

Egal, wo du herkommst, egal, wie du bist, wie arm du bist, wo du wohnst, ob du ein Zuhause hast - du bist ein Mensch, du bist geliebt, du bist mir heilig.

Holger Micklitza

Zuletzt aktualisiert: 12. Dezember 2016, 12:16 Uhr