Lachyoga
Bildrechte: MDR/Rafael Bies

Nah dran - Das Magazin im Januar | zum Nachschauen Kopf hoch!

Hinfallen – aufstehen – weiter gehen. Mit erhobenem Haupt nehmen wir das neue Jahr in Angriff. Wir suchen Menschen, die gelassen bleiben. Die sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lassen und das Leben nehmen, wie es kommt. Egal was uns aus der Bahn zu werfen droht: der Montagmorgen, der pubertierende Nachwuchs, Kälteeinbruch oder Hitzewallungen. Nah-dran mit Tipps fürs Durchhalten und Aufstehen.

Lachyoga
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Lachyoga gegen Alltagsstress

Lieber Leser, liebe Leserin. Der folgende Artikel kostet Sie bei normaler Lesegeschwindigkeit ungefähr zwei Minuten Ihrer Lebenszeit. Wenn Sie dieses Wagnis eingehen, freut sich der Autor außerordentlich über die geschenkte Aufmerksamkeit und möchte Sie um etwas bitten:

Ziehen Sie ab jetzt und für den gesamten Zeitraum Ihres Lesens die Mundwinkel in Richtung Augen. Ja, genau – und noch ein Stückchen weiter. So weit, bis Sie darüber nachdenken, ob Sie nach 2 Minuten Krämpfe in der Gesichtsmuskulatur bekommen. Das passiert natürlich nicht. Aber merken Sie etwas? Genau! Ihre Einstellung dem Artikel gegenüber ist schon viel oder besser gesagt, noch positiver als vorher. Denn: Während Sie nun lesen und Ihre Mundwinkel nach oben ziehen, schüttet Ihr Gehirn Unmengen Glückshormone aus. Mit einem einfachen Trick überlisten Sie also nicht nur Ihr Gehirn, sondern Ihre gesamte Stimmung und Einstellung dem Artikel und Ihrem Umfeld gegenüber.

Wenig schafft viel

Genau das ist auch einer der Tricks, den Lachyoga für sich beansprucht. Das grundlose Lachen steht im Mittelpunkt. Mit kleinen Übungen über die motorische Ebene und künstlichem Lachen wird das "echte" Lachen provoziert. Für die Teilnehmer ist es einfach und unkompliziert: Es braucht keine Hilfsmittel, es verlangt keinen Wettbewerb und keine Übung. Selbst Menschen, die von Natur aus keine Frohnatur sind, kommen schnell in das Training denn: Lachen ist ansteckend.

Lachyoga
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Gegen chronischen Stress

Wenn wir unter Dauerstress stehen, leidet unser Körper physisch, mental und psychisch. Aktives Lachen beansprucht all diese Bereiche für sich. Nach Aussage von Lachtrainerin Karla Pense vom Balance Helpcenter Erfurt belegen verschiedene Studien zum Lachyoga die positive Wirkung des Lachyogas hinsichtlich Stressreduktion und Gesundheitsförderung. So wird der Körper beispielsweise gut mit Sauerstoff versorgt, die Muskulatur gelockert sowie der Stoffwechsel und das Immunsystem aktiviert.

Alternative "Blitzentstressung"

Wenn Sie trotz angezogener Mundwinkel die Vorstellung vom Gruppenlachen immer noch abschreckt, wäre vielleicht die „Blitzentstressung“ eine Methode für Sie. Karla Pense und Steffi Pausch von den Balance-Helpcentern Erfurt und Auerbach/Vogtland erklären Ihnen, wie es funktioniert.

Loslassen!

Das Wichtigste aber ist: loslassen und den Alltag manchmal einfach nur Alltag sein lassen. Denn nur wer innerlich ruhig und gelassen ist, kann stressigen Momenten entspannt begegnen. Ihre Mundwinkel können Sie jetzt übrigens wieder absenken. Vielleicht behalten Sie diese aber auch einfach zumindest ein Stück oben und Sie werden merken: Es lebt sich gleich etwas leichter.  


Weitere Themen der Sendung


Wer besteht und wer zerbricht?

Eine Frau schaut in die Kamera.
Kann man seelischen Widerstand erwerben? Nah-dran sprach darüber mit der Expertin Heike Ohlbrecht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wenn wir das Leid anderer sehen, Reportagen über Schicksalsschläge, Dramen von Krankheit oder Krieg – dann steht auch die Frage im Raum, wie man selbst mit solchen Erfahrungen umgehen würde. Zerbricht man? Wir man stärker? Warum gibt es die einen, die aus solchen Schlägen Kraft schöpfen? Und die anderen, die nie wieder auf die Beine kommen? Nah-dran sprach mit Heike Ohlbrecht darüber, ob man seelische Widerstandskraft im Laufe des Lebens erwerben kann oder nicht.


Der lange Weg zum Berufsmusiker

Mit Musik lässt sich eine Menge Geld verdienen. Dementsprechend viele Menschen träumen davon das zu schaffen. Doch den wenigsten gelingt das. Es braucht einen langen Atem und oft auch die richtigen Kontakte, damit der Sprung in die Charts klappt. Umso bemerkenswerter sind jene Menschen, die die Kraft aufbringen, sich ganz ihrer Liebe zur Musik zu widmen. Trotz geringer Einkünfte. Wir stellen ihnen die sympathischen Männer der Band 108 Fahrenheit vor, die sich nicht von ihrem Traum Musikgeschichte zu schreiben, abbringen lassen wollen. Und die weiterhin sinnieren über Akkorde, Textzeilen und den perfekten Sound, denen das Musik machen wichtiger ist, als gutbezahlte Plattenverträge.

Drei Musiker
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Wert der Niederlage

Eine Firma muss laufen, erfolgreich sein. Geht sie den Bach runter, ist das allgemein ein Armutszeugnis für ihre Macher. Auch Banken sehen Firmenpleiten als Grund, keine neuen Kredite auszureichen. Doch könnte das ein Fehler sein? Ist einer, der schon mal auf der Nase lag, womöglich doch ein guter Firmenchef? Denn er lernt aus Fehlern, kennt Klippen und Täler? Die sogenannten Fuckup-Nights bringen Menschen auf die Bühne, die vor Publikum von ihren Pleiten erzählen. Doch was soll das? Nah_dran auf der Suche nach dem Wert der Niederlage.

Markus Dobler bei der Fuckup-Night in Leipzig
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Leben wie jeder andere und doch anders

Richard Mansfeld lebt wie jeder andere: er treibt Sport, hat Kinder, war beruflich sehr erfolgreich. Der Rentner ist frohen Mutes und glücklich. Dass er von Kindesbeinen an ein Handicap hat, ist für ihn nebensächlich. Er hat dennoch immer all das getan, was die anderen tun. Die Prothese eines Unterschenkels war sicher nicht immer perfekt, in der DDR auch eher sperrig und kein wirklicher Bein-Ersatz. Aber das galt es zu überwinden. Und genau das hat der gebürtige Hallenser geschafft. Dass man dazu aber die richtige Einstellung braucht, zeigt er nah_dran eindrucksvoll.

Richard Mansfeld beim Reiten
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Zuletzt aktualisiert: 27. Januar 2017, 10:01 Uhr