MDR FERNSEHEN

MDR FERNSEHEN | L 294 | Leipzig, 29.06.2010 : Die Treuhand-Story von Halle

"Die Spur der Täter" mit einer Extra-Ausgabe zum Jubiläum der Währungsunion - am 30. Juni, 20.15 Uhr, MDR FERNSEHEN

In der Sondersendung von "Die Spur der Täter" mit Peter Escher berichten Kriminalisten, wie sie so genannte wiedervereinigungs-bedingte Wirtschaftsdelikte aufklären konnten.

Im Mittelpunkt der Sendung steht einer der größten Wirtschaftkrimis der Wiedervereinigung. Es geht um einen Millionen-Betrug und Schmiergeldzahlungen bei der Privatisierung von Betrieben durch die Treuhandanstalt in Halle. Ein Unternehmer aus Baden-Württemberg kaufte einige mitteldeutsche Firmen. Darunter war auch die wirtschaftlich gesunde Stahl- und Maschinenbau AG (Stamag). Dank Bestechungsgeldern überprüfte niemand bei der Treuhand den Geschäftsmann und seine Absichten. So konnte er unbehelligt liquide Mittel in Millionenhöhe aus dem Unternehmen ziehen statt zu investieren. Das bedrohte die Existenz hunderter Arbeitsplätze. Gewerkschafter und Journalisten bemerkten als Erste den Betrug. Daraufhin begannen die Ermittlungen.
Im zweiten Fall rekonstruieren die Kriminalisten die Aufklärung eines Betruges beim Umtausch von DDR- in D-Mark auf Konten bei der Sparkasse Gera. Das Novum hier war, dass die bayerische Polizei auf dem Gebiet der damals noch existierenden DDR ermittelte. Ein Teppichhändler aus Bayern hatte im Frühjahr 1990 fast drei Millionen DDR-Mark verdient. Das Geld ließ er am 1. Juli illegal über Konten von DDR-Bürgern im Kurs 2:1 umtauschen. Als Westdeutscher hätte er nur den schlechteren Kurs von 3:1 bekommen. Unterm Strich hatte er so eine halbe Million D-Mark mehr auf dem Konto.
Der dritte Fall zeigt, wie die Kripo Dieben auf die Spur gekommen war, die DDR-Banknoten mit hohem Sammlerwert aus einem Stollen in Halberstadt gestohlen hatten. Dabei handelte es sich um 200- und 500-DDR-Mark-Scheine. Diese hatte die DDR nie in Umlauf gebracht, um nicht den Anschein einer Inflation zu erwecken. Die Ermittlungen führten zu zwei jungen Männern, die auch überführt werden konnten. Doch in Anbetracht der massiven Betonsperren am Stollen, die durchbrochen wurden, ging die Polizei von weiteren und besser organisierten Tätern aus.

Fotos zur Sendung unter www.ard-foto.de.

Zuletzt aktualisiert: 29. Juni 2010, 15:02 Uhr

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