Kabarettist Jürgen Hart
Bildrechte: dpa

MDR | 12.09.2017 Jürgen Hart - Mehr als ein singender Sachse

Am 14. September erinnert das MDR-Fernsehen um 23.05 Uhr in der Reihe „Lebensläufe“ an Jürgen Hart.

Kabarettist Jürgen Hart
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Der Kabarettist Jürgen Hart wollte bis ins hohe Alter grummelnd lustig den Wandel der Zeiten kommentieren. Das hat er nicht geschafft. Mit 59 Jahren starb er an Krebs. Doch bis heute haben ihn die Menschen nicht vergessen. Das liegt natürlich an seinem Hit „Sing, mei Sachse, sing“, der den Vogtländer 1980 in Ost und West berühmt machte. Hart schrieb hunderte weitere Lieder, vor allem für das Leipziger Kabarett „Academixer". Der Lehrer für Musik und Deutsch hatte es 1966 gegründet und 25 Jahre geleitet. Am 14. September erinnert das MDR-Fernsehen um 23.05 Uhr in der Reihe „Lebensläufe“ an Jürgen Hart.

Jürgen Hart wächst in Treuen im Vogtland mit einem Musikervater auf, kommt nach Leipzig, um Lehrer zu werden und beginnt in einem Studentenkabarett, seine Leidenschaft zu entwickeln. Der studentische Versuch mausert sich zum Berufskabarett und wird schließlich eines der beliebtesten Ensembles in der DDR: die „Academixer“. Jürgen Hart leitet es. Dafür muss er sich gelegentlich mit den SED-Funktionären arrangieren - eine schwierige Gratwanderung bis zum Ende der DDR. Mancher hat ihm diese Haltung übelgenommen. Jürgen Hart verstirbt am 9. April 2002 in Leipzig. Am 20. September des Jahres 2017 wäre er 75 Jahre alt geworden.

Seine Frau und seine Kinder erinnern sich mit einem Lächeln an seine Arbeit am heimischen Schreibtisch, an sein Entsetzen über den Erfolg seiner Sachsen-Hymne, an sein Lieblingsessen, seine Gartenleidenschaft und die Feier zur „Taufe" des Komposthaufens auf den Namen „Angela Merkel".
Seine Kollegen Bernd-Lutz Lange und Gunter Böhnke erzählen Geschichten aus der Welt des Kabaretts, schauen aber auch kritisch auf politische Anschauungen Jürgen Harts und schwärmen dennoch von seinen intelligenten Texten.

Zuletzt aktualisiert: 12. September 2017, 11:48 Uhr