Orchester und Chöre | L 66 | Leipzig, 09.02.2012 : "Reihe Eins" des MDR erzählt von träumenden Fantasten und Wahnsinns-Komponisten
Geschichten von Wahn und Wahnsinn stehen im Mittelpunkt von "Reihe Eins" am Samstag, 11. Februar. Das MDR SINFONIEORCHESTER hat dafür den unerschrockenen "Don Quixote" und einen fantastischen Hector Berlioz mit auf dem Podium seines Konzertes im Leipziger Gewandhaus. Schauspielerin Sophie Rois liest einen ureigens für diesen Abend entstandenen Text.
Das Thema Wahn und Wahnsinn hat Musiker ebenso fasziniert wie Schriftsteller, Maler und Filmemacher. Der Wahnsinn als extreme Äußerung menschlicher Existenz provoziert die Auseinandersetzung in der Kunst, er ist willkommene Vorlage und Teil des Schöpfungsprozesses zugleich. Im "Reihe Eins"-Konzert am 11. Februar führt das MDR SINFONIEORCHESTER um 20 Uhr im Leipziger Gewandhaus den "Don Quixote" von Richard Strauss sowie die "Symphonie fantastique" von Hector Berlioz auf. Die beiden Werke gehören zu den aufregendsten und farbigsten Stücken des Orchesterrepertoires; zu den Werken, die das Publikum in ihren Bann ziehen und mit denen ein großes Ensemble wie das MDR SINFONIEORCHESTER wirklich zeigen kann, was in ihm steckt.
Von den falschen Idealen
Richard Strauss’ eigene Anfänge als Komponist beginnen mit dem Erzählen von musikalischen Geschichten: Er nannte sie "Dichtungen in Tönen". Innerhalb kürzester Zeit begründeten diese Kompositionen seinen Erfolg in Europa. Eine besonders tragische Geschichte erzählt Strauss in "Don Quixote - Fantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters", von einem Helden, der selbst in alten Geschichten lebt und mit längst nicht mehr gültigen Idealen und Tugenden an der Realität scheitert.
Ein Fantast, ein Drama, eine fixe Idee
Von einem Verzweifelten ganz anderer Art, einem durchaus in der Gegenwart Verankerten, erzählt Hector Berlioz in seiner "Symphonie fantastique".
Berlioz durchbricht schon lange vor Strauss mit seinen "musikalischen Dramen" eine Grenze der Musik. Episodisch steigert sich in seiner "Symphonie" ein junger Künstler in die fixe Idee seiner idealen Traumfrau, die für ihn im Opiumwahn endet. Parallelen zu Berlioz’ eigenem Leben lassen sich nicht leugnen.
Literatur im Konzert
Für die "Reihe Eins" kooperiert der MDR in dieser Saison mit dem Deutschen Literaturinstitut Leipzig (DLL): Junge Autoren und Lehrende schreiben Texte zu den Themen der Konzerte. Die Geschichte zum Konzert am 11. Februar trägt den Titel "Die Begleiter". Verfasst hat sie Sascha Macht, Student am DLL. Sprechen wird den Text die Schauspielerin Sophie Rois. Sie wurde im vergangenen Jahr dreifach für ihre Rolle im Film "Drei" ausgezeichnet und ist dem Publikum als "Medea" am Centraltheater Leipzig in Erinnerung.
Nach dem Konzert ist Autor Sascha Macht im Gespräch mit DLL-Geschäftsführer Claudius Nießen: Die Besucher der Lounge im MDR-Studio am Augustusplatz können ihn und die Mitwirkenden des Abends persönlich kennen lernen. Für einen lockeren Ausklang sorgen Lia Roth und Robert Herrmann mit einer Hommage an den Bar-Jazz.
Mehr über Künstler, Komponisten und Werke erfahren Interessierte bei der Konzerteinführung um 19.15 Uhr im Schumann-Eck.
MDR FIGARO überträgt das Konzert der "Reihe Eins" am 14. Februar um 20.05 Uhr.
Tickets sind erhältlich u. a. bei der Ticketgalerie Leipzig (0341.14 14 14) sowie an der Abendkasse.
