MDR Unternehmen | L 285 | Leipzig, 05.07.2011 KI.KA-Betrugsfall: Der MDR zum verkündeten Urteil

"Mit dem Urteil ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Aufarbeitung des Betrugsfalls getan. Nachdem wir parallel zu den Ermittlungen bereits im Dezember vergangenen Jahres Sofortmaßnahmen und im März dieses Jahres einen umfassenden Maßnahmenkatalog in Gang gebracht haben, konzentrieren wir uns jetzt wieder auf unsere eigentliche Aufgabe: qualitativ hochwertiges Programm für Kinder zu entwickeln und anzubieten. Gerade im Hinblick auf den 15. Geburtstag des KI.KA haben wir uns viel vorgenommen", so KI.KA-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp.

Der jetzt verurteilte ehemalige Herstellungsleiter des KI.KA hatte bereits zu Prozessbeginn am 6. Juni 2011 gestanden, zur Finanzierung seiner Spielsucht den Sender durch Scheinrechnungen in Millionenhöhe betrogen zu haben. Die Spielsucht wurde von einem Sachverständigen während des Prozesses laut Gutachten bestätigt.

Die Revisionen von MDR und ZDF arbeiten seit Dezember 2010 in Abstimmung mit den Ermittlungsbehörden die kriminellen Handlungen auf. So hatte der MDR als Federführer des ARD/ZDF-Kinderkanals eine detaillierte Untersuchung aller Geschäftsprozesse des KI.KA angeordnet und diese aktiv und mit Hochdruck vorangetrieben.

Auf der Basis des im März vorgelegten vorläufigen Abschlussberichtes der Revisionen von MDR und ZDF hat der MDR einen Maßnahmenkatalog entwickelt, der jetzt konsequent umgesetzt wird und kriminelle Handlungen dieser Art künftig möglichst ausschließen soll. Zu diesen Maßnahmen zählt die stärkere Anbindung des KI.KA an den MDR.

Zusätzlich soll beim KI.KA eine von der Herstellungsleitung getrennte Beschaffungsstelle für Produktionsdienstleistungen eingerichtet und die Compliance-Organisation des MDR durch die Berufung eines Compliance-Beauftragten weiterentwickelt werden. So schnell wie möglich sollen des Weiteren obligatorische Schulungen vor allem der Führungskräfte zu Korruptions- und Betrugsprävention durchgeführt werden.

Um die Wirksamkeit der Kontrollmechanismen im MDR zu analysieren und zu überprüfen, hat der MDR Mitte Mai dieses Jahres zusätzlich ein externes Beraterteam eingesetzt. Ende des Monats werden erste Ergebnisse der Untersuchungen erwartet.

"Der MDR wird nach dem Urteil nicht zur Tagesordnung übergehen. Wir beschäftigen uns weiterhin mit den Lehren aus diesem Betrugsfall. Unsere Aufgabe ist es nicht, das Urteil zu kommentieren, sondern vielmehr die Umsetzung unseres Maßnahmenkatalogs mit Nachdruck zu betreiben", so MDR-Unternehmenssprecher Dirk Thärichen.

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2011, 13:40 Uhr