Frequenzen

Surround-Klangerlebnis wie im Kino: Dolby Digital 5.1

Gestern noch wenigen Ausnahmeproduktionen vorbehalten, ist Dolby digital 5.1 inzwischen Standard bei bedeutsamen Konzertmitschnitten von MDR FIGARO und MDR SPUTNIK. Für die Hörer am Radio bedeuten Übertragungen in Dolby digital Klanggenuss wie live vor Ort - Hörfunkempfang via Satellit und eine 5.1-Lautsprecheranlage vorausgesetzt.

Logo für Sendungen in Mehrkanalton Dolby Digital-Surround 5.1

Kino-Fans sind die räumlichen Klang-Effekte seit langem bekannt, denn die Entwicklung von Dolby Digital stammt ursprünglich aus der Kinotechnik. 5.1 steht für ein Mehrkanal-Tonsystem, bei dem der Sound aus fünf Lautsprechern und einem sogenannten Subwoofer zur zusätzlichen Übertragung der tiefen Töne kommt. Wird der Subwoofer in die Tonmischung nicht mit eingebunden, spricht man von 5.0, was dem Verfahren im Prinzip ebenso entspricht. "Das Besondere an diesem System ist, dass die Klänge räumlich wahrgenommen werden. Der Zuhörer hat den Eindruck, er befände sich mitten im Geschehen bzw. mitten im Konzertsaal", erläutert Peter Raasch, Chef des Service Centers Hörfunk beim MDR.

Schon jetzt bieten DVDs und SACDs (Super Audio Compact Disc) Kinosound und auch mehrere Fernsehsender strahlen bereits in Dolby Digital-Signal aus. Aber auch im Hörfunk sind Mehrkanaltonaufnahmen beispielsweise bei Hörspielen und Konzertaufzeichnungen der Standard der Zukunft. Für den Empfang von 5.1-Tonsignalen wird neben dem entsprechenden Lautsprechersystem ein digitaler Receiver mit Dolby-Digital-Ausgang (AC3-Ausgang) benötigt.

MDR FIGARO und MDR SPUTNIK bieten Klanggenuss wie im Konzertsaal

MDR FIGARO und MDR SPUTNIK nutzen die Möglichkeit, die der neue ARD- Hörfunktransponder bietet und verbreiten via Satellit (Frequenz 12.266 MHz) seit einiger Zeit parallel zum Stereoton auch Sendungen in Dolby Digital. Anfang Februar 2007 wurde beispielsweise das Konzert zum Jahrestag der Zerstörung Dresdens erstmals in Dolby Digital live aus der Semperoper auf MDR FIGARO übertragen. Die Hörspielabteilung des MDR hat zwischen 2003 und 2005 drei große Jules-Verne-Romane ("20 000 Meilen unter den Meeren", "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" und "In 80 Tagen um die Welt") im 5.1-Mehrkanalton produziert, die als DVDs beim Münchner "hörverlag" erschienen sind. 2006 wurde die Mehrkanalton-Produktion im Hörspiel mit der Adaption eines Gegenwartsstoffes, "Adler und Engel" nach Juli Zeh, fortgesetzt.

Um in Dolby Digital zu produzieren, gibt es die Möglichkeit, fünf Mikrofone zu benutzen – entsprechend der Aufstellung der Lautsprecher, wie man sie auch zu Hause hat. Da wären drei Mikrofone vorne: ein linkes, eins in der Mitte und ein rechtes sowie natürlich zwei hintere Mikrofone. Für den Subwoofer, der auch als Effektkanal benutzt wird, gibt es kein Extramikrofon. Die Bassfrequenzen werden erst später errechnet. Die Sprecher müssen während eines Hörspiels so agieren, wie sie es im Film tun würden. Jedes Geräusch wird so "räumlich" erfasst – Raumklang eben. Bei der richtigen Positionierung der Lautsprecher hat der Zuhörer dann den Eindruck, er würde sich mitten im Geschehen befinden. Stimmen, Menschen und Geräusche schwirren nur so um ihn herum.

Beim Multimediaradio MDR SPUTNIK begann die Ära des 5.1-Sounds Anfang April 2007 mit der Einweihung der neuen Studiobühne mit einem Auftritt der Band "Polarkreis 18". Das Konzert wurde als erstes Nicht-Klassik-Konzert im 5.1-Aufnahmeverfahren mitgeschnitten und live gesendet.

Die passende Anlage und ausreichend Platz

Der Raumklang wird ohne Mehraufwand auf die Stereokanäle übertragen, aber viele Dolby-Digital-Anlagen schneiden beim Abspielen von Stereo-Musik-CDs schlecht ab. Meist ist die Stereowiedergabe erheblich schwächer als auf der alten leistungsstarken HiFi-Anlage. Auch die virtuelle Umwandlung, die aus Stereo einen Raumklang macht, ist selten überzeugend. Der wichtigste Punkt aber ist, wie groß der Heimkinosaal wirklich ist. Reicht der Platz, um die hinteren Boxen auch tatsächlich hinter die Couch zu stellen?

Anlagen gibt es inzwischen schon um die 100 Euro. Meist muss dazu noch ein entsprechender DVD-Player oder -Rekorder mit Dolby-Digital-Ausgang (AC3-Ausgang) gekauft werden. Ansonsten lässt sich 5.1 nicht richtig wiedergeben. Es ist aber auch möglich, die alte Stereoanlage aufzurüsten. Dann gibt es auch keine Probleme mehr mit den Musik-CDs.

So stehen die Lautsprecher richtig

Die Frontlautsprecher sollten – je nach Größe – nicht allzu dicht vor der Wand stehen. Zudem sollten sie zum Sitzplatz hin ausrichtet werden. Wie schon der Name verrät, steht der Center-Lautsprecher frontal im Zentrum, das heißt am besten unterhalb des Fernsehgerätes. Die hinteren Lautsprecher – Surround links und rechts – müssen auch tatsächlich hinter dem Sitzplatz in Ohrhöhe angebracht werden. Eine zusätzliche Ausrichtung auf den Hörer unterstützt den Raumeffekt. Wenig problematisch ist die Aufstellung des Subwoofers. Er übernimmt die Bässe der Surroundkanäle und die Tieftoneffekte. Unproblematisch, weil das Ohr tiefen Tönen keine bestimmte Richtung zuordnet. Der Handel bietet einfache Tools zum richtigen Einpegeln der Anlage.

Technische Hotline: Telefon 0341/300-9595

Noch Fragen? Die Mitarbeiter der Technischen Hotline des MDR helfen gerne weiter: montags bis donnerstags 11.00 bis 19.30 Uhr sowie freitags 11.00 bis 18.00 Uhr unter 0341 / 300-9595 (gebührenpflichtig aus dem In- und Ausland) oder per E-Mail: technik@mdr.de.

Fragen zum Programm beantworten die Mitarbeiter der Hörertelefone von MDR FIGARO unter 0800 55 99 88 4 (kostenfrei) oder per Mail mdr-figaro@mdr.de und bei MDR SPUTNIK unter der Nummer 08000-210000 (kostenfrei) oder per Mail 210000@mdr.de.

In den Programmzeitschriften werden 5.1-Sendungen nicht speziell ausgewiesen, aber auf einem privaten Internetportal finden Sie eine Übersicht, welche Sendungen in Dolby Digital 5.1/5.0 bei deutschsprachigen Sendern laufen, und zwar unter http://dolby-digital.the-media-channel.com.

Zuletzt aktualisiert: 17. Juni 2010, 10:30 Uhr

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