Ratgeber

Sicherheit : Tipps gegen Fahrrad-Diebstahl

Jahr für Jahr verschwinden hunderttausende Fahrräder. Nur ein Bruchteil der Fälle kann aufgeklärt werden. Wer sich an seinem Fahrrad noch lange freuen möchte, sollte sich deshalb um den richtigen Schutz kümmern. Wir haben die wichtigsten Maßnahmen zusammengestellt.

Zwei Fahrräder, angeschlossen an einem Laternenpfahl

Eine hundertprozentige Absicherung vor Fahrraddiebstahl gibt es leider nicht. Doch es gibt einfache Maßnahmen, mit denen sich das Risiko deutlich reduzieren lässt. Dazu gehört vor allem folgendes:

  • das richtige Schloss,
  • richtiges Anschließen,
  • eine Fahrradcodierung.

Das richtige Schloss

Es gibt große und kleine, dicke und dünne, starre und flexible, billige und teure Fahrradschlösser. Bei der Wahl des richtigen heißt es nicht, weniger ist mehr, sondern mehr ist mehr. Je stärker ein Schloss ist, desto schwieriger ist es zu knacken. Am stärksten, sichersten und leider auch teuersten sind nach wie vor die Bügelschlösser. Der Preis für ein gutes Schloss liegt zwischen 30 und 70 Euro. Die Nachteile von Bügelschlössern liegt vor allem in ihrer Sperrigkeit. Dadurch lassen sie sich nicht besonders gut handhaben.

Flexibel und trotzdem sicher sind so genannte Panzerkabelschlösser. Wer sich dafür entscheidet, sollte am besten ein langes Schloss kaufen, mit dem das Fahrrad auch einmal an einen Laternenpfahl angeschlossen werden kann. Panzerkabelschlösser sind in der Regel etwas billiger als Bügelschlösser. Der Preis beginnt hier bei 10 Euro.

Die unsichersten Kandidaten sind einfache Kabelschlösser. Sie lassen sich zwar einfach bedienen, machen das Rad aber leider auch für Diebe zur leichten Beute.

Stiftung Warentest hat zuletzt im Juni 2003 verschiedene Fahrradschlösser auf ihre Zuverlässigkeit untersucht. Wer Preise und Stabilität vergleichen möchte, sich sollte unbedingt die Testergebnisse ansehen. Die Zeitschriften liegen in den Verbraucherzentralen aus. Alternativ kann der Test auch zum Preis von 1 Euro von der Internetseite der Stiftung Warentest heruntergeladen werden.

Richtig anschließen

Damit das Fahrrad auch später noch am gleichen Ort steht, kommt es neben dem richtigen Schloss auch auf das richtige Anschließen an.
Am besten ist es, das Rad immer mit einem fest verankerten Gegenstand zu verbinden. Dadurch kann es nicht einfach weggetragen werden. Am besten sind natürlich spezielle Schließanlagen. Wer zu Hause einen abschließbaren Keller hat, sollte dort sein Fahrrad unterstellen und sicher anschließen. Ansonsten eignen sich stabile Fahrradständer, verankerte Abstellbügel oder ein Laternenpfahl. Damit sollte nicht nur der Rahmen, sondern auch das Vorderrad verbunden werden.

Die Fahrradcodierung

Bei der Codierung bekommt das Rad eine so genannte Eigentümer-Identifizierungs-Nummer, kurz EIN. Sie wird in 0,2 Millimeter Tiefe in das Sattelrohr des Rahmens eingefräst. Der Rahmen nimmt dadurch keinen Schaden, denn der Code wird nach dem Gravieren mit einem Aufkleber versiegelt, der vor Korrosion schützen soll und darauf aufmerksam macht, dass das Rad codiert ist. Das System wurde von der Polizei entwickelt und ist bundesweit einheitlich. Der Code besteht aus folgenden Zeichen:

  • dem KFZ-Kennzeichen des Ortes (z. B. DD für Dresden, MD für Magdeburg oder EF für Erfurt),
  • einer dreistellige Ortskennziffer,
  • der Straßenkennzahl (abhängig von der jeweiligen Meldebehörde),
  • der Hausnummer und
  • den Initialen des Besitzers.

Vor der Gravierung werden erst die Daten des Besitzers aufgenommen und daraus der Code ermittelt. Kinder brauchen für die Codierung außerdem die Zustimmung der Eltern.

Ein Wermutstropfen

Lange Zeit wurde die Codierung fast überall regelmäßig und kostenlos von der Polizei angeboten. Doch vielerorts reicht das Geld nicht mehr dafür, so dass zahlreiche Polizeidienststellen keine Codieraktionen mehr durchführen. Wer sein Fahrrad kennzeichnen lassen will, sollte also vorher noch bei der Polizei nachfragen, ob dies überhaupt noch möglich ist.
Weil das System einfach und logisch ist, hat es aber gute Überlebenschancen. Denn mit dem Code können auch andere Gegenstände wie Handys, Bilder oder Teppiche gekennzeichnet werden. Das kann man entweder selber machen, indem man sich bei einer Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in der Nähe den Code nennen lässt und selbst auf dem Gegenstand aufbringt, oder von einem kommerziellen Anbieter durchführen lassen.
Kommerziell wird wohl auch die Zukunft des Fahrradcodierung sein. Schon jetzt gibt es Fahrradhändler, die ein neues Rad gegen einen gewissen Aufpreis mit dem Code markieren.

Verkauf oder Umzug

Wird ein codiertes Rad verkauft, sollte dies auch im Kaufvertrag vermerkt werden. Besser noch ist es, der Polizei den Verkauf zu melden, damit der neue Besitzer im Register eingetragen werden kann. Verpflichtet dazu ist man aber nicht.
Wird ein Fahrrad wiedergefunden, stellt die Polizei anhand der Codierung die Adresse des Besitzers fest und informiert ihn. Ist der aber inzwischen umgezogen, wird bei der Meldebehörde nachgefragt und die neue Adresse ermittelt. Dadurch behält der Code auch nach einem Umzug seine Gültigkeit.

Knackpunkt Bauteile-Klau

Nicht immer wird ein Fahrrad komplett geklaut. Manchmal stehlen dreiste Diebe auch nur Teile davon. Am häufigsten werden Sättel abgeschraubt und Vorderräder ausgebaut. Abhilfe schaffen zusätzliche Schlösser, die die entsprechenden Teile mit dem Rahmen verbinden. Das ist allerdings recht umständlich und mit der Zeit auch lästig. Reduzieren lässt sich das Risiko auch durch den Verzicht auf Schnellspanner. Dadurch kann ein Teil nicht einfach durch das Umlegen eines Hebels, sondern nur mit Hilfe eines Schraubenschlüssels abmontiert werden. Im Handel werden außerdem so genannte Anti-Dieb-Schnellspanner angeboten. Sie enthalten untypische Fünfkant-Schrauben, die nur mit einem speziellen Schlüssel gelöst werden können. Einen hundertprozentigen Schutz gegen den Klau von Fahrrad-Teilen gibt es trotz aller vorbeugenden Maßnahmen aber nicht.

Zuletzt aktualisiert: 14. Juli 2012, 14:29 Uhr

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