Neu ab 2017 Fahrrad, Auto und Verkehr

Die richtige Ampel für Radfahrer

An Straßenkreuzungen ohne eigene Radfahrer-Ampel müssen sich Radfahrer ab 1. Januar 2017 an den Ampeln für den Fahrverkehr orientieren. Eine Übergangsregelung, nach der sie sich nach der Fußgängerampel richten dürfen, läuft zum 31. Dezember 2016 aus.

Radfahren auf dem Gehweg

Ein Vater setzt seiner kleinen Tochter einen Fahrradhelm auf.
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Bis zum Alter von zehn Jahren dürfen Kinder mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren, bis acht müssen sie das sogar. Jetzt darf sie ein Elternteil oder eine Aufsichtsperson von mindestens 16 Jahren mit dem Rad auf dem Gehweg begleiten. Bisher mussten sie die Straße benutzen, was die Aufsicht erschwerte.

E-Bikes auf Radwegen

Radwege, die mit dem neuen Zusatzschild "E-Bikes frei" gekennzeichnet sind, dürfen auch von Elektrofahrrädern befahren werden. Diese Regelung gilt allerdings nur für E-Bikes, die maximal 25 Kilometer pro Stunde fahren können. Die schnelleren S-Pedelecs müssen weiterhin die Straße nutzen.

Schneller langsamer

An Schulen, Kindergärten, Altenheimen und anderen Einrichtungen lassen sich auf Vorfahrts- und Durchgangsstraßen leichter Tempo-30-Bereiche einrichten. Bisher ging dies nur, wenn es sich bei diesen Stellen nachweislich um Unfallschwerpunkte handelte.

Regel für die Rettungsgasse

Autofahrer haben auf einer Autobahn eine Rettungsgasse gebildet, durch die ein Rettungswagen zu einer Unfallstelle fährt.
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Bei Stau und stockendem Verkehr muss auf Autobahnen und Bundesstraßen eine Rettungsgasse gebildet werden. Jetzt ist geregelt, wie genau das zu passieren hat, nämlich auf Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen pro Richtung und dort "zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen". Hat die Straße also in einer Richtung drei oder mehr Fahrstreifen, müssen nur die Autofahrer auf der linken Spur weiter nach links fahren, die Fahrer der anderen Spuren dagegen weiter nach rechts.

Die Hauptuntersuchung wird teurer

Eine rosafarbene Plakette auf dem Numemrnschild eines Autos zeigt an, dass die nächste Hauptuntersuchung im Dezember 2017 fällig ist.
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Die Kosten für die Hauptuntersuchung (HU) steigen. Ohne Abgasuntersuchung bewegen sich die Gebühren zwischen 35 Euro und 54,86 Euro. Fahrzeuge müssen im Turnus von zwei Jahren in der HU auf ihre Verkehrssicherheit geprüft werden. Bei Neuwagen steht die Untersuchung zum ersten Mal nach drei Jahren an. Die HU darf von TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS durchgeführt werden.

Gebühren für den Führerschein steigen

Fahrschüler fährt auf einem Motorrad einem Fahrschul-Auto hinterher.
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Die Gebühr für die theoretische Führerschein-Prüfung soll leicht auf 11,90 Euro steigen. Für eine Prüfung am Computer werden 10,60 Euro erhoben. Auch die Gebühren für die praktische Führerschein-Prüfung sollen steigen: auf 91,50 Euro (Pkw) und 121,38 Euro (Motorrad).

Die Ausbildung von Fahrlehrern soll ebenfalls verbessert werden. Eine Reform des Fahrlehrergesetzes wird aber erst im Laufe des Jahres erwartet.

Verwarngeld für ungesicherte Rollstühle

Rollstuhlfahrer und Rollstühle müssen während der Fahrt gesichert werden. Wer kein Rollstuhlnutzer-Rückhaltesystem bzw. kein Rollstuhl-Rückhaltesystem benutzt, riskiert eine Verwarnung in Höhe von 30 Euro.

Mofas und Motorräder nur mit Euro 4

Neue Motorräder und Kleinkrafträder müssen ab 2017 die Anforderungen der Schadstoffnorm Euro 4 erfüllen. Im Gegensatz zur bisher geltenden Euro-3-Norm erlaubt Euro 4 nur noch einen um mehr als die Hälfte reduzierten Schadstoffausstoß. Für Motorräder mit mehr als 175 Kubikzentimetern Hubraum ist zudem ein Geräuschlimit vorgeschrieben. Ihr Geräuschpegel darf 80 dB(A) nicht überschreiten.

Quads: Tempo statt Leistung

Bisher galt für Quads ein Leistungslimit von 15 Kilowatt. Ab 2017 wird die Obergrenze an der Höchstgeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde festgemacht. Das gleiche gilt auch für kleinere All Terrain Verhicles (ATV).                      

Klimaanlagen ohne Klimakiller

Klimaanlageregler in einem Auto
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Klimaanlagen in Fahrzeugen dürfen ab 2017 nicht mehr mit dem Kältemittel R134a befüllt werden. Es zählt zu den Mitteln mit fluorierten Treibhausgasen, deren GWP-Wert (GWP: Global Warming Potential) über 150 liegt, die nicht mehr erlaubt sind. Neuwagen werden ab 2017 nicht mehr zugelassen, wenn ihre Klimaanlage noch damit befüllt ist. Eine Ausnahme gilt lediglich aber für Fahrzeuge, deren Typengenehmigung bis Ende 2010 erteilt wurde.

Gigaliner auf deutschen Straßen

Ab Januar 2017 dürfen sogenannte Gigaliner regulär auf deutschen Autobahnen unterwegs sein. Rund 60 Prozent des Autobahnnetzes sind dafür zugelassen. In Berlin und im Saarland dürfen die Lang-Lkw allerdings nicht fahren. Bis Ende 2016 durften die bislang 159 Gigaliner die Autobahnen nur im Feldversuch nutzen.

Regelungen im Ausland • Nach Auskunft des ADAC droht in Italien ein Führerscheinentzug von bis zu zwei Monaten, wenn während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung telefoniert wird.
• In Italien und in den Niederlanden werden zudem die Bußgelder für Verkehrsverstöße angehoben.
• Motorradfahrer dürfen bereits seit November in Frankreich nur noch mit Handschuhen fahren.

In Planung

Telefonieren, lesen und schreiben am Steuer
Wer beim Fahren ohne Freisprecheinrichtung mit dem Handy telefoniert, könnte bald ein Bußgeld von 100 Euro riskieren. Auch die Benutzung anderer Geräte wie Tablets oder E-Book-Reader oder das Schreiben von Kurznachrichten während der Fahrt sollen härter bestraft werden.

Anreize fürs Carsharing
Carsharing soll attraktiver werden. Dazu sollen zusätzlich öffentliche Flächen als Parkplätze für Carsharing-Autos angeboten werden. Außerdem wird erwogen, auf Parkgebühren zu verzichten.

Abgas-Untersuchungen wieder am Endrohr
Voraussichtlich ab Mitte 2017 wird die Abgasuntersuchung (AU) wieder dort vorgenommen, wo die Abgase herauskommen: am Endrohr. Die Sondenmessung im Auspuff gilt als zuverlässiger als die zeitweilig benutzte On-Board-Diagnose, die nicht immer korrekt anzeigt, ob Abgaslimits überschritten werden.

Steuerliche Förderung für Flüssiggas und Erdgas
Wer mit Flüssiggas oder Erdgas tankt, darf hoffen: Im Februar will der Bundesrat darüber entscheiden, ob diese Kraftstoffe auch nach 2018 steuerlich begünstigt werden.

Strafe für Gaffer
Wer bei einem Unfall nur zuschaut, statt Erste Hilfe zu leisten, oder die Rettungskräfte behindert, könnte in Zukunft mit einer Freiheits- oder Geldstrafe bestraft werden. Geplant sind außerdem Strafen für das Verbreiten bloßstellender Aufnahmen, mit denen die Persönlichkeitsrechte verstorbener Personen verletzt werden. Bisher galt das nur für Lebende.

Illegale Rennen als Straftat
Die Teilnahme an illegalen Rennen könnte bald zur Straftat werden, die mit Geldstrafen, Freiheitsentzug und dem Einziehen des Führerscheins sanktioniert wird. Bisher wurde sie mit einem Bußgeld in Höhe von 400 Euro und einem einmonatigen Führerscheinentzug geahndet.

Zuletzt aktualisiert: 05. Januar 2017, 14:17 Uhr