An einer roten Klinkermauer ist eine graue Metallplatte befestigt, auf der sich zwei runde Klonhelknöpfe und eine Wechselsprechanlage befinden. Außerdem befindet sich unten ein Briefschlitz. Das Ganze sieht wie ein Gesicht aus.
Bildrechte: Colourbox.de

Neu ab 2016 Wohnen, fahren, verbrauchen

Bei der Förderung von Modernisierungsmaßnahmen tut sich was. Elektroautos sind nur noch fünf Jahre steuerfrei. Motorräder müssen besser bremsen und weniger verbrauchen. Und das Wohngeld wird angehoben.

An einer roten Klinkermauer ist eine graue Metallplatte befestigt, auf der sich zwei runde Klonhelknöpfe und eine Wechselsprechanlage befinden. Außerdem befindet sich unten ein Briefschlitz. Das Ganze sieht wie ein Gesicht aus.
Bildrechte: Colourbox.de

Mehr Wohngeld

Das Wohngeld steigt und auch die Zahl der Anspruchsberechtigten. Mit der zum 1. Januar 2016 in Kraft tretenden Reform wird nicht nur die Entwicklung der Kaltmieten berücksichtigt, sondern auch die Veränderungen bei den Heiz- und Wasserkosten. Wer bereits Wohngeld bezieht, erhält automatisch das höhere Wohngeld.

Rauchmelderpflicht wird ausgeweitet

In Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wird 2016 die bestehende Rauchmelderpflicht für Neubauten auch auf ältere Gebäude ausgeweitet. Berlin und Brandenburg haben weiterhin gar keine Rauchmelderplicht. In Sachsen müssen ab 2016 Rauchmelder zumindest jetzt in Neubauten eingebaut sein. Bis Ende 2016 müssen in Nordrein-Westfahlen die Lebensretter installiert sein in Schlaf- und Kinderzimmern und in Korridoren, die als Rettungswege zu Aufenthaltsräumen dienen könnten. Umsetzen müssen dies jeweils die Besitzer oder Vermieter von Wohnraum.

Rückgabe von Elektrogeräten

Ab 24. Juli sind Elektronikmarktketten und andere größere Fachhändler verpflichtet, ausrangierte Elektro- und Elektronikgeräte von Verbrauchern zurückzunehmen, um die Entsorgung zu vereinfachen. Auch Online-Händler müssen solche Möglichkeiten anbieten. Kleinere Geräte müssen in jedem Fall angenommen werden, größere Artikel wie Kühlschränke nur beim Kauf eines neuen.

Energielabel für alte Heizungsanlagen und für neue Wohnraumlüftungsanlagen

Alte Heizungen können ab 2016 mit einem Energieeffizienzlabel ausgestattet werden. Diese zeigen an - analog von denen zu Haushaltsgeräten - wie energiesparsam mit dem jeweiligen Modell geheizt werden kann. Eine Pflicht besteht das erste Jahr nicht - auf Nachfrage sind sie bei Energieberatern zu erhalten. Ab 01.01.2017 allerdings ändert sich das. Dann sollen die Label im Rahmen üblicher Kontrollen von Bezirksschornsteinfegern vergeben werden; 2016 nur für mehr als 29 Jahre alte Heizungsanlagen. Bis 2024 sollen schrittweise alle Kessel damit ausgestattet sein, die dann mehr als 15 Jahre alt sind. Für Verbraucher fallen hierfür keine Kosten an. Ineffiziente Geräte sollen so aufgedeckt werden. Das soll zu einem Austausch anregen.

Ab 1. Januar gibt es ein solches Energieeffizienzlabel auch für neue Wohnraumlüftungsanlagen. Kriterium ist, wie viel ein Gerät einspart gegenüber einer Lüftung durch Ankippen oder Öffnen eines Fensters. Wohnraumlüftungsanlagen, die weniger als 20 Kilowattstunden pro Jahr und Quadratmeter einsparen, sollen ab 2018 nicht mehr erlaubt sein.

Energieeffizientere Neubauten werden noch mehr gefördert

Von 50.000 Euro wird die Obergrenze von Förderkrediten bei der KfW für energieeffiziente Neubauten ab 1. April auf 100.000 Euro pro Wohneinheit erhöht. Dies gilt allerdings nur für Objekte, die mindestens den Standard "KfW-Effizienzhaus-55" erfüllen: Deren Energiebedarf darf nicht mehr als 55 Prozent der bis Ende 2015 geltenden Höchstgrenzen überschreiten. Wer energieeffizient saniert, wird auch belohnt mit mehr Zuschüssen über ein Förderprogramm  der KfW.  Voraussetzung: Modernisierungen, wie etwa ein Heizungsaustausch, müssen mit Gebäudesanierungsmaßnahmen kombiniert werden. 

Strengere Energiespar-Vorgaben bei Hausneubau

Neubauten von Wohnhäusern müssen künftig strengere Energiespar-Vorgaben erfüllen. Für Heizung und Warmwasser dürfen dann nur noch drei Viertel der bisher zulässigen Energiemenge benötigt werden. Bei der Wärmedämmung muss der Schutz rund 20 Prozent besser sein.

Ökostromumlage steigt

Die Sonderabgabe zur Förderung der Erneuerbaren Energien, kurz EEG-Umlage steigt 2016 wieder – von 6,17 auf 6,35 Cent pro Kilowattstunde. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt macht das Mehrkosten von knapp sechs Euro im Jahr aus. Vor Jahresfrist war die Umlage erstmals seit ihrer Einführung gesunken.

Keine gelbe HU-Plakette mehr

Wer im neuen Jahr noch eine gelbe HU-Plakette auf dem Kennzeichen hat, hat den Termin zur Hauptuntersuchung verpasst. Ab Januar dürfen nur noch Braun, Rosa und Grün unterwegs sein. Bei einer braunen Plakette ist die HU 2016 fällig, bei Rosa 2017 und bei Grün 2018.

Regelungen für Motoräder

Motorradfahrer auf einer Landstraße
Neue Motorräder müssen besser bremsen können. Bildrechte: Colourbox.de

Vom 1. Januar an müssen motorisierte Zweiräder, die ihre Typengenehmigung erhalten, der Abgasnorm Euro 4 entsprechen. Außerdem müssen neue Motorräder ab 2016 über ein ABS oder ein Kombi-Bremssystem verfügen.

Ausgenommen von diesen Regelungen sind Fahrzeuge mit einem Hubraum bis 50 Kubikzentimeter oder einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde fahren können.

Elektrofahrzeuge nur noch fünf Jahre steuerfrei

Wer sich ab 1. Januar 2016 ein reines Elektrofahrzeug anschafft, ist nur noch fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Bis Ende 2015 waren es noch zehn Jahre.

Kostenloses WLAN bei der Bahn

Die Deutsche Bahn will im neuen Jahr auch in der zweiten Klasse kostenloses WLAN anbieten. Bislang gibt es das nur für Fahrgäste in der ersten Klasse.

Verbraucherfreundlichere Immobilienkredite

Ab 21. März gelten neue Bestimmungen für Immobilienkredite. Für Bauspar-Kombikredite aus Darlehen und Bausparvertrag müssen Kreditinstitute einen einheitlichen Effektivzins angeben, in den alle Kosten eingehen. Banken müssen zudem vor Vertragsabschluss ausführlicher als bisher über die Kreditbedingungen informieren. Das Widerrufsrecht des Kreditnehmers wird auf ein Jahr befristet, wenn die Bank falsch oder gar nicht über das Widerrufsrecht belehrt hat. Altverträge von 2002 bis 2010 sollen nur noch bis 21. Juni 2016 widerrufbar sein.

Angebotsspektrum der Bausparkassen wird größer

Angesichts des anhaltenden Zinstiefs erweitert der Gesetzgeber den Spielraum für Bausparkassen. Sie sollen neben Bauspardarlehen künftig auch normale Hypothekenkredite vergeben dürfen. Die Refinanzierung soll durch die Ausgabe von Hypothekenpfandbriefen erleichtert werden. Bestehende Verträge können aber vermutlich nicht geändert werden.

Änderungen im Bleibe- und Ausweisungsrecht

Personen, die ohne Aufenthaltsrecht in Deutschland leben, sollen ab dem 1. Januar 2016 konsequent abgeschoben werden können. Wenn nötig zwangsweise. Die neuen Regelungen des Ausweisungs- und Abschieberechts sollen auch ermöglichen, dass gewaltbereite Extremisten durch die Anwendung des Ausländerrechts besser bekämpft werden können. Nach achtjährigem Aufenthalt erhalten Personen seit August 2015 nun ein Bleiberecht, Familien mit minderjährigen Kindern nach sechs Jahren. Dies gilt jedoch nur, wenn der Lebensunterhalt weitestgehend abgesichert ist, Deutschkenntnisse vorhanden sind und die Personen nicht straffällig geworden sind.

Zuletzt aktualisiert: 29. Dezember 2015, 15:10 Uhr