Festgottesdienst in der Schlosskirche in Wittenberg
Bereits 2016 fanden viele Menschen den Weg in die sanierte Wittenberger Schlosskirche Bildrechte: dpa

Vorschau auf das 500-jährige Reformationsjubiläum "Das hat unsere Stadt so noch nie erlebt"

Festgottesdienst in der Schlosskirche in Wittenberg
Bereits 2016 fanden viele Menschen den Weg in die sanierte Wittenberger Schlosskirche Bildrechte: dpa

Mit 2017 hat das Jahr des 500. Reformationsjubiläums begonnen. Zielpunkt der Feierlichkeiten ist der der 31. Oktober, wenn mit einem Staatsakt in der Wittenberger Schlosskirche an den Thesenanschlag Martin Luthers im Jahr 1517 erinnert wird. Doch in der Kleinstadt Wittenberg wird nicht erst im Oktober die Welt zu Gast sein.

Das hat unsere Stadt so noch nie erlebt.

Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör

Ein großer, evangelischer Kirchentag in Berlin – und sechs zeitlich parallele Kirchentage auf dem Weg in Mitteldeutschland zählen, schon rein zahlenmäßig, zu den Höhepunkten des Reformationsjubiläums. Zum abschließenden Festgottesdienst auf den Wittenberger Elbwiesen Ende Mai werden dabei 200.000 bis 300.000 Besucher erwartet.

Wir wollten einen wirklich großen Gottesdienst, zu dem wirklich alle eingeladen sind aus aller Welt.

Ellen Ueberschär, Generalsekretärin des evangelischen Kirchentags
Martin Luther Wittenberg
Bildrechte: IMAGO

Bevor es richtig losgeht mit dem Feiern, soll allerdings auch an die Schattenseiten der Reformation erinnert werden: bei einem ökumenischen Buß- und Versöhnungsgottesdienst in der Fastenzeit. Die Schweizer Theologin und Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au plädiert dafür, auch die komplizierten Seiten der Reformation in den Blick zu nehmen. Beispielhaft seien da Luther und die Juden sowie das Verhältnis der Reformation zu den Katholiken und den Freikirchen zu nennen.

Der Reformation und ihrer Wirkungsgeschichte widmen sich ab April auch die drei großen, nationalen Sonderausstellungen: "Luther und die Deutschen" auf der Wartburg zu den politischen und kulturellen Folgen der Reformation, das Lutherhaus in Wittenberg mit "95 Menschen – 95 Schätze" und das Deutsche Historische Museum in Berlin mit der Schau "Der Luthereffekt" zur weltweiten Vielfalt und den Konfliktpotenzialen des Protestantismus. Ebenfalls in Wittenberg präsentiert werden ab Mai die Werke von mehr als sechzig zeitgenössischen Künstlern, die sich mit den Ideen der Reformation auseinandersetzen.

Im Mai startet in Wittenberg auch die große Weltausstellung zur Reformation "Tore der Freiheit" – mit umfangreichem Diskussions- und Konzertprogramm. Dazu kommen im Reformationssommer 2017 dann noch die Konfirmanden- und Jugendcamps, ebenfalls mit Tausenden von Teilnehmenden. Große Herausforderungen für eine kleine Stadt, die Oberbürgermeister Zugehör nicht schrecken.

Seid unverzagt, seid mutig – das ist so klassisch lutherisch. Das wünschen wir uns, dass wir auch der Welt so gegenüber treten.

Wittenbergs Oberbürgermeister Torsten Zugehör

Über dieses Thema berichtete der MDR auch bei: MDR KULTUR - das Radio | 01.01.2017 | 08:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Januar 2017, 10:15 Uhr