Religion und Gesellschaft

Interreligiöser Kalender : Religiöse Feiertage im Mai

Im Mai erfahren Sie mehr über den Ridván-Tag, den Georgstag der Roma und natürlich Pfingsten.

2. Mai: 12. Ridván-Tag  (Bahá'í)

Am 2. Mai endet nach zwölf Tagen das Ridvánfest der Bahá’í. Das Fest erinnert an die Botschaft des Religionsstifters Bahá’ú’lláh im Jahr 1863 und ist das wichtigste religiöse Fest der Bahai. Für die Bahai entstammen alle Religionen einem göttlichen Ursprung; alle Religionen sind Stufen eines göttlichen Planes. Auch Bahá’ú’lláh war demnach ein Gottgesandter, der beauftragt war, Verheißungen früherer Religionen zu erfüllen und neue Impulse für die Entwicklung der Menschheit zu setzen.

Weitere besondere Tage der Bahá’i im Monat Mai sind der 23. Mai, der Tag der Erklärung des Báb, und der 29. Mai, der Todestag Bahá'u'lláhs.

5. Mai: Hidirellez  (Alevitisch)

Hidirellez wird von den Aleviten gefeiert. Der Feiertag erinnert an Hizir, einen alevitischen Heiligen, der auch im türkischen Volksglauben vorkommt. Er soll den Menschen Glück und Wohlstand bringen. Gefeiert wird in der Natur, besonders an Quellen und Flußläufen. Zu den Feiern gehören Losspiele. 

Im türkischen Volkskalender fällt Hidirellez zusammen mit Ruz-I Hizir, dem Tag des Sommeranfangs. Er unterteilt das Jahr in zwei Abschnitte: Die Zeit von Hidirellez am 6. Mai bis zum 8. November ist die Sommerzeit und hat 186 Tage, die auch Hizir-Tage genannt werden. Die Zeit vom 8. November bis zum 6. Mai ist die Winterzeit.

6. Mai: Georgstag der Roma

Der Heilige Georg
Der Heilige Georg

Das Georgsfest ist ein Frühlingsfest, das Glück und Wohlstand bringen soll. Es gehört zu den großen Feiertagen der Roma-Gruppen. Der Heilige Georg ist der Schutzheilige der serbisch-orthodoxen Roma und der Beschützer der Ostkirche.

Die Roma reinigen ihre Häuser und schmücken sie mit Kerzen und Zweigen. Wasser bestimmter Quellen dient zur rituellen Reinigung und soll zugleich vor bösen Einflüssen schützen. Die Roma feiern sieben Tage und beenden die Festzeit mit einem großen Fest.

9. Mai: Christi Himmelfahrt (römisch-katholisch, evangelisch)

Christi Himmelfahrt, Chromolithographie aus einer Hausbibel, ca. 1870.
Christi Himmelfahrt, Chromolithographie aus einer Hausbibel, ca. 1870

Seit dem 4. Jahrhundert feiern Christen 40 Tage nach Ostersonntag das Fest "Christi Himmelfahrt". Nach der Bibel wird der auferstandene Christus von Gott vor den Augen seiner Jünger "erhöht" und ist damit "bei Gott". Christus gibt den Jüngern den Auftrag zur Verkündigung des Evangeliums und verspricht ihnen dazu den Heiligen Geist.

In einigen Regionen wird an Christi Himmelfahrt nur Fleisch von Geflügel, also "fliegendes Fleisch" gegessen. In manchen katholischen Orten gibt es kleinere Flurprozessionen, um von der Ernte alles Schädliche, wie lange Nässe oder Dürre, abzuhalten. Hierzulande wird Himmelfahrt auch als "Vater- oder Herrentag" gefeiert.

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