Religion und Gesellschaft

Thema der Woche : Kinder und der Tod

Krebs macht vor keiner Altersgruppe Halt - auch nicht vor Kindern. Jährlich erkranken in Deutschland rund 2.000 Kinder und Jugendliche daran. Die Diagnose ist für Eltern schwer zu verkraften. Gut, wenn man dann weiß, wo man es Hilfe und Unterstützung gibt.

Vier Hände um eine Kerze.

Wenke ist 13 Jahre alt, als sie und ihre Familie erfahren, dass sie einen Hirntumor hat. Nicht einmal ein Jahr später ist Wenke tot. Sie starb wenige Wochen nach ihrem 14. Geburtstag so, wie sie es sich gewünscht hatte - zu Hause im Kreis ihrer Eltern und Geschwister.

Begleitet wurden Wenke und ihre Familie dabei von Hospiz ohne Mauern (HOMe), einer ambulanten Kinderpalliativinitiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, todkranken Kindern wie Wenke ein Sterben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen.

Wenn Kinder zu Hause sterben wollen

Zu Hause zu sterben ist nach wie vor für nur wenige Kinder möglich. In der Hoffnung auf ein medizinisches Wunder und aus Angst vor dem Sterben oder davor, etwas falsch zu machen und der hohen psychischen und physischen Belastung nicht standzuhalten, legen viele Mütter und Väter die Pflege ihrer todkranken Kinder in die Hände von Ärzten, Schwestern und Pflegern.

Für Wenke stand nach zwölf Wochen Therapie im Krankenhaus jedoch fest, in die Klinik geht sie nicht zurück. Auch in ein Hospiz wollte sie nicht gehen. Ihre Familie akzeptierte ihren Wunsch und richtete ihr einen Ort zum Sterben in ihrer Mitte ein. Dank des HOMe-Projekts konnte Wenkes Familie währenddessen so normal weiterleben, wie man mit einem sterbenden Kind in seiner Mitte leben kann. Und genau das ist das Ziel von Hospiz ohne Mauern, Familien mit schwerstkranken Kindern vor Ort zu betreuen: Medizinisch, pflegerisch, psychosozial und spirituell - wenn es sein muss auch über den Tod des Kindes hinaus. 

Am Rande eines Friedhofs unter einem Baum

Wenke ist eines Tages einfach eingeschlafen. An ihrem Bett standen ihre Mutter, ihr Vater, ihre beiden Brüder mit ihren Frauen und ihre kleine Nichte. Ein paar Tage später wurde Wenke am Rande eines Friedhofs unter einem Baum beerdigt - ganz so, wie sie es sich gewünscht hat. 

Hintergrund: Bücher für Kinder zum Thema Sterben und Tod

Irgendwann stellt jedes Kind die Frage nach dem Tod. Alle Eltern wissen das und haben selten eine unbefangene Antwort parat. In diesen Büchern für Kinder zwischen 4 und 10 Jahren gibt es Geschichten, die helfen. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 21. Juni 2012, 15:26 Uhr

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