Glaubwürdig | 04.06.2016 Meditativ-dunkle Musik von Mareike Greb

Auch beim Wave-Gotik-Treffen gibt es Gottesdienste. Die Musikerin Mareike Greb ist seit Jahren zu Gast beim Freundeskreis "Gothic Christ" und den überkonfessionellen Gottesdiensten.

Mareike Greb mag die schwarz-romantische Stimmung, die alljährlich zu Pfingsten über Leipzig liegt. Die Künstlerin fühlt sich bei den melancholischen und feingeistigen Veranstaltungen des Wave-Gotik-Treffens sehr wohl.

Empathisch und sensibel

Ihrer "schwarzen Seite" wurde sich Mareike Greb erst bewusst, als sie zum Studium nach Leipzig kam. Irgendwann stellte sie fest, dass ihr Freundeskreis zunehmend schwärzer wurde, sie fühlte sich zu den empathischen, sensiblen Menschen aus der Gothic-Szene hingezogen und hatte sofort einen Draht zu ihnen.

Sie selbst trägt nicht nur schwarz, denn als Schauspielerin, Tänzerin und Musikerin ist sie schon von Berufs wegen sehr bunt unterwegs.

Die Musikerin und Schauspielerin Mareike Greb
Bildrechte: Frieder Krenzlin

Seelen zum Schwingen bringen

Beim Wave-Gotik-Treffen geht es ihr nicht nur um die kulturellen Inhalte oder die Stimmung. Seit Jahren ist sie am Pfingstsonntag in der Peterskirche dabei, wenn der Freundeskreis "Gothic Christ" zu überkonfessionellen Gottesdiensten und geistlicher Musik einlädt.

Das Denken derjenigen, die in den Gottesdienst kommen, ist weit mystischer, als das selbst im katholischen Gottesdienst der Fall wäre. Das heißt, sie brauchen eigentlich eine andere Bildsprache, eine typische Gothic-Ästhetik. (…) Und sie brauchen ein ganz persönliches Erleben. Sie brauchen keine Bibelauslegung, keine theologische Abhandlung, was dieser oder jener Satz sagen soll.

Mareike Greb

Mit ihrer Band Lambda macht sie meditativ-dunkle Musik und möchte damit Seelen zum Schwingen bringen. Mareike Greb gehört zu einer Baptistengemeinde, die sie – wie sie sagt – als Heimat braucht.

Wenn man eine Klangschale oder einen Gong anschlägt, dann gibt es einen ganz, ganz tiefen Grundton. Und dieser ist so tief, dass man ihn eigentlich mit dem menschlichen Ohr nicht mehr hören kann. Alles das, was man hört, sind die Obertöne. Und ich glaube, dass Gott für mich so ein Grundton ist. Dass er nicht hörbar ist für das menschliche Ohr, aber dass er mich und mein gesamtes Sein so in Schwingungen versetzt, dass alles, was ich bin und was ich mache und was ich äußere – das sind eigentlich seine Obertöne, die er hervorbringt.

Mareike Greb

Zuletzt aktualisiert: 05. Juni 2017, 23:51 Uhr