Interreligiöser Kalender

Religiöse Feiertage im Mai 2017

Christi Himmelfahrt, Beginn des Ramadans und Vesakhhabuscha - das sind nur einige der wichtigsten Feiertage im Monat Mai. Außerdem findet der Deutsche Evangelischer Kirchentag in Berlin und Wittenberg statt.


1. Mai: 12. Tag des Ridvan

(Bahai)

Das Ridvan-Fest ist das größte und wichtigste Fest der Bahai, dauert 12 Tage und hat bereits im April begonnen. Das Fest erinnert an die Verkündigung des Religionsgründers Baha'u'llah im Garten Ridvan in der Nähe von Bagdad. Die Verkündigung des Baha'u'llah, er sei der von allen Religionen verheißene neue Gottesoffenbarer. Die Freude der Gläubigen darüber wird seit 1863 jedes Jahr zwölf Tage lang gefeiert. Während der Festtage denken die Gläubigen an den geistigen Neubeginn, der allen Menschen auf der Erde Frieden bringen soll. Höhepunkt ist das Ridvan-Fest am 28. April.


4. Mai: Gedenktag des Heiligen Florian


5./6. Mai: Hidirellez – Tag des Hizir Ilyas

Hidirellez - ein religiöses Fest der Bahai
Auch Krimtataren feiern das Hidirellez-Fest Bildrechte: IMAGO

(alevitisch)

Hidirellez ist ein alevitischer Feiertag, der an Hizir erinnert. Hizir wird als Schutzpatron des Landes verehrt und trifft sich der Überlieferung zufolge in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai Ilyas, mit dem Schutzpatron der Meere, auf der Erde. Da die Aleviten glauben, dass Hizir und Ilyas einst das Wasser der Unsterblichkeit tranken, wird Hidirellez in der Natur gefeiert. Besonders beliebt sind Quellen und Flussläufe, an denen die Gläubigen um Gesundheit und Genesung bitten. Einer anderen Tradition folgend werden am 6. Mai verschiedene Teigwaren gebacken und mit den Nachbarn geteilt.


6. Mai: St. Georgsfest der Roma 

Das Georgsfest gehört zu den großen Feiertagen der Romaund wird nach dem julianischen Kalender berechnet. Es ist ein Frühlingsfest, das Glück und Wohlstand bringen soll. Der Heilige Georg wird als Schutzheiliger insbesondere der serbisch-orthodoxen Roma und als Beschützer der Ostkirche verehrt. Im Vorfeld des Georgsfestes reinigen die Roma ihre Häuser und schmücken sie mit Kerzen und Zweigen. Wasser bestimmter Quellen dient zur rituellen Reinigung und soll zugleich vor bösen Einflüssen schützen. Insgesamt feiern die Roma sieben Tage lang.

Der Georgstag wird auch in den westlichen Kirchen begangen. Da diese dem gregorianischen Kalender folgen, ist der Georgstag hier am 23. April.


9. Mai: Nrsimha Caturdasi

(hindusitisch)

Beim traditionellen Sri Narasimha-caturdasi oder auch Nrsimha Caturdasi wird die Ankunft von Lord Nrsimhadeva, der Halb-Mensch-Halb-Löwen-Inkarnation Krishnas gefeiert.


10. Mai: Vesakhhabuscha

(buddhistisch)

Vesakh ist der höchste buddhistische Feiertag und wird nach dem Lunisolarkalender am Vollmond des vierten Monats, also am 10. Mai 2017 von Buddhisten weltweit gefeiert.

Der Tag ist auch als Vesakh Puja, Visak, Vesak, Wesak oder schlicht als Buddha-Tag bekannt. Aufgrund des Lunisolarkalenders variiert das Datum im Gregorianischen Sonnenkalender von Jahr zu Jahr. Gefeiert werden die Geburt, das Erwachen, bzw. die Erleuchtung, sowie die Verlöschung, also das Eingehen ins Nirvana, Buddhas. Verschiedene Glaubensrichtungen feiern Veskah an unterschiedlichen Tagen.


10. Mai: Berat Kandili – Nacht der Vergebung

(islamisch)

In der Nacht vom 10. Zum 11. Mai feiern muslimische Gläubige in diesem Jahr Berat Kandili - auch als Lailat al-Baraat bekannt- die Nacht der Vergebung. Dieser Feiertag wird besonders unter sunnitischen Muslimen begangen und verspricht den Segen Gottes. Der genaue Ursprung von Berat Kandili ist umstritten. Umso eindeutiger ist die Bedeutung, die die Gläubigen dieser heiligsten aller Nächte im Islam beimessen. Für sie ist sie Quell der Erlösung, der Befreiung von Sünden und Verfehlungen.


14. Mai: Lag BaOmer

Mann mit Kind auf den Schultern tanzt auf dem jüdischen Fest, Lag Ba'Omer.
Ultraorthodoxe Juden feiern tanzend Lag BaOmer in Jerusalem Bildrechte: dpa

(jüdisch)

Lag BaOmer ist ein jüdisches Freudenfest am 33. Tag der jüdischen Trauerzeit Omer. Sie erinnert an das Ende einer Seuche, an der 24.000 Schüler des Rabbi Akiwas gestorben sein sollen.

Die Seuche war laut Überlieferung ausgebrochen, weil die Schüler respektlos miteinander umgegangen waren. Am 33. Tag hörte die Seuche auf. Die Trauerzeit Omer liegt zwischen Pessach und Schawuot und dauert insgesamt 49 Tage.


23. Mai: Verkündigung des Bab

(Bahai)

Dieser Feiertag erinnert Bahai an eine Begegnung zwischen dem islamischen Gelehrten Mulla Husayn und dem jungen Kaufmann Muhammad-Ali im Mai 1844. Dabei erklärte Muhammad-Ali, dass er der Verheißene sei.

Laut Überlieferung sprachen die beiden über Husayns Suche nach dem Verheißenen, auf den die Angehörigen vieler Religionen in dieser Zeit warteten. In dem Gespräch berichtete Husayn auch über seine Erkennungszeichen. Muhammad-Ali trug sie alle und erklärte Husayn, dass er der Bab sei. Das arabische Wort "Bab" bedeutet "Tor" und meint in diesem Fall den Verheißenen.


24. – 28. Mai: 36. Deutscher Evangelischer Kirchentag  in Berlin und Wittenberg

Der Kirchentag findet vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg statt. Er gehört zugleich zum Programm des Jubiläumsjahres aus Anlass des Beginns der Reformation vor 500 Jahren. Das Motto für den Kirchentag 2017 lautet "Du siehst mich". Nach 1951, 1961, 1977 und 1989 (West-Berlin) sowie 2003 (Ökumenischer Kirchentag) ist der Kirchentag zum sechsten Mal in Berlin zu Gast.


25. Mai: Christi Himmelfahrt

Christi Himmelfahrt, Chromolithographie aus einer Hausbibel, ca. 1870.
Christi Himmelfahrt, Chromolithographie aus einer Hausbibel, ca. 1870. Bildrechte: IMAGO

(christlich)

 40 Tage nach Ostern und zehn Tage vor Pfingsten feiern Christen auf der ganzen Welt das Fest Christi Himmelfahrt. Biblische Grundlage für dieses seit dem vierten Jahrhundert begangene Fest ist das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament, in dem die Jünger von der Aufnahme Jesus Christus‘ in den Himmel berichten: "Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken" (Apostelgeschichte 1,9).

In der katholischen Kirche sind die drei Tage vor Christi Himmelfahrt traditionelle Bitttage. Sie wurden erstmals im vierten Jahrhundert in der römischen Kirche eingeführt und gingen ab dem achten Jahrhundert mit Prozessionen einher – Prozessionen, die die Gläubigen nutzten, um für eine gute Ernte zu beten. Diese Flurprozessionen haben sich in manchen katholischen Orten bis heute erhalten: Dabei ziehen die Gemeinden und ihre Priester mit einem vorangetragenen Kreuz durch die Wiesen und Felder und bitten an Bildstöcken, Wegkreuzen und Feldkapellen um die Bewahrung der Schöpfung, um Arbeit für alle, Frieden, Brot für die Welt und Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben.

Diese Prozessionen könnten eine mögliche Erklärung für die heute zu Christi Himmelfahrt üblichen weltlichen Männertags-Umzüge sein – und auch schon im Mittelalter endeten für die Männer die Himmelfahrts-Prozessionen im Wirtshaus.


27. Mai: Beginn des Ramadans

Feuerwerk zum Beginn des Ramadan.
Feuerwerk zum Beginn des Ramadan in Gaza City Bildrechte: IMAGO

(islamisch)

Am 27. Mai beginnt in diesem Jahr der muslimische Fastenmonat Ramadan. In ihm wurde der Überlieferung zufolge der Koran herabgesandt. Deshalb steht dieser Monat ganz im Zeichen der inneren Einkehr, des sozialen Engagements und der persönlichen Läuterung. Um sich auf all das besser konzentrieren zu können, fasten die Muslime während dieser Zeit. Ganze 30 Tage lang sind sie in jederlei Hinsicht enthaltsam: Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang essen und trinken sie nichts und verzichten auf jeglichen Luxus.

In der Fastenzeit gelten aber auch noch andere Regeln. Dazu gehört es, besonders innig zu beten und zu versuchen, nett zueinander zu sein. Muslimische Gläubige versuchen es deshalb zu vermeiden, während des Ramadans zu streiten oder andere schlechte Dinge zu tun.

Von Sonnenuntergang bis zum Sonnenaufgang wird das Fasten unterbrochen. Muslimische Familien und Gläubige treffen sich zu einem gemeinsamen Nachtmahl und zum Gebet. Dazu laden sie auch Freunde, Nachbarn und bedürftige Menschen ein. Am späten Abend dann beten die Muslime das Tarawih-Gebet, ein spezielles Ramadan-Gebet. Oft versammeln sie sich hierfür in der Moschee. Für wen das nicht möglich ist, betet das Tarawih-Gebet zu Hause.

Programmtipp: Gedanken zum Ramadan | MDR FERNSEHEN | 26.05.2017 | 18:50 Uhr

Nach dem feierlichen Beginn des Fastenmonats Ramadan am Mittwoch (11.08.2010) in der Mevlana Moschee in Delmenhorst, vollziehen Muslime und Christen gemeinsam nach Sonnenuntergang das Fastenbrechen an einem großem Buffet.
In einer Moschee in Delmenhorst vollziehen Muslime und Christen nach dem feierlichen Beginn des Fastenmonats Ramadan gemeinsam nach Sonnenuntergang das Fastenbrechen an einem großem Buffet. Bildrechte: dpa


Da sich der Islam am nur 354 Tage langen Mondkalender orientiert, fällt der Ramadan in jedem Jahr auf ein anderes Datum. Je nach Jahreszeit kann es also sehr belastend sein, auf Essen und Trinken zu verzichten. Deshalb sind Kinder, Alte, Kranke und geistig Behinderte, Wöchnerinnen und Schwangere vom Fasten ausgenommen. Für alle anderen ist die Einhaltung des Ramadans eine religiöse Pflicht. Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islams und ist in zahlreichen islamischen Staaten gesetzlich geregelt. Vielerorts wird die Nichteinhaltung der Fastenpflicht bestraft. In Saudi-Arabien riskieren sogar Nichtmuslime eine Verurteilung, wenn sie im Ramadan während des Tages in der Öffentlichkeit essen, trinken oder rauchen.

Das Ende des Ramadans wird mit dem Fest des Fastenbrechens begangen. Das Fest des Fastenbrechens ist nach dem muslimischen Opferfest der höchste islamische Feiertag.


28. Mai: Hinscheiden Bahá’u’Iláhas

(Bahai)

Baha’ullah war der Religionsstifter der Bahai. Er wurde 75 Jahre alt und lebte viele Jahre in Gefangenschaft und Verbannung. In dieser Zeit verkündete er seine Botschaft des Friedens und der Einheit für die ganze Menschheit. In der Nacht zum 29. Mai 1892 starb Baha’ullah und verließ damit das irdische Leben. In dieser Nacht lesen und beten die Bahai in jedem Jahr aus den heiligen Schriften oder treffen sich zu Andachten in ihren Gemeinden.

Das Grabmal des Baha’ullah liegt in Bahji in der Nähe von Akkon. Es ist für Bahai der heiligste Ort und eine Pilgerstätte. Auch beim täglichen Gebet wenden sie sich in die Richtung des Grabmals Baha’ullahs.


31. Mai/1. Juni: Schawuot

(jüdisch)

Schawuot feiern Juden fünfzig Tage nach Pessach. Schawuot erinnert die Juden an den Empfang der Zehn Geboten, der Tora und an den Bund der Juden mit Gott am Berg Sinai. Außerdem beginnt mit dem Fest die Getreideernte.

Zu Schawuot schmücken viele Juden ihre Häuser und Synagogen mit Zweigen und Blumen. Damit danken sie Gott für die ersten Früchte des Jahres.

Im Nachtgottesdienst zu Beginn des Feiertages wird aus dem 2. Buch Mose in der Tora gelesen. Die Tora ist für Juden das Wort Gottes und sein Geschenk. Daher ist ihnen das Buch besonders heilig. Mit dem nächtlichen Studium bereiten sich die Besucher des Nachtgottesdienstes auf den Tag des Empfangs der Tora am Berg Sinai vor. Dort soll Gott den Hebräern auch versprochen haben, dass in ihrem neuen Land Israel Milch und Honig fließen werden. Als Erinnerung daran decken viele Juden an Schawuot den Tisch mit Milchspeisen und Kuchen.