Legenden & Bräuche zum Martinstag Vom geteilten Mantel und verräterischen Gänsen

Am 11. November beginnt nicht nur die fünfte Jahreszeit. Um den 11. November herum sieht man wieder die Laternenumzüge der Kinder und aus den Backröhren steigt der Duft von Gänsebraten. Der 11. November ist eben auch Martinstag. Wer war dieser Mann und woher kommen die Bräuche?

Kinder ziehen beim Sankt-Martins-Umzug mit Laternen durch die Straßen
St. Martin hoch zu Pferd und Kinder mit Laternen - so erinnern wir heute bei Umzügen an den Heiligen. Bildrechte: dpa

In die Endzeit des Kirchenjahres fällt der Gedenktag des Bischofs Martin von Tours, der sich bei evangelischen wie katholischen Christen einer ungebrochenen Popularität erfreut.

Felix Seibert-Daiber macht sich Gedanken zum Martinstag.
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Do 09.11.2017 12:43Uhr 02:32 min

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Die Legenden: Hoch zu Ross, doch voller Mitleid

Eine Laterne mit der Darstellung des heiligen Martin von Tours leuchtet im dunkeln. Im Hintergrund brennt ein Feuer.
Eine Laterne mit der Darstellung des heiligen Martin von Tours Bildrechte: IMAGO

Die Begebenheit, an die bis heute das Martinsbrauchtum und die Martinslegende erinnert, soll sich 334 in Amiens ereignet haben: Es ist kalt. Martin ist 18 Jahre alt und noch kein Christ. Er reitet hoch zu Ross und begegnet einem frierendem Bettler am Stadttor. Voller Mitleid teilt der junge Soldat seinen Mantel mit dem Schwert, um dem Bettler eine Hälfte abzugeben. In der Nacht danach erscheint ihm Christus im Traum und gibt sich als der Bettler zu erkennen, dem Martin den Mantel geschenkt hat. Martin lässt sich taufen und wird Schüler des Bischofs Hilarius von Portiers.

Martin lebt darauf hin als Einsiedler, Mönch und Klostergründer, bis er gegen seinen Willen zum Bischof von Tours berufen wird. Auch mit seiner Bischofsberufung ist eine Legende verbunden: Sie erzählt, dass Martin sich in einem Gänsestall versteckte, um sich dem Amt zu entziehen, jedoch von den Gänsen durch ihr Geschnatter verraten wurde. Heute verbinden viele Menschen die Gänse mit der Rede von der "dummen Gans" - eine falsche Redensart. Weder sind Gänse "dumm" noch haben sie in der historischen Tradition eine untergeordnete Rolle gespielt.

Die Biografie: Vom römischen Soldaten zum Heiligen

Darstellung des Hl. Martin über dem Seiteneingang der katholischen Kirche St. Martin in Kallmerode im Eichsfeld.
Darstellung des Heiligen Martin über dem Seiteneingang der katholischen Kirche St. Martin in Kallmerode im Eichsfeld Bildrechte: MDR/Saskia Barthel

Martin wurde um 316/317 im heutigen Szombathely in Ungarn geboren. Als Sohn eines römischen Offiziers war er gesetzlich zum Dienst im Militär verpflichtet. So wurde er zunächst Soldat. Mit 18 ließ er sich taufen und entschied sich drei Jahre nach seiner Taufe wegen seines Glaubens aus dem Militärdienst auszuscheiden.

Später als Bischof behielt er das asketische Leben bei, das er als Mönch geführt hatte. Er missionierte, kämpfte gegen keltische Kulte und fällte wie Bonifatius kultisch verehrte Bäume. Weil er Menschen heilte und Dämonen austrieb, wurden ihm außergewöhnliche Kräfte zugeschrieben. Am 8. November 397 starb Martin, am 11. November wurde er beigesetzt. Bald wurde sein Leben von Sulpicius Severus beschrieben, so wurde er über die Grenzen des Frankenreiches hinaus bekannt. Der Frankenkönig Chlodwig bestimmte Martin zum Nationalpatron der Franken.

Über dieses Thema berichtet auch das MDR FERNSEHEN in: Gedanken zum Martinstag | 10.11.2017 | 18:50 Uhr
MDR THÜRINGEN JOURNAL | 10.11.2017 | ab 19 Uhr

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Stichwort: Martini

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Stichwort: Martinus - Der römische Vorname ...

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nimmt Bezug auf den Kriegsgott Mars und bedeutet etwa "zum Mars gehörend" oder "Kämpfer, Kriegerischer". Mit Martin von Tour wird daraus ein christlicher Vorname. Auch Mätes, Martini, Merten, Mertens gehen drauf zurück.

Stichwort: Gänse als Begleiter des Mars

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Gänse sollen die Stadt Rom durch ihr warnendes Geschrei vor einem feindlichen Überfall bewahrt haben. Bei den Germanen war die Gans Symboltier Wotans, Opfertier und Verkörperung des Vegetationsgeistes.