Tatorte der Reformation | MDR FERNSEHEN | 05.10.2017 | 22:35 Uhr Verdächtigt in Erfurt

Der junge Martin Luther steckt in einer Lebenskrise: Soll er sein Studium abbrechen, soll er heiraten? Dann zieht plötzlich ein Gewitter auf und ein Blitz schlägt neben ihm ein. In seiner Not ruft er die heilige Anna an und gelobt, ein Mönch zu werden. Alles nur eine Legende? Julian Sengelmann begibt sich auf Spurensuche in Erfurt.

Als angehender Jurist hatte er die besten Aussichten auf eine Karriere. Warum ging Martin Luther 1505 plötzlich ins Kloster? Die Legende erzählt von einem Sommergewitter und einem Versprechen an die heilige Anna. Andere Quellen erzählen aber von einem geheimnisvollen Studienkameraden, Hieronymus Buntz, der unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen sein soll. Starb er infolge eines studentischen Duells mit Martin Luther?

Julian Sengelmann recherchiert Beweise für die Schuld oder die Unschuld des späteren Reformators.

Die Tatorte der Reformation Spurensuche in Erfurt

Mann neben Baum
An dieser Stelle soll Martin Luther beschlossen haben, Mönch zu werden. Doch warum diese Entscheidung? Zwei Legenden kursieren, warum sich Luther entschloss, ins Kloster zu gehen: ein heftiges Gewitter und ein Duell mit einem Freund, bei dem jener sein Leben ließ. Julian Sengelmann geht diesen Gerüchten auf den Grund. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Mann neben Baum
An dieser Stelle soll Martin Luther beschlossen haben, Mönch zu werden. Doch warum diese Entscheidung? Zwei Legenden kursieren, warum sich Luther entschloss, ins Kloster zu gehen: ein heftiges Gewitter und ein Duell mit einem Freund, bei dem jener sein Leben ließ. Julian Sengelmann geht diesen Gerüchten auf den Grund. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tatorte der Reformation - Erfurt
1501 kommt Martin Luther zum Studieren an die Uni Erfurt. Zum Leben als Student gehörte damals auch das Fechten. Hat Luther das gelernt? Bildrechte: MDR/EIKON Nord
Zwischen einem Mann und einer Frau steht ein Tisch
Durch das alte Gemäuer lässt sich Julian von Irene Mildenberger führen. Sie zeigt ihm auch Luthers Zimmer, heute "Lutherzelle" genannt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tatorte der Reformation - Erfurt
Julian besucht die Klosterbibliothek, in der sich die größte Sammlung von Luthers Schriften befindet. Bildrechte: MDR/EIKON Nord
Eine Frau und ein Mann beugen sich über ein Buch
Erst im Stadtarchiv wird Julian fündig und findet wenigstens eine Antwort auf seine vielen Fragen. Dabei hilft ihm Dr. Antje Bauer, die ihm ein interessantes Buch vorlegt. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Tatorte der Reformation - Erfurt
Julian Sengelmann jedenfalls nimmt Fechtunterricht bei Andreas Jacob. Bildrechte: MDR/EIKON Nord
Das Augustinerkloster in Erfurt
Ins Kloster geht Luther 1505. Das Leben hier war sehr spartanisch. Warum nur wollte Luther Mönch werden? Wollte er sich vor der Justiz verstecken? War er in einer Sinnkrise? Bildrechte: MDR/Mayte Müller
Tatorte der Reformation - Erfurt
In einer der ältesten Kneipen Erfurts ist Julian verabredet - mit Pater Jakob vom Augustinerorden. Er erklärt, warum Luther Mönch geworden sein könnte. Bildrechte: MDR/EIKON Nord
Zwei Männer stehen vor einer Bücherwand
Dr. Michael Ludscheidt leitet diese Bibliothek. Weiß er, wie sich Luther hier gefühlt haben könnte? Gibt es hier Hinweise auf den Tod von Luthers Freund Hieronymus Buntz? Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Stichwort: Das Augustinerkloster in Erfurt Das evangelische Augustinerkloster in Erfurt steckt voller Geschichte. 1277 wurde mit dem Bau des Klosters begonnen. Anfang des 16. Jahrhunderts folgte der Bau eines separaten Bibliotheksgebäudes. Bis 1350 werden Konventsgebäude und Klosterkirche errichtet, noch heute ist die Kirche in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten. Am 17. Juli 1505 trat Martin Luther in den Augustiner-Eremiten-Orden ein, und im Mai 1507 las er in der Klosterkirche seine erste Messe. Luther lebte mit einigen Unterbrechungen bis Herbst 1511 im Erfurter Kloster. Bereits 1520, also nur drei Jahre nach Luthers Thesenanschlag in Wittenberg, wurde die Augustinerkirche in Erfurt evangelisch. 1559 übernimmt die Stadt das Kloster.

In den folgenden Jahrhunderten wird das Kloster in Teilen immer wieder modernisiert. Beispielsweise erhält es im 17. Jahrhundert eine barocke Ausstattung. Von 1834 bis 1846 wird der Westflügel nach einem Entwurf von Schinkel umgebaut. Im 21. Jahrhundert wird das Kloster umfangreich restauriert und rekonstruiert. Heute ist das ehemalige Kloster mit seinen historischen und neuen Gebäuden ein Kulturdenkmal von besonderer nationaler Bedeutung.

Das Augustinerkloster in Erfurt
Das Augustinerkloster in Erfurt. Bildrechte: MDR/Mayte Müller

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2017, 13:03 Uhr