Arzt, Wissenschaftler und Autor
Grönemeyer, Dietrich: Porträt
Dietrich Grönemeyer wurde am 12. November 1952 in Clausthal-Zellerfeld geboren und wuchs in Bochum auf. Sein jüngster Bruder Herbert ist als Musiker und Schauspieler bekannt. Grönemeyer studierte Medizin in Kiel, Sinologie und Romanistik in Bochum und machte 1978 sein Examen in Humanmedizin. 1982 wurde er an der Universität Kiel zum Dr. med. promoviert. 1990 folgte die Habilitation an der Universität Witten/Herdecke.
Grönemeyer spezialisierte sich als Arzt zunächst auf die Radiologie. Ab Ende der achtziger Jahre beschäftigte er sich mit der Mikrotherapie und entwickelte diese fortschrittliche Technik besonders zur Behandlung von Tumoren, Bandscheibenschäden, Gelenken und Schmerzen maßgeblich weiter. 1988 entfernte er zum ersten Mal einen Tumor, während der Patient im offenen Kernspintomographen lag. Operationswerkzeug war ein feiner Laserstrahl. Im gleichen Jahr gelang mit ähnlicher Technik auch die Operation eines Bandscheibenvorfalls. Sein Grundgedanke ist es, den Patienten durch den Eingriff möglichst wenig zu verletzen, Grönemeyer spricht von "mikro-invasiver" Technik. Dies machen extrem miniaturisierte Instrumente möglich, die unter Grönemeyers Anleitung entwickelt wurden und heute weltweit verkauft werden. Er selbst bezeichnet seine Operationsmethode als "ökologische Medizin" im Sinne einer maximalen Schonung des Patienten.
In der Tumorbehandlung hat Dietrich Grönemeyer die Bekämpfung durch computertomografisch gesteuerte, lokale Erwärmung weiterentwickelt - als Ergänzung der chirurgischen und der medikamentösen Methode. Er gilt als Vater der Mikrotherapie, deren Begriff 2002 in das Klinische Wörterbuch Pschyrembel aufgenommen wurde. Schon 1991 hatte Grönemeyer sein "Entwicklungs- und Forschungsinstitut für Mikrotherapie" mit Sitz an der Universität Witten/Herdecke gegründet. Fünf Jahre später folgte das "Grönemeyer Institut für Mikrotherapie" als ambulante Therapieeinrichtung in Bochum und 2005 die "Grönemeyer Clinic für Mikromedizin" in Essen. Seit 1996 hat Dietrich Grönemeyer eine Professur für Radiologie und Mikrotherapie in Witten/Herdecke inne. Sein Lehrstuhl für Mikrotherapie ist der weltweit erste in dieser Disziplin.
In der gesundheitspolitischen Debatte meldete sich Prof. Dr. Grönemeyer bisher als Kritiker der "Gesundheitsreform" zu Wort. Schon in seinem Buch "Med. in Deutschland" plädierte er für eine geschlossene medizinische Versorgung aller Bürger, die Schul- und High-Tech-Medizin, Naturheilkunde und psychologisch-soziale Therapie integriert. Seit langem fordert er die Einführung eines Schulfachs "Gesundheit", denn das Wissen über die Stärkung von Körper und Geist sollte, nach seiner Meinung, zur Basisausrüstung eines jeden Menschen gehören. Dafür hat Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer ein Konzept erstellt, das die Bereiche Kochen, Sport und Körperwissen umfasst.
Im August 2006 erschien sein neues Buch "Lebe mit Herz und Seele". Darin präsentiert er sieben Haltungen zur Lebenskunst, die den Menschen wieder zu seiner eigenen Mitte führen, die Körper und Seele Kraft und Zuversicht geben sollen. Grönemeyer möchte den Lesern mit diesem Buch Mut machen und deren Lebensfreude, Selbstverantwortung und Selbstbestimmung anregen. Frei nach dem Motto: "Mensch, bleib ganz bei dir selbst. Lebe das Leben - intensiv, genussvoll, leidenschaftlich und gemeinschaftlich." Neben Erkenntnissen aus seiner langjährigen ärztlichen Tätigkeit erfährt man zum Beispiel auch, wie wichtig dem Vater dreier Kinder enger Familienzusammenhalt und die Verwurzelung in Heimat und Glauben sind.
Erstellt am 16. September 2003, aktualisiert am 05. Oktober 2006
Adresse:
Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer
Grönemeyer Institut für MikroTherapie GbR
Universitätsstraße 142
D-44799 Bochum
