Kabarettist und Musiker
Rüdiger Hoffmann im Porträt
Rüdiger Hoffmann hat sich als Entdecker der Langsamkeit in die Herzen der Zuschauer gespielt. In seinem aktuellen Programm "Sex oder Liebe", einer Mischung aus Comedy-Nummern und Songs aus seinem neuen Musikalbum, setzt er sich pointen- und facettenreich mit dem Verhältnis von Sex und Liebe auseinander.
Rüdiger Hoffmann wurde 1964 in Paderborn geboren. Sein Vater war zwar ein guter Pianist und Sänger, konnte seine Leidenschaft aber nicht zum Beruf machen, da er nach dem Krieg seine Familie ernähren musste. Schon während der Schulzeit stand Rüdiger Hoffmann mit diversen Rock- und Theatergruppen auf der Bühne. Nach dem Abitur begann er Klavier und klassischen Gesang mit Lehramt zu studieren, brach das Studium aber vorzeitig ab. Er tingelte jahrelang durch Kleinstadt-Clubs, trat auf Studentenfeten, bei Altenheim-Nachmittagen und auf Schützenfesten auf. Schon damals fiel ihm auf, dass sein Publikum besonders viel lachte, wenn er eine Pause machte.
In den Anfangsjahren seiner Karriere spielte er fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sein Durchbruch kam erst mit der Comedywelle Anfang der 90er Jahre und den damit verbundenen, zahlreichen Fernsehauftritten, zum Beispiel im "Quatsch Comedy Club" auf Pro7 oder bei "RTL Samstag Nacht". Dort war er von 1993 an Stammgast. Hoffmann gehörte neben Helge Schneider und Tom Gerhard zu einem der ersten Comedians, die in großen Hallen spielten, so zum Beispiel 1995 mit seiner erste Solo-Tournee "Der Hauptgewinner". Einige seiner CDs und Bücher wurden Bestseller.
Als Höhepunkt seiner bisherigen Karriere kann man seinen Auftritt im Jahre 1996 vor 80.000 Menschen beim "Schüttdorf Open Air" im Vorprogramm der "Rolling Stones" hervorheben. In den darauffolgenden Jahren tourte er mit seinen Programmen "Asien, Asien", "Ich komme...!", "Ekstase", "Rüdiger Hoffmanns Kostbarkeiten - Das Beste aus fünf Programmen" und "Der Atem des Drachen" durch die Lande. 2004 bekam er in dem Film "7 Zwerge Männer allein im Wald" als "Spieglein an der Wand" seine erste Kinorolle. Im Laufe seiner bisherigen Karriere erhielt er mehrere Kleinkunstpreise und Goldene Schallplatten. 1999 wurde er mit der Goldenen Europa und dem Echo (Kategorie Comedy) ausgezeichnet. Privat ist Rüdiger Hoffmann seit 1998 glücklich mit Ehefrau Heike verheiratet und wurde 2007 Vater eines Sohnes namens Mika.
"Mir ist es ein Rätsel, wie Typen einmal im Jahr eine rote Nase aufsetzen und extrem ausgelassen sein können, und wenn sie morgens aufwachen, sind sie wieder dieselben griesgrämigen Korinthenkacker, die sie vorher waren."
"Leipziger Volkszeitung", 01.09.2007
Seine unverwechselbaren Markenzeichen sind die phlegmatisch-entspannte Sprechweise, sein trockener Humor und seine beiden Eröffnungssätze: "Hallo erst mal. Ich weiß nicht, ob Sie es schon wussten ..." Die Charaktere seiner Programme sind oft kleine Spießer, gewisse autobiographische Züge schließt Hoffmann nicht aus. Mit seinem Zeitlupenhumor nimmt er eine sympathische Gegenposition zum schnelllebigen TV-Humor im Sekundentakt ein.
Mit der Zeit wurden zwar seine Pointen auch kürzer und dosierter, seine Figuren sprachen nicht mehr so langsam und Hoffmann selbst trägt auch nicht mehr sein ewig graues Sakko, sondern Jeans und T-Shirt - aber den typischen Hoffmann, der am Klavier Geschichten erzählt, den kann man immer noch erleben. Spielerisch harmonische Melodien und absurde Texte gehörten schon von früh an zu seinen Auftritten. Privat hört er gern Hardrock, Hip-Hop, Klassik oder Chillout. Hoffmann selbst bezeichnet sich eher als introvertiert. Sein persönlicher Trick gegen Lampenfieber: Trotz Sehschwäche tritt er ohne Kontaktlinsen auf, dann nimmt er das Publikum nur noch schemenhaft wahr.
Im August 2007 erschien "Sex oder Liebe", sein erstes reines Musik-Album. Dreizehn bissige Songs erzählen ironische Geschichten rund um die schönste Nebensache der Welt. Rüdiger Hoffmann hat es gemeinsam mit den Echo-Preisträgern Frank Ramond und Matthias Hass, die bereits mit Roger Cicero und Udo Lindenberg gearbeitet haben, aufgenommen. Mit seinem neuen Comedy-Programm und der neuen CD ist er seit September 2007 auf Deutschland-Tour – besonders gern auch in Ostdeutschland.
"Die Leute im Osten sind einfach sensibler und aufgeschlossener als im Westen. Das merke ich in der Show, wenn über Feinheiten gelacht wird, die im Westen eher untergehen."
"Leipziger Volkszeitung", 01.09.2007
