Die ungarische Rockgruppe "Omega" um Sänger János Kóbor macht im Sommer 1982 im Rahmen ihrer Konzert-Tournee durch die DDR in Berlin Station. Vor 35.000 Fans spielte die Band im Kulturpark Berlin im Plänterwald.
Omega spielten im Sommer 1982 vor 35.000 Fans im Berliner Plänterwald. In der DDR spielte die Band nicht allzu oft - mit der DDR-Kulturbürokratie hatten Omega so ihre Probleme. Bildrechte: dpa

Ungarische Rockband zwischen Ost und West Omegas Ritt auf der Rasierklinge

Schon in den 60ern wurden Omega bekannt in Ost- und Westeuropa - nahmen Platten in London und Budapest auf. Politisch war es ein Ritt auf der Rasierklinge, ein Bandleben zwischen Europatour und Albumzensur.

Die ungarische Rockgruppe "Omega" um Sänger János Kóbor macht im Sommer 1982 im Rahmen ihrer Konzert-Tournee durch die DDR in Berlin Station. Vor 35.000 Fans spielte die Band im Kulturpark Berlin im Plänterwald.
Omega spielten im Sommer 1982 vor 35.000 Fans im Berliner Plänterwald. In der DDR spielte die Band nicht allzu oft - mit der DDR-Kulturbürokratie hatten Omega so ihre Probleme. Bildrechte: dpa

Es ist nicht überliefert, ob einer der größten Hits Omegas auch etwas mit der Mecke von Frontmann Janos "Mecky" Kobor zu tun hat. Der Hit heißt "Perlen im Haar" und Janos Kobors Mähne könnte auch gut und gern ein Schwarm Perlen sein. Platinfarben perlen seine Locken auch 50 Jahre nach der Bandgründung noch an seinem Haupt herunter.

Cover von Schöbel und den Scorpions

Omega und Frank Schöbel
2012 sangen Frank Schöbel und Janos Kobor in Halle gemeinsam "Perlen im Haar". Bildrechte: dpa

50 Jahre Omega, das sind auch mindestens 50 Coverversionen von "Perlen im Haar", beziehungsweise "Gyöngyhajú lány", wie das Lied im Ungarischen heißt. Die Melodie nutzte auch Frank Schöbel - für sein Lied "Schreib es mir in den Sand", die Scorpions texteten "White Dove" auf sie.

Dass Omegas Originalversion so um die Welt ging, hatte auch einen einfachen Grund: Seit ihrem Bestehen tourte die Band auch im Westen, 1968 ging es quer durch England und die Band unterschrieb einen Plattenvertrag beim legendären Londoner Label Decca.

Doch ganz unberührt von der angespannten politischen Situation zwischen den Blöcken blieben auch Omega nicht: Nach drei Aufnahmetagen für ein Album in London, wurden sie ebenfalls 1968 in die Heimat zurückbeordert, das Album wurde halbfertig unter dem Namen "Red Star from Hungary" veröffentlicht - noch bevor es als "Trombitás Frédi és a rettenetes emberek" (deutsch: "Trompeter Fredi und die schrecklichen Menschen") beim ungarischen Amiga-Bruder Hungaroton veröffentlicht wurde.

Omega: »Perlen im Haar«
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Fr 22.09.2017 09:26Uhr 03:54 min

https://www.mdr.de/riverboat/video-140230.html

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Video
Fans umringen die ungarische Rockband Omega
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Frontman Janos Kobor zu Gast im Riverboat Fans umringen Omega

Fans umringen Omega

Seit gut 50 Jahren touren sie und nehmen Platten auf, sie galten als die Stones des Ostens: die ungarische Hardrock-Band Omega. 1976 waren sie im Bus auf Tour. Und das sah so aus:

Do 21.09.2017 15:33Uhr 00:44 min

https://www.mdr.de/riverboat/video-139994.html

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Video

Ein späteres Album der Band - "200 évvel az utolsó háború után" ("200 Jahre nach dem letzten Krieg") - wurde von den ungarischen Behörden vor Veröffentlichung zensiert. Zum Einen, weil ihnen der Titel nicht passte, zum Anderen weil sich einer der Produzenten des Hungaroton-Labels vom Song "Szex apó" ("Sex-Onkelchen") beleidigt fühlte.

Jubiläumstour zum 55.

Im Herbst feiert die Band nun ihr 55-Jähriges. Ende September, Anfang Oktober sind Omega auf kurzer Tour. Ihr Konzert im Dresdner Kulturpalast am 2. Oktober ist dabei schon ausverkauft, für die Auftritte in Berlin (27.9.), Halle (29.9.) und Chemnitz (30.9.) gibt es noch Karten.

Janos "Mecky" Kobor ist zu Gast im Riverboat | 22.09.2017 | 22:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. September 2017, 13:29 Uhr