Steffen Schröder
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Steffen Schroeder - Schauspieler, Autor, Ehrenamtler "Ach der ist das!"

Steffen Schroeder gehört zu den Schauspielern, deren Name einem nicht sofort geläufig ist - wenn man sie aber googelt, heißt es gleich: "Ach der ist das"! Neben seinen Rollen hat er zuletzt als Autor für Aufsehen gesorgt. In seinem Buch schreibt er über das ehrenamtliche Engagement für einen Mörder.

Steffen Schröder
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Seit Mitte der Neunziger Jahre ist Steffen Schroeder ein Gesicht des deutschen Fernsehens. 1994 spielte er seine erste Rolle in einem Polizeiruf 110. Die Folge "Samstags, wenn Krieg ist", in der Angelika Domröse und Heino Ferch Hauptrollen spielten, war eines der Glanzstücke der Reihe: In der Kritik wurde der Film als eine aufwühlende Milieustudie aufgenommen, wegen seiner Gewaltdarstellung wurde er zwischen 2006 und 2016 jedoch nicht mehr wiederholt. Für den 19-jährigen Steffen Schroeder waren der Film und die Dreharbeiten aber die Initialzündung für eine herausragende Schauspieler-Karriere.

Rollen von Steffen Schroeder

Miroslav Nemec als Ivo Batic, Brigitte Graf als Ruth, Steffen Schroeder und Armin Rohde als Hendrik Graf
Steffen Schroeders erster Tatort-Auftritt 1997. Sie erkennen Ihn? Genau, der junge Mann ganz links. In der Episode "Bluthunde" spielte Schroeder mit Armin Rohde (rechts), Udo Wachtveitl (2. v.r.) und ... Bildrechte: IMAGO
Miroslav Nemec als Ivo Batic, Brigitte Graf als Ruth, Steffen Schroeder und Armin Rohde als Hendrik Graf
Steffen Schroeders erster Tatort-Auftritt 1997. Sie erkennen Ihn? Genau, der junge Mann ganz links. In der Episode "Bluthunde" spielte Schroeder mit Armin Rohde (rechts), Udo Wachtveitl (2. v.r.) und ... Bildrechte: IMAGO
Steffen Schröder und Miro Nemec, 1997
... natürlich mit Miroslav Nemec (rechts). Schroeder ist hier links im Bild. Klar. Bildrechte: IMAGO
Katja Woywood als Francis Freya und Steffen Schroeder als Caspar Frank
Steffen Schroeder als lässiger Jüngling Caspar Frank in einer Folge von "Der Alte" (mit Katja Woywood als Francis Freya). Das war 1998. Bildrechte: IMAGO
Die Schauspieler Sebastian Bezzel (Peter Scholz, l-r), Volker Bruch (Gerd Bauer), Jule Ronstedt (Alice von Hobe), Karl Markovics ( Karl Maria Herrligkoffer), Florian Stetter (Reinhold Messner), Andreas Tobias (Günther Messner) und Steffen Schröder (Felix Kuen) posieren am Dienstag (09.06.2009) in München (Oberbayern) während der Dreharbeiten zum Film: Nanga Parbat.
Im Streifen über die Brüder Messer "Nanga Parbat" spielte Steffen Schroeder 2010 die Rolle des österreichischen Bergsteigers Felix Kuen. Bildrechte: dpa
Steffen Schroeder und Michael Degen, 2011
2011 stand (saß) Schroeder (links) zuletzt auf der Theaterbühne: Gemeinsam mit seinem Freund, Michael Degen (rechts), in "Besuch bei Mr. Green" im Schloßparktheater Berlin. Bildrechte: IMAGO
Hajo Trautzschke (Andreas Schmidt-Schaller, r), Chef der «SOKO Leipzig», spricht mit seinem neuen Kollegen Tom Kowalski (Steffen Schroeder, l) - Szene der ZDF-Serie «Soko Leipzig» (Handout).
Seit 2012 ist Schroeder festes Ensemblemitglied bei Soko Leipzig, spielt den Tom Kowalski (links). Hier ist Kowalski im Bild mit Hajo Trautzschke (Andreas Schmidt-Schaller, rechts). Dieser ermittelt mittlerweile nicht mehr in der SOKO Leipzig. Bildrechte: ZDF/Uwe Frauendorf
Marco Girnth und Steffen Schroeder, 2012
Buddies in der SOKO Leipzig: Marco Girnth als Kommissar Jan Maybach (links) und Steffen Schroeder beziehungsweise Tom Kowalski. Bildrechte: IMAGO
Steffen Schroeder, 2012
Zu Leipzig hat Steffen Schroeder übrigens eine besondere Verbindung, vor allem zum Bahnhof: Den hat sein Ur-Großvater nämlich mit erbaut. Bildrechte: IMAGO
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Von 1995 bis 1996 studierte er Schauspiel an der Folkwang Hochschule in Essen. Parallel dazu spielte er bereits seine ersten Hauptrollen. Als einer der Schauspieler, die nicht die üblichen Wege beschreiten, ging er nach dem Ende seines Studiums vom Film ans Theater - wo doch die meisten auf den umgekehrten Weg hinarbeiten. Mit dem Wiener Burgtheater und dem Berliner Ensemble spielte er bis 2001 an zwei der renommiertesten deutschsprachigen Bühnen, obendrein unter Regie-Legende Claus Peymann.

SOKO Leipzig

Seine Filmografie liest sich ab dann wie der Komplett-Index dessen, was im deutschen Fernsehen an Serien und Filmen gedreht wurde: Steffen Schroeder hatte Auftritte in unzähligen Serien beziehungsweise Reihen ("Alarm für Cobra 11", "Der letzte Zeuge", "Tatort", "Großstadtrevier", "Der Dicke", "Tierärztin Dr. Mertens", "In aller Freundschaft", "Der Kriminalist", "Rosenheim-Cops" und und und) aber auch im Kino ("Und keiner weint mir nach", "Keinohrhasen", "Nanga Parbat"). Die Rolle, mit der er seit 2012 aber untrennbar verbunden wird, ist die des Kriminalkommissars Tom Kowalski in "SOKO Leipzig". Wenn sie den Namen Steffen Schroeder bis dato also nicht kannten, sein Gesicht kannten sie bestimmt!

Marco Girnth und Steffen Schroeder, 2012
Die kommissare Jan Maybach (Marco Girnth, links) und Tom Kowalski (Steffen Schroeder, rechts) aus SOKO Leipzig. Bildrechte: IMAGO

Kowalski ist eher der - sagen wir - unorthodoxe Typ Fernsehkommissar, der auch mal ein linkes Ding dreht, um der Gerechtigkeit ein wenig Anschubhilfe zu leisten. In einer Folge wird Kowalski von den Behörden abgemahnt, weil er auf einem Fahrrad ohne vorgeschriebene Beleuchtung und Klingel unterwegs ist. Unerhört, der Kerl!

Auch neben der Rolle als Fernsehkommissar beschäftigt sich Steffen Schroeder ausgiebig mit Straftaten - sowohl mit denen, die sie begehen aber auch deren Opfern. Seit Kurzem engagiert er sich etwa für die Opferhilfe "Weißer Ring", unterstützte eine Plakataktion zum Schutz von Opfern und der Stärkung ihrer Rechte.

Ehrenämter für Weißen Ring und Strafvollzugshilfe

Steffen Schroeder "Was alles in einem Menschen sein kann"
Steffen Schroeder: "Was alles in einem Menschen sein kann". Bildrechte: rowohlt Verlag

Aufsehen erregt hat Steffen Schroeder im Frühjahr 2017 mit seinem Buch "'Was alles in einem Menschen sein kann' - Begegnung mit einem Mörder". Darin schildert er eindringlich die Begegnung mit einem Intensivtäter, einem Mörder mit rechtsradikaler Vergangenheit, dem er seit nun mehr als vier Jahren als Strafvollzugshelfer zur Seite steht. Alle zwei Wochen besucht er "Micha" im Gefängnis in Berlin Tegel. Der Berliner Zeitung sagte er über diese Tätigkeit: "In erster Linie verstehe ich dieses Ehrenamt als Präventionsmaßnahme. Ich bin aber auch Botschafter beim Weißen Ring." Schroeder ist wichtig, beide Seiten zu kennen.

Alle zwei Wochen fährt Schroeder also in die Stadt, aus der er vor einiger Zeit als dreifacher Vater mit seiner Familie fortging - als es ihm im Prenzlauer Berg etwas zu spießig und eng wurde: "Mit drei Jungs fand ich Prenzlauer Berg doch ein bisschen anstrengend. Drei Kinder musst du auch mal rausschmeißen können, in einen Garten", so Schroeder zur Berliner Zeitung. Zu den Drehs nach Leipzig reist Schroeder aus Potsdam an, wo er seit 2006 lebt.

Steffen Schroeder ist zu Gast im Riverboat | 10.11.2017 | 22 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. November 2017, 14:15 Uhr