Rucksack

Baden-Württemberg : Im Bühlertal und Jagsttal

Sendezeit: Mittwoch, 28.09.2011, 15:30 Uhr MDR FERNSEHEN
Keine Montagswiederholung - (Feiertag)

Teil 1: Von Vellberg zur Mündung bei Geislingen

Länge der Wanderroute: ca. 16 Kilometer

Ausgangspunkt: Marktplatz und Parkhaus Vellberg

Bühlertal
Vellberg – eines der zauberhaften Städtchen über dem Bühlertal

Um das Städtchen Vellberg gräbt sich die Bühler, die aus den Limpurger Bergen kommt, in vielen Windungen sehr eng und immer tiefer in den Muschelkalk ein. Diesen Umlaufbergen zu folgen gibt der Wanderung auf zunächst schmalen Pfaden den besonderen Reiz. Zu Füßen der mächtigen Stadtmauer am Parkhaus Stadtgraben nimmt uns der rote Punkt der Wegmarkierung des Schwäbischen Albvereins für die ganze Strecke ins Geleit; er wird mehrfach ergänzt durch das Zeichen BTW des Bühlertal-Wanderwegs. Ein Fußweg abseits der Straße führt zwischen der Bebauung und dem Steilhang aus dem Städtchen hinaus zur nächsten Flussbiegung.

Wehrgang von Vellberg
Unterirdisch: Im alten Wehrgang von Vellberg beginnt die Tour, die bis nach Geislingen führt.

Der folgende Feldweg führt 300 Meter weiter – mit Rückblicken auf die Bergstadt – im geschützten Bergwald zu einer Wiese, bald rechts ab und nach fünf Minuten auf einem Schotterweg in die Talaue. Der folgende Pfad über Trittsteine direkt am Wasser entlang und über eine Leiter aufwärts stellt besondere Ansprüche an Trittfestigkeit und ist bei Hochwasser nicht begehbar. Wir unterqueren dabei die Brücke der Bahnlinie Schwäbisch Hall – Nürnberg und steigen wieder zur Hangkante hinauf. Nach 15 Minuten auf Pfaden in der Hangzone leitet uns ein Fahrweg scharf rechts abwärts zur Brücke und den Resten der Mahl- und Sägemühle Rappolden. Hier queren wir die Bühler, steigen am Gegenhang hundert Höhenmeter empor, wenden uns auf der Höhe nach links, um bald darauf wieder hangabwärts die Mühlensiedlung Anhausen zu erreichen. Grundmauern und Kreuz erinnern an die Mutterkirche der umliegenden Weiler. Die Kirche "St. Bartholomäus" von Anhausen war einst geistliches Zentrum von zwölf Orten.

Kirche St. Bartholomäus von Anhausen
Die verbliebenen Grundmauern der Kirche "St. Bartholomäus" von Anhausen sind über 1.000 Jahre alt.

Der Weg folgt nun unproblematischen Pfaden. Vom Fahrweg bald nach rechts abschwenkend wandern wir vorbei an den Resten der Burg Hohenstein und weiter am Talhang entlang. Auf einer Talwiese entlang der Bühler erreichen wir eine Straße an der Mündung des Otterbachs und folgen ihr ins nahe Oberscheffach. Wer jetzt zu einem weiteren Leckerbissen neigt, dem bietet die von Nordosten kommende enge Schlucht der Schmerach mit mehrfachen Bach-Durchquerungen bei sommerlichen Temperaturen lockende Abwechslung.

Wir bleiben aber auf dem roten Punkt, der uns in Oberscheffach in den Seitenweg "Talaue", durch einen Hof und auf schmalem Pfad am linken Hang entlang bald nach Unterscheffach führt.

Tal der Bühler
Das Tal der Bühler gehört zu den besonders romantischen seiner Art.

Dort erwarten uns ein funktionstüchtiges historisches Elektrizitätswerk und die Überreste einer Wasserburg. Der Weiterweg durch offene Waldungen hält sich eine Stunde und oberhalb vorbei an Hopfach bequem an die Höhenlinie und erreicht die Bundesstraße 14 bei Cröffelbach. Hier lassen wir uns beim Wechseln der Straße und der Fluss-Seite von der Markierung leiten und streben dem nahen Ziel entgegen. Zur allgemeinen Überraschung taucht vor der Bühlermündung in den Kocher (nach 48 km) hoch über Geislingen Deutschlands höchste Autobahnbrücke auf (185 Höhenmeter zur A6). Bis der gewünschte Linienbus uns über Schwäbisch Hall zurückbringt lohnt in Geislingen eine Stärkung und ein Blick in das Brücken-Museum.

Teil 2: Von Kirchberg nach Langenburg und Unterregenbach

Länge der Wanderroute: ca. 16 Kilometer
Länge der Route bis nach Unterregenbach: ca. 24 Kilometer

Ausgangspunkt: Marktplatz Kirchberg/Jagst, Parkplatz am Stadtrand

Jagst - Wanderweg hinter Kirchberg
Die Jagst gibt dem Wanderweg hinter Kirchberg die Richtung vor.

Wir beginnen die Wanderung mitten im romantischen Kirchberg, von der Jagst umflossen. Sie hat seit ihrer Quelle nahe dem Härtsfeld auf der Schwäbischen Alb schon fast die Hälfte ihres 189 Kilometer langen Laufes hinter sich gebracht hat. Der heimelige Marktplatz mit einem der Schlösser eines Hohenloher Fürstenzweigs bietet einen unverdorbenen Einblick in die Baugeschichte seit dem Mittelalter. Aus dem Stadttorturm hinaus und an der Orangerie vorbei verlassen wir bald die Straße nach Lendsiedel, um mit der roten Kreuz-Markierung auf schmalem Pfad das klare Wasser der Jagst und den ersten Mühlkanal zu erreichen. Bis Diembot müssen wir dem Fluss auf seine rechte Seite ausweichen; dort bleibt uns ein Straßenkilometer nicht erspart.

Wasserrad
Wasserkraft treibt an der Jagst noch immer so manche Turbine an – das Wasserrad ist allerdings schon im Ruhestand.

Den Ausgleich bietet die folgende Stunde in den Laubwäldern an den Südhängen des Tals entlang, erst zur gewaltigen Ruine von Leofels – dort finden im Sommer Freilicht-Theaterspiele statt – und später zum romantischen Märchenschloss Morstein, das leider nicht zugänglich ist. Schon beim Abstieg ins Tal wechselt die Markierung zum roten Balken des HW 3 mit dem Baum-Symbol (540-km-Weg "Main-Neckar-Rhein") erst nach Hürben, dann über die feuchten Jagst-Wiesen bis Bächlingen- Dort erwartet uns eine Marien-Kirche aus dem 14. Jahrhundert. Wer es eilig hat erklimmt von der Bächlinger Dorfmitte über die Kirchsteige gleich die 140 Höhenmeter zum Bergsporn mit Stadt und Schloss Langenburg.

Zusatz-Route nach Unterregenbach

Burgruine Leofels
Die gewaltige Burgruine Leofels dient manchmal als Kulisse für Freilicht-Theateraufführungen.

Wir nehmen gern die weite Schleife über die linksseitigen Wälder der Kranhalde unter die Wanderschuhe, um in Unterregenbach ein seltenes Zeugnis tausendjähriger Geschichte kennen zu lernen: die Fundamente einer gewaltigen Klosteranlage der Karolingerzeit.

Die stilreine Krypta der Anlage beherbergte über hundert Jahre den Mostkeller des Dorfpfarrers - zu einer Zeit, als Denkmalschutz noch keine Bedeutung hatte!

Unterregenbach mit Kirche
Blick auf Unterregenbach

Die stabile Holzbrücke über die Jagst gleich daneben und das Baum-Symbol geleiten uns bequem auf die Höhen der Residenz der Hohenloher Fürsten – zum Beispiel zum Besuch ins Schloss des Neffen von Queen Elisabeth, zur Grablege der Fürsten, ins Oldtimer-Museum im Marstall, auf die Kaffee-Terrasse des Rosengartens oder in die Konditorei der echten Langenburger Wibele.

(Diese Zusatz-Runde nach Unterregenbach kann man auch einzeln nachholen.)

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2011, 11:13 Uhr

Kartentipp (Auswahl):

Amtliche Wanderkarte L 6924
Schwäbisch Hall
Maßstab 1:50.000

Amtliche Wanderkarte L 6724
Künzelsau
Maßstab 1:50.000

Freizeitkarte 519
Crailsheim
Maßstab 1:50.000

Literaturtipp (Auswahl):

Bühlertalweg in "52 Rundwanderungen im Kreis Hall"
(Haller Tagblatt)

"Das Jagsttal von Crailsheim bis Dörzbach"
(Mattern)

Nahverkehrsanbindungen:

Linienbus nach Schwäbisch Hall
Buslinien nach Crailsheim, Gerabronn und Schwäbisch Hall

Übernachtungsmöglichkeiten:

in Vellberg, Kirchberg und Langenburg

Weitere Informationen:

Hohenlohe- und Schwäbisch Hall Tourismus
Münzstraße 1
74523 Schwäbisch Hall
Tel.: 0791 755-7444

Wanderberatung und Verlag
Schwäbischer Albverein
Tel.: 0711 22 585-22

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