Nach 68 Jahren : Magdeburg erinnert an seine Zerstörung
Mit zahlreichen Veranstaltungen hat Magdeburg am Mittwoch an seine Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erinnert. Auf den Tag genau vor 68 Jahren, am 16. Januar 1945, war die Magdeburger Innenstadt bei einem Luftangriff der Royal Air Force fast vollständig verwüstet worden.
Gedenken auf dem Westfriedhof
Mit einem Schweigemarsch und einer zentralen Gedenkveranstaltung auf dem Westfriedhof gedachten rund 250 Menschen der Opfer des Angriffs. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper und der frühere Landtagspräsident Dieter Steinecke legten dabei einen Kranz nieder. Trümper erinnerte in seiner Rede unter anderem daran, dass der Zweite Weltkrieg von deutschem Boden ausgegangen war. "Der Krieg kam nach Deutschland zurück", sagte der SPD-Politiker. Am Mittwochabend wurde mit Konzerten im Opernhaus, im Forum Gestaltung und im Kloster Unser Lieben Frauen an die Tragödie erinnert. Um 21:28 Uhr, dem Beginn des Luftangriffs, läuteten in der ganzen Stadt die Kirchenglocken.
90 Prozent der Innenstadt zerstört
Magdeburg war 1944 und 1945 mehrfach Ziel britischer und US-amerikanischer Luftschläge. Das mit Abstand schwerste Bombardement erlebte die Elbestadt am Abend des 16. Januar 1945. Bei dem 39 Minuten dauernden Angriff mit Luftminen, Spreng-, Brand- und Phosphorbomben wurden 90 Prozent der Innenstadt zerstört. Mindestens 2.500 Bewohner kamen dabei ums Leben. Etwa 190.000 Menschen verloren ihr Obdach. 15 Kirchen und der Breite Weg - seinerzeit eine der prächtigsten Barock-Straßen Deutschlands - wurden fast vollständig verwüstet. Allein der Magdeburger Dom überstand den Angriff relativ unbeschadet. Die Bombardierung Magdeburgs gehörte zu den verheerendsten Luftangriffen des Zweiten Weltkrieges überhaupt.
