SACHSEN-ANHALT HEUTE

Alarmierende Studie : Sachsen-Anhalt verstärkt Kampf gegen Herzinfarkt

In keinem Bundesland sterben so viele Menschen nach einem Herzinfarkt wie in Sachsen-Anhalt. Dagegen will die Landesregierung nun etwas unternehmen. Wie die Staatskanzlei mitteilte, sollen nach den Ursachen geforscht und die Diagnosemöglichkeiten verbessert werden. Das ist eines der Ergebnisse eines Treffens von Vertretern der Landesregierung, der Medizinischen Fakultäten der Universitäten, der Krankenkassen und der Ärzte.

Telemedizin soll ausgebaut werden

Das Symbolfoto zeigt eine Frau an ihrem Arbeitsplatz.
Auch Stress ist ein Risikofaktor.

Ministerpräsident Haseloff sagte, neben der Ursachenforschung sei es auch unerlässlich, eine geeignete Datenbasis und verbesserte und schnellere Diagnosemöglichkeiten zu schaffen. "Aber natürlich müssen wir auch zu einer gesunden Lebensweise motivieren."

Sachsen-Anhalt will demnach ein Herzinfarktregister aufstellen und setzt auf eine verbesserte Infrastruktur bei der Telemedizin. Hier muss der Herzspezialist nicht mehr direkt beim Patienten sein, sondern erhält dessen Werte auf elektronischem Weg. So kann der Arzt die richtige Behandlung einleiten und spart wertvolle Zeit. Je eher ein Herzinfarkt erkannt wird und der Patient in einer Klinik behandelt werden kann, desto besser sind die Überlebenschancen.

Höchste Sterberate in Deutschland

Laut dem aktuellen Deutschen Herzbericht liegt die Sterberate nach einem Herzinfarkt in Sachsen-Anhalt 43 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Konkret heißt das, auf 100.000 Einwohner kommen 111 Todesfälle nach Herzinfarkt. Das sind mehr als doppelt so viele wie etwa in Hamburg. Ähnlich hohe Zahlen wie in Sachsen-Anhalt gibt es nur in Brandenburg. Dort gibt es 101 Todesfälle nach Herzinfarkt auf 100.000 Einwohner.

Als Risikofaktoren gelten etwa Übergewicht, Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, mangelnde Bewegung oder Diabetes. Auch plötzliche Stressbelastungen können eine Ursache für eine Herzerkrankung sein.

Herz-Operation
Hier ab vier

Herzinfarkt-Risikogebiete in Deutschland

Der Herzbericht 2012 ist eine bittere Pille: Das Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben, ist in Mitteldeutschland fast doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern. Doch wieso?

16.01.2013, 16:00 Uhr | 02:55 min

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2013, 18:12 Uhr

6. Torsten:
Die Sterblichkeit nach Herzinfarkt hängt signifikant von der Qualität der Erstversorgung ab. Bei der Ursachensuche sollte man sich nicht zu verbissen an (bislang ungesicherten) Ernährungs- und Lebensfaktoren festklammern, sondern die Versorgungssituation prüfen. Solange ländliche Patienten noch bis zu 1 Jahr auf einen Facharzttermin und 1/2 Stunde auf die NAW-Anfahrt warten, verwundern die Zahlen eher nicht.
17.01.2013
11:41 Uhr
5. Heiko:
Es ist kein Grund aus Sachsen- Anhalt weg zu gehen,und in anderen Bundesländer gibt es auch Herzkrankheiten.Man hat es erkannt,nun sollten nicht nur große Worte gemacht werden,überall im Land fehlen Ärzte angefangen von Kardiologen, Hautärzte, Augenärzte , u.s.w. Dies ist auch in anderen Bundesländer so, sollen endlich mal unsere Abgeordneten um diese Probleme sich kümmern,dass wäre was erfreuliches warten wir es ab.
17.01.2013
11:24 Uhr
4. D:
Oftmals müssen die Leute doppelt schuften; stundenlang fahren und dannach nochmal 10stunden arbeiten, bei Wind und Wetter. Wenn sie mal keinen Herzinfakt erhalten, dann sind sie nervenkrank gemacht worden. Die Alten sterben aus und die Jungen auch wegen Stress. Wann haben die Berufsgenossenschaften mal anonym kontrolliert?
16.01.2013
23:29 Uhr
3. Ein Wolfner:
Wieder ein Grund wegzugehen aus Sachsen Anhalt.
16.01.2013
20:13 Uhr
2. Gabi:
Es verwundert nicht. Im Land der Frühaufsteher müssen die Menschen die Arbeit haben, oft stundenlang zur Arbeit fahren, das geht natürlich von der Zeit, die zur Regeneration vorgesehen ist, verloren. Leute, die das Glück haben, in der näheren Umgebung arbeiten dürfen, sind einem hohen Stressfaktor ausgesetzt, denn viele Arbeitgeber nutzen den hohen Stand der Arbeitslosigkeit aus, um ihre Arbeitnehmer unter Druck zu setzen.
16.01.2013
19:22 Uhr
1. Agnes:
Hat man das Ergebnis auch nach Altersgruppen untersucht? In einem Bundesland mit höherem Durchschnittsalter dürfte die Häufigkeit von Sterbefällen in Relation zur Gesamtbevölkerung höher sein als in Ländern mit niedrigerem Durchschnittsalter. Ob es auch innerhalb der Altersgruppen signifikante Unterschiede von Bundesland zu Bundesland gibt, sollte untersucht werden, falls man es noch nicht getan hat. Vielleicht stellt man dann fest, dass mal wieder grundlos Alarm ausgelöst wurde.
16.01.2013
16:51 Uhr

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