Sachsen-Anhalt : EU gibt grünes Licht für Schulsanierungen
Die Europäische Union hat grünes Licht für die Sanierung von Schulen und Kindergärten in Sachsen-Anhalt gegeben. Finanzminister Jens Bullerjahn sagte am Mittwoch, als erstes seien 120 Millionen Euro bis Ende 2013 bewilligt worden. Bis zum Jahr 2018 sollen rund 600 Millionen Euro investiert werden.
Das Sanierungsprogramm besteht aus drei Säulen: Im ersten Teil geht es unter anderem darum, durch neue Heizungen, Fenster oder Dächer Betriebskosten zu senken. Dabei sind laut Bullerjahn auch einige Projekte geplant, die den neuesten Stand der Technik in die Schulen bringen sollen. Dazu zählt zum Beispiel das Speichern von Energie im Sommer unter dem Schulgebäude, die dann im Winter genutzt werden kann. Diese Vorzeigeprojekte sollten regionalen Betrieben auch die Chance bieten, Erfahrungen mit dieser Technologie zu sammeln, sagte der Minister.
Zweiter Baustein ist moderne Computertechnik: Wie Bullerjahn mitteilte, können neben Datenleitungen auch digitale Tafeln in den Klassenräumen, Notebooks in den Schreibtischen oder auch das zentrale Speichern aller Daten im Internet gehören. Dann könnten Lerninhalte zum Beispiel genauso im Klassenzimmer wie auch zu Hause genutzt werden. Dritter Baustein sind weitere Gebäudesanierungen wie Toiletten oder Treppenhäuser.
Geld nur für Schulen mit Bestandsgarantie
Den größten Teil der Kosten übernimmt die EU. Bei den beiden ersten Bausteinen sind das 70 Prozent. Die Träger müssen die restlichen 30 Prozent übernehmen und können dafür zinslose Kredite nutzen. Beim dritten Baustein zahlt das Land 70 Prozent, die Träger müssen ebenfalls 30 Prozent übernehmen. Derzeit gibt es laut Finanzministerium knapp 1.000 Schulen in Sachsen-Anhalt. Bullerjahn stellte jedoch klar, dass vor den Investitionen ausgerechnet werden müsse, welche Schulen künftig überhaupt noch gebraucht würden. Denn ab 2017 werde die Schülerzahl sinken.
Gemeinschaftsschulen ab dem kommenden Jahr
Neben den neuen Lernmethoden ist auch eine neue Schulform in Sachsen-Anhalt geplant. Wie Ministerpräsident Reiner Haseloff und Kultusminister Stephan Dorgerloh am Mittwoch mitteilten, sollen im August des kommenden Jahres Gemeinschaftsschulen in Sachsen-Anhalt an den Start gehen. Das Gesetz dafür soll im Juni und Oktober im Landtag beraten werden. Ab Dezember können sich dann Schulen um diese Schulform bewerben.
Ziel der Gemeinschaftsschulen ist es, ein längeres gemeinsames Lernen der Schüler zu ermöglichen. Sie sollen daher alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse anbieten.

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