Asylbewerberheim Harbke
Bördekreis bestätigt unhaltbare Zustände
Die unhaltbaren Zustände im Asylbewerberheim Harbke sind jetzt auch vom zuständigen Bördekreis bestätigt. Wie MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT berichtet, hat Sozialamtsleiterin Marlis Lüder am Montag selbst die Wohnungen besichtigt. Sie zeigte sich über den Schimmel an den Wänden entsetzt.
Lüder sprach von einer "Gesundheitsgefährdung" für die untergebrachten Familien, die dort keine Nacht mehr bleiben dürften. Sie forderte den Betreiber auf, sofort zu handeln.
Noch am Freitag hatte Lüder alle Vorwürfe zurückgewiesen. Sie bestätigte zwar, dass es Probleme mit Schimmelbefall gegeben habe. Allerdings habe der private Betreiber die Missstände beseitigt. "Es stimmt einfach nicht, dass die Wohnungen verschimmelt sind", sagte sie MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT. "Wir halten an der Gemeinschaftsunterkunft fest, weil dort Familien leben, die zur Ausreise verpflichtet sind", so Lüder am Freitag.
Kinder mit chronischen Erkrankungen
In dem Asylbewerberheim sind nach Informationen von MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT Flüchtlingsfamilien zum Teil in verschimmelten Räumen untergebracht. Die Asylbewerber stammen aus dem Kosovo, dem Irak und aus Afrika. Dem Sender zufolge leiden einige Flüchtlingskinder bereits unter chronischen Atemwegs-Erkrankungen. Eine Ärztin habe empfohlen, die Familien aus den verschimmelten Räumen herauszunehmen.
Schließung des Heims gefordert
Die Integrationsbeauftrage von Sachsen-Anhalt, Susi Möbbeck, forderte das Landesverwaltungsamt auf, die Zustände in Harbke dringend zu ändern. Es gebe genügend leere Wohnungen im Land, um die Leute menschenwürdig unterzubringen.
Die Mobile Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt und die Grünen haben die Schließung des "Dschungelheims in Harbke" gefordert. Die Flüchtlingsunterkunft Harbke ist eine ehemalige NVA-Kaserne. Bis zur nächsten Ortschaft sind es fünf Kilometer.
Zuletzt aktualisiert: 24. November 2009, 11:41 Uhr
