Abschlussfeier in Bernburg : "Anhalt 800" geht mit Bürgerfest zu Ende
Vor 800 Jahren begann die Geschichte Anhalts als eigenständiger Territorialstaat. Mit einem großen Festjahr mit vielen Höhepunkten wurde das Ereignis groß gefeiert. Den offiziellen Abschluss des Jubiläums "Anhalt 800" gab es in Bernburg. Etwa 10.000 Gäste kamen zu einem großen Bürgerfest in die Saalestadt. Gelegenheit für Politiker und Organisatoren, Bilanz zu ziehen: Und die fiel durchweg positiv aus.
In Bernburg ist der Abschluss des Festjahres "Anhalt 800" gefeiert worden. Bei einem Bürgerfest auf der "Kulturinsel" der Saalestadt zwischen Schlosskirche, Theater, Rathaus und Schloss wurden auf mehreren Bühnen Musik und vielfältige Unterhaltung geboten. Auch Ausstellungen und Sonderführungen etwa in der Gruft der Schlosskirche St. Aegidien sowie zahlreiche Mitmach-Angebote standen auf dem Programm. In einem "Anhaltdorf" präsentierte sich das "Netzwerke Anhalt 800" aus Städten und Vereinen sowie die Evangelische Landeskirche Anhalts. Rund 10.000 Besucher ließen sich das Spektakel nicht entgehen.
Robra: "Anhalt 800" stiftet Identität
Auf einem Festakt am Nachmittag bescheinigte Sachsen-Anhalts Staatsminister Rainer Robra dem Jubiläum "Anhalt 800" einen "identitätsstiftenden Charakter". Die Feierlichkeiten hätten dazu geführt, dass sich die Menschen stärker als bisher mit der Region verbunden fühlten. Das Zusammengehörigkeitsgefühl sei gestärkt und der Blick für die gemeinsame Geschichte geschärft worden. Land und Region hätten eng zusammengearbeitet und von Synergieeffekten profitiert, erklärte der CDU-Politiker. Sachsen-Anhalt habe sich seinen Gästen als weltoffenes, ideenreiches und innovatives Bundesland präsentiert. "Große geschichtliche Jubiläen weisen nicht nur in die Vergangenheit. Sie richten sich ebenso an die Gegenwart und stellen Fragen an die Zukunft", sagte Robra weiter. Anhalt sei geprägt worden von fürstlichen Reformen und bürgerlichen Innovationen. Es stehe für kulturellen Pluralismus und für das Große im Kleinen. "Hieraus können wir Kraft und Ermutigung für die Zukunft gewinnen."
Noch nicht das Ende des Festjahres
Das Bernburger Bürgerfest setzte nach Angaben der Organisatoren zwar einen weiteren Höhepunkt, nicht jedoch den Schlusspunkt der Feierlichkeiten zu 800 Jahren Anhalt. Wie die Projektkoordinatorin von "Anhalt 800", Maren Springer, sagte, sind bis Jahresende weitere Konzerte, Ausstellungen und Vorträge in der Region geplant. Laut Springer fällt die Bilanz des Jubiläumsjahres bereits jetzt absolut positiv aus. Die Region profitiere dank neu gegründeter Vereine und einer beschilderten Katharina-Route durch Zerbst auch künftig vom Anhalt-Jubiläum. Die Geschäftsführerin der Tourismusregion Anhalt-Dessau-Wittenberg, Elke Witt, zeigte sich ebenfalls zufrieden. Es seien mehr Übernachtungen gebucht worden und die Region sei Dank neuer Publikationen und verschiedener Projekte für Touristen ein Stück attraktiver geworden.
Höhepunkt mit 350.000 Besuchern
Besonders Höhepunkte wie der Sachsen-Anhalt-Tag hätten riesigen Anklang gefunden, erklärte Projektkoordinatorin Springer. Mit 350.000 Besuchern seien so viele Menschen wie noch nie auf dem jährlich stattfindenden Volksfest des Landes gewesen. Auch die von der niederländischen Königin Beatrix eröffnete Schau "Dutch Design - Huis van Oranje " in Oranienbaum habe einen "riesigen Hype" ausgelöst. Der erhoffte Besucheransturm zur Ausstellung "Anhalt international" in Dessau-Roßlau blieb Springer zufolge allerdings aus. Die Schau verzeichnete rund 6.000 Gäste.
Geburt einer Region
Das ehemalige Fürstentum Anhalt ist im Jahr 1212 durch Erbteilungen der Askanier entstanden. Graf Heinrich I., ein Enkel Albrechts des Bären, erbte damals das Gebiet, dass zu den Stammlanden seiner Familie gehörte. Wenige Jahre später nannte er sich Fürst von Anhalt, nach der gleichnamigen Burg über dem Selketal. Von da an ging der Name auf sein gesamtes Herrschaftsgebiet über. Es erstreckte sich über die Städte Dessau, Köthen, Bernburg, Zerbst und Coswig. Heinrichs Nachkommen herrschten bis 1918 über das Land. Danach wurde Anhalt Freistaat. 1945 wurde dieser durch die Sowjets liquidiert. Seit 1990 ist Anhalt Teil des neu gegründeten Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Den historischen Grenzen des alten Anhalt entspricht heute nur noch die Evangelische Landeskirche Anhalts.
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