MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT | 03.02.-10.02.2012 : Auf Spurensuche mit Eduard Prinz von Anhalt
Türme, Schlösser und eine Gruft: Das Team von MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT hat sich auf Reportagereise begeben. Das Ziel: Der 800-jährigen Geschichte Anhalts nachzuspüren. Wer könnte da ein besserer Reisebegleiter sein als Eduard Prinz von Anhalt.
Eduard Prinz von Anhalt fällt es schwer, sich zu entscheiden: Gernrode oder Zerbst? Ballenstedt oder doch Köthen? "Das waren einfach alles Highlights: Die Lebenden und die Toten, die Türme, die Landschaft, die Menschen, die Geschichte, die wir erlebt haben."
Ein Blick in das Kinderzimmer
Gleich zu Beginn unserer Reise erleben wir einen Höhepunkt aus der persönlichen Geschichte von Eduard Prinz von Anhalt. Es ist der Blick in das alte Kinderzimmer des Prinzen auf Schloss Ballenstedt. Hier wurde er 1941 als Sohn des letzten Herzogs von Anhalt geboren. Vier Jahre später musste die Familie fliehen. Erst nach der Wende konnte Prinz Eduard das Schloss wieder besuchen. Trotzdem fühle er sich hier zu Hause, sagt er. Ballenstedt war der älteste Stammsitz der Askanier, jenes Adelsgeschlechts, aus dem die Fürsten von Anhalt, die Vorfahren von Prinz Eduard, hervorgegangen sind. Und mit dem heutigen Chef des Hauses Anhalt setzen wir unsere Reise fort.
Weiter in den Harz
Es geht tiefer in den Harz. Wir besuchen die Ruine der Burg Anhalt auf dem Hausberg über dem Selketal. Prinz Eduards Vorfahren hatten die Feste vor rund 900 Jahren erbaut und sich später nach ihr benannt. Von der Burgruine führt unser Weg anschließend in die Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode. Hier können wir 126 Ahnenporträts des Hauses Anhalt bewundern. Natürlich lassen wir es uns auch nicht entgehen, einen Blick auf das berühmte Heilige Grab der Kirche zu werfen. Für Eduard Prinz von Anhalt ist die Stiftskirche in Gernrode etwas ganz Besonderes. So besonders, dass er hier sogar seine jüngste Tochter taufen ließ.
Uhus, Türme und eine Gruft
Weiter geht es nach Aschersleben. Dort erfahren wir am Gehege der Uhus, wie es kam, dass sich das Askanier-Geschlecht nach Aschersleben benannte. In Bernburg besteigen wir einen sehr berühmten Turm. Es ist wahrscheinlich der höchste Turm auf unserer Spurensuche, aber längst nicht der letzte. Denn schon bei unserer nächsten Station steigen wir wieder ganz hoch hinauf, aber auch ganz tief hinab: In die Gruft der Kirche St. Jacob in Köthen. Hier liegen insgesamt 40 Prunksärge der Köthener Linie des Hauses Anhalt. Prinz Eduard bestaunt die prachtvollen Verzierungen. "Für mich wäre das aber nichts", sagt er, "ich bin eher schlichter Natur".
Kaffee beim Kirchenpräsidenten
Die nächste Spur zur Geschichte Anhalts nehmen wir in Zerbst auf: Die russische Zarin Katharina die Große hat hier gewohnt. Allerdings war sie damals noch besser bekannt unter dem Namen Sophie-Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst. Unsere Reise in die 800-jährige Geschichte Anhalts ist nun schon fast vorbei. In Dessau lassen wir unsere Spurensuche ausklingen: Der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig, hat uns zum Kaffee in sein Büro eingeladen. Wir ziehen Bilanz und stimmen Eduard Prinz von Anhalt zu: Tatsächlich war jede unserer acht Stationen ein Highlight.



