Oranienbaum : "Dutch Design"-Schau endet mit "Ausverkauf"
Die Eröffnung der Ausstellung "Dutch Design - Huis van Oranje" durch Königin Beatrix im Schloss Oranienbaum war einer der großen Höhepunkte im Festjahr "Anhalt 800". Am Sonntag stand die spektakuläre Schau zum letzten Mal für Besucher offen. Die Macher hoffen, die 50.000-Besucher-Marke geknackt zu haben. Ein besonderer Clou wartet ganz zum Schluss. Einige Modeschöpfer haben angekündigt, einzelne Stücke verkaufen zu wollen.
In Oranienbaum ist am Sonntag die Ausstellung "Dutch Design - Huis van Oranje" zu Ende gegangen. Zum letzten Mal hatten Besucher die Möglichkeit, die rund 340 Exponate niederländischer Designer vor der einmaligen Kulisse des Oranienbaumer Schlosses zu bestaunen. Die Macher der Ausstellung sind guter Hoffnung, die Zielmarke von 50.000 Besuchern erreicht zu haben. Bereits vor einer Woche hatten mehr als 45.000 Menschen aus dem In- und Ausland die einmalige Schau zum 800. Jubiläum der Region Anhalt besucht.
Modeschöpfer verkaufen Ausstellungsstücke
Nach dem Ende der Design-Schau steht noch ein ganz besonderer Clou an: Einzelne niederländische Modeschöpfer haben angekündigt, einige ihrer extravaganten Objekte verkaufen zu wollen. Die Sprecherin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Nicole Krebs, sagte dazu: "Es gibt Designer, die sich vorstellen können, ihre Ausstellungsstücke anzubieten." Die Interessenten müssten die Preise mit den Designern allerdings selbst aushandeln. Bereits unter den bisherigen Besuchern der Ausstellung zeichneten sich geschlechterspezifische Interessenschwerpunkte ab. "Die Damen haben sich eher für die modischen Designerobjekte interessiert", sagte Krebs. Die Herren hätten ihr Augenmerk hingegen auf technische Stücke wie eine bewegliche Parkbank vor dem Schloss gerichtet.
Modernes Design vor historischer Pracht
Zu den außergewöhnlichen Exponaten der Schau "Dutch Design - Huis van Oranje. Königliches Handwerk am Hofe" gehörten Gewänder, Taschen, Schuhe, Schmuck, Porzellan, Glaskunst und Möbel von 160 niederländischen Designern der Gegenwart. In Szene gesetzt wurden die Stücke mit kostbaren historischen Exponaten aus dem Königlichen Hausarchiv in Den Haag und mit Gemälden aus dem Bestand der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz. Zu sehen waren unter anderem die Originalwiege von Königin Beatrix, Diademe und Geschirr des 18. Jahrhunderts.
Königin Beatrix als Schirmherrin
Die niederländische Königin und Bundespräsident Joachim Gauck hatten die Ausstellung Ende April persönlich eröffnet. Es war der zweite Besuch der Monarchin in Oranienbaum. Königin Beatrix ist Schirmherrin der seit 1990 laufenden Restaurierung des Oranienbaumer Schlosses. Das zum Dessau-Wörlitzer Gartenreich gehörende Ensemble ist eines der vier "Mutterhäuser" des niederländischen Königshauses. Seine Geschichte reicht ins 17. Jahrhundert zurück. Schloss und Stadt Oranienbaum wurden damals nach den Plänen des niederländischen Architekten Cornelis Ryckwaert eigens für die mit Johann Georg II. von Anhalt Dessau vermählte Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau entworfen und errichtet. Im Volksmund wird Oranienbaum noch heute "ein Stück Holland in Sachsen-Anhalt" genannt.
30 Millionen Euro für Sanierung
Schloss, Park und der 50 Hektar große barocke Stadtkern von Oranienbaum mit seinen schachbrettartigen Vierteln werden seit 1990 mit Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz, des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt aufwendig saniert. Allein in die Sanierung des Schlosses flossen nach Angaben der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz bis heute sechs Millionen Euro. Weitere 24 Millionen Euro sind den Angaben zufolge aber noch nötig.
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"Mutterhaus" Schloss Oranienbaum
Schloss Oranienbaum ist eines der vier "Mutterhäuser" des niederländischen Königshauses. Es steht symbolhaft für die einst engen Beziehungen zwischen Anhalt und den Niederlanden. Die Geschichte des heutigen Ortes begann 1659. Damals heiratete die niederländische Prinzessin Henriette Catharina von Oranien-Nassau den Anhalt-Dessauer Fürsten Johann Georg II. Als Hochzeitsgeschenk erhielt sie den Ort Nischwitz. Dieser wurde in Anlehnung an ihre Herkunft wenig später in Oranienbaum umbenannt. Seit 1683 schuf der niederländische Architekt Cornelis Ryckwaert hier ein Ensemble aus Schloss, Park und Stadt nach holländischem Vorbild. Von 1693 bis zu ihrem Tode 1708 bewohnte Henriette Catharina Oranienbaum als Witwensitz. Ihr Ur-Enkel Fürst Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau ließ ab 1780 viele Zimmer des Schlosses im chinesischen Stil ausstatten. Der einstige Barockgarten wurde nach englisch-chinesischem Vorbild umgestaltet.







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