MDR FIGARO trifft ... Eduard Prinz von Anhalt | 13.05.2012 | 12:05 Uhr (Wh.) : 800 Jahren Anhalt familiär verbunden
Anhalt feiert in diesem Jahr sein 800-jähriges Jubiläum. Eduard Prinz von Anhalt wurde in Ballenstedt geboren, seine Vorfahren gründeten Anhalt einst als Fürstentum. Zum Ehrenjahr und zu seiner eng damit verbundenen Familiengeschichte ist er im Gespräch mit Moderator Stefan Maelck.
800 Jahre Anhalt werden in diesem Jahr gefeiert. Vor 800 Jahren hatte der Urahn von Eduard Prinz von Anhalt das gleichnamige Fürstentum begründet. Die Familiengeschichte ist bis heute eng mit Anhalt verbunden. Bei "MDR FIGARO trifft ..." ist Eduard Prinz von Anhalt im Gespräch zu den wechselhaften Traditionen des Landes Anhalt und auch zur Geschichte seiner eigenen Vorfahren.
Gegründet vor 800 Jahren
Die Historie Anhalts als eigenständiger Staat durch Erbteilung der Askanier begann am 9. Februar 1212. Der Name geht auf die Stammburg, Burg Anhalt bei Harzgerode, zurück. Über Jahrhunderte prägten Teilungen und Vereinigungen das Land. Ab 1918 wurde Anhalt Freistaat. Die Eigenständigkeit endete 1934 und endgültig nach dem Zweiten Weltkrieg. Kurze Zeit gab es danach das Land Sachsen-Anhalt, mit der Verwaltungsreform 1952 entstanden dann jedoch die Bezirke Halle und Magdeburg.
Auf Anhalts außergewöhnlich reiche Geschichte soll in diesem Jahr anlässlich des Jubiläums einmal mehr aufmerksam gemacht werden. Dabei soll auf die Bedeutung für die Entwicklung Deutschlands und Europas verwiesen werden, um dadurch auch Traditionen wieder zu beleben und neu bewusst zu machen. Bis Ende 2012 ist zum Beispiel die Tafelausstellung "800 Jahre Anhalt" in den Stadt- und regionalgeschichtlichen Museen in Ballenstedt, in Zerbst, Dessau, Harzgerode, Coswig, Köthen, Bernburg und Jever zu sehen.
Eduard Prinz von Anhalt und Herzog zu Sachsen - geboren in Ballenstedt
Im Dezember 1941 wurde Eduard Prinz von Anhalt und Herzog zu Sachsen in Ballenstedt geboren. Er ist der jüngste Sohn von Joachim Ernst Herzog von Anhalt Dessau (1901-1947) und dessen zweiter Ehefrau Editha-Charlotte von Stephanie-Marwitz (1905-1986). Sein Vater starb 1947 in Buchenwald in sowjetischer Haft. Die Mutter floh mit den fünf Kindern in den Westen.
Nach 1945 verlor die Familie alle Besitztümer. Nach dem Unfalltod seines älteren und einzigen Bruders ist Eduard Prinz von Anhalt seit 1963 das Oberhaupt des Hauses Anhalt-Askanien. Nach mehrjährigem Aufenthalt in den USA kehrte er 1967 nach Deutschland zurück. Er arbeitete als Gesellschafts-Journalist und Kolumnist für zahlreiche deutsche Magazine und moderierte bis 1989 bei RTL die Sendung "Adel verpflichtet".
Im größten Schloss der enteigneten Familie von Anhalt in Ballenstedt wurde zu DDR-Zeiten eine Schulungs- und Erholungsstätte der LPG untergebracht. Eduard Prinz von Anhalt erhielt nie eine Einreiseerlaubnis in die DDR. Nach 1989 sanierte die Stadt das 330-Quadratmeter-Anwesen.
Zurück zu den Wurzeln
Eduard Prinz von Anhalt versuchte ab 1990 die enteigneten Besitztümer, die Schlösser und Wälder und den Wörlitzer Park zurückzubekommen und klagte schließlich 1998 gegen das Landesamt für offene Vermögensfragen. Die Klage wurde zurückgewiesen. Das Familien-Jagdschloss Röhrkopf hat Eduard Prinz von Anhalt aus dem Besitz in Ballenstedt inzwischen zurückgekauft und saniert.
Eduard Prinz von Anhalt ist Großmeister des askanischen Hausordens "Albrecht der Bär" und nach der Familientradition, die die Bruderschaft sehr favorisiert, ist seine korrekte Anrede daher: Seine Hoheit Eduard Julius Erbst August Erdmann Herzog von Anhalt, Herzog zu Sachsen, Engern und Westfalen, Graf zu Askanien, Herr auf Zerbst, Bernburg und Gröbzig. Er ist Präsident des Vereins Deutsche Lebensbrücke e.V. in München, Mitglied des Board des "Almanach de Gotha" in London und Schirmherr des "Anhaltischen Traditions-Schützenbundes" in Wörlitz sowie Träger weiterer zahlreicher Auszeichnungen.
Angaben zur Sendung:
MDR FIGARO trifft ... Eduard Prinz von Anhalt und Herzog zu Sachsen
Journalist, Autor, Berlin und Ballenstedt
Sendung:
Mi., 09.05.2012, 18:05 bis 19:00 Uhr
Wiederholung:
So., 13.05.2012, 12:05 bis 13:00 Uhr
Moderation: Stefan Maelck
Redaktion: Angelika Zapf
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Tafelausstellung "800 Jahre Anhalt"
Die Ausstellung macht in drei identischen Ausführungen Station in den stadt- und regionalgeschichtlichen Museen in:
* Ballenstedt - 24. März bis 18. Juni 2012
* Zerbst - 31. März bis 29. Mai 2012
* Dessau - 17. April bis 27. Mai 2012
* Harzgerode - 15. Mai bis 30. Juni 2012
* Coswig - 24. Mai bis 17. Juni 2012
* Köthen - 29. Mai bis 29. Juli 2012
* Bernburg - 4. Nov. bis 6. Januar 2013
* Jever - 3. Dez. bis 30. Januar 2013
