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800 Jahre Anhalt

Serie | MDR FIGARO | 23.-28.04.2012 : "Anhalt 800" - ein Land sucht seine Geschichte

800 Jahre Anhalt - ein wichtiges Jubiläum für das Gebiet in der Mitte Sachsen-Anhalt. In diese Zeit fällt auch der Besuch der niederländische Königin Beatrix am 24. April im Schloss Oranienbaum. Das Schloss ist nicht das einzige Vermächtnis der anhaltinischen Geschichte: Weitere Beispiele sind die Dessauer Reformpädagogik und die Köthener Sprachgesellschaft. MDR FIGARO sucht in der Woche vom 24. bis zum 28. April nach der Geschichte Anhalts.

Historische Illustration Schloß Ballenstedt mit Karte Herzogtum Anhalt 1863-1918

Der Askanier Heinrich I. von Anhalt wollte sich von anderen Mitgliedern seines Adelsgeschlechtes unterscheiden. Deswegen hat er seine Linie nach der Burg Anhalt benannt.

Modell der Burg Anhalt
Modell der Burg Anhalt, von der nur noch einzelne Ruinen stehen.

Die Burg wurde 1123 von Otto dem Reichen gebaut, stand aber nur 20 Jahre lang, bis sie bei einer Fehde zerstört wurde. Albrecht der Bär ließ die Burg wieder aufbauen. Die Ausmaße des Gebäudes ähnelten der Wartburg in Thüringen: Der Trockengraben, der die Burg Anhalt einschloss, war 543 Meter lang.

Heute zeugen nur noch Mauerreste von der Burg Anhalt. Diese wurden Anfang des 20. Jahrhunderts bei Ausgrabungen entdeckt. Nur noch Modelle können zeigen, wie die Burg Anhalt wahrscheinlich ausgesehen hat.

Reformpädagogik aus Dessau

Gymnasium Philanthropinum in Dessau
Das heutige Gymnasium Philanthropinum in Dessau.

Um das Dessauer Philanthropinum bestaunen zu können, braucht es kein Nachbau. Es gibt sogar zwei Gebäude, die den Namen Philanthropinum trugen beziehungsweise tragen: das historische Philanthropinum befand sich im Palais Dietrich. Das heutige Gymnasium ist in der ehemaligen Städtische Handels-Realschule untergebracht.

Damals wie heute steht das Philanthropinum für eine bestimmte Art von Pädagogik – den Philanthropismus. Diese Reformpädagogik wurde in der Zeit der Aufklärung entwickelt. Ziel ist es unter anderem, jedes Kind individuell im Unterricht zu fördern und es zur Natürlichkeit, Vernunft und Menschenfreundlichkeit zu erziehen.Der Pädagoge Johann Bernhard Basedow hat den Philanthropismus nach Dessau gebracht, indem er 1774 das Gymnasium Philanthropinum gründete. Basedows Lehrmethoden fanden in ganz Europa Beachtung.

Oranienbaum und die Niederlande

Der europäische Gedanke findet sich nur wenige Kilometer von Dessau entfernt wieder: Die Niederlande und Oranienbaum haben auch heute noch eine enge Beziehung. Das Schloss Oranienbaum gehört zu den Stammschlössern des niederländischen Könighauses. Die niederländische Prinzessin und anhaltische Fürstin Henriette Catharina hatte das Schloss 1682 als Sommersitz bauen lassen.

Nach dem Tod ihres Mannes nutzte sie es als Witwensitz. Für den Bau beauftragte die Fürstin einen niederländischen Architekten, dessen Arbeit seine Herkunft nicht verleugnet. Der Barockgarten des Schlosses ist beispielsweise im niederländischen Stil angelegt. Derzeit wird das Schloss restauriert. Bereits 2004 besuchte die Königen der Niederlande Beatrix Oranienbaum, um sich darüber zu informieren, wie die Arbeiten am Schloss vorankommen. Am 24. April kommt sie erneut in die Stadt, um dort dieses Mal eine Ausstellung zu eröffnen.

Der Narr und der Diplomat in Bernburg

Prominenten Besuch gab es auch in Bernburg, der liegt jedoch schon mehrere Jahrhunderte zurück: Till Eulenspiegel soll in der Stadt beim Grafen von Anhalt als Turmbläser gearbeitet haben. Der beste Mann für diese Arbeit war er wohl nicht. Es habe nicht lange gedauert, so die Erzählung, und der Graf habe die Nase voll gehabt von Eulenspiegels Späßen.

Auf dem Eulenspiegel-Turm des Bernburger Schlosses sitzt der Schalk immer noch – als Puppe. Im Gegensatz zur Figur des Eulenspiegels, ist die Existenz des Bernburger Fürst Christian I. nachweisbar. Er war einer der bedeutendsten Diplomaten seiner Zeit. 1568 wurde Fürst Christian geboren. Schon als Kind sprach er Latein, Italienisch und Französisch. Später wurde er Kanzler des Pfälzer Kurfürsten. Sein größter Erfolg war die Heirat mit Maria Stuart, der Tochter des englischen Königs Jakob VI.

Die Zerbster Prinzessin in Russland

Das Bild zeigt eine zeitgenössische Darstellung Katharinas der Großen, Zarin von Rußland.
Katharina die Große wurde als Sophie von Anhalt-Zerbst in Stettin geboren.

Wie Maria Stuart heiratete Sophie von Anhalt-Zerbst ins Ausland: 1745 ehelichte sie den russischen Thronfolger Peter II. Sie wechselte vom evangelischen zum orthodoxen Glauben und erhielt dadurch den neuen Namen Jekaterina, die russische Form von Katharina.

Nachdem sie durch einen Staatsstreich ihren Mann entmachtet hatte, herrschte Katharina die Große 34 Jahre über Russland. Sie ist die einzige Herrscherin, der die Geschichtsschreibung den Titel "Die Große" verliehen hat. 2010 hat Zerbst ein Denkmal errichten lassen, um die berühmte Tochter der Stadt zu ehren. Eine knapp fünf Meter hohe Bronzestatue der jungen Zarin steht vor der Zerbster Stadthalle. Es ist das erste und einzige Denkmal für die russische Kaiserin in Deutschland.

Köthen und seine Sprachgesellschaft

Das Interesse von Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen richtete sich nicht wie das von Katharina aufs Ausland, sondern auf die eigene Heimat - genauer gesagt auf seine Sprache. Der Fürst gilt als Gründer der "Fruchtbringenden Gesellschaft", der ersten Sprachgesellschaft Deutschlands.

Die 1617 gegründete Vereinigung, auch Palmenorden genannt, hatte das Ziel die deutsche Sprache zu pflegen. Zum Beispiel versuchten die Mitglieder, Fremdwörter einzudeutschen. So wurde aus dem Diarium das Tagebuch. Mit 890 Mitgliedern war die Fruchtbringende Gesellschaft die größte Sprachgesellschaft des Barock. Wenige Jahre nach dem Tod von Fürst Ludwig löste sich die Gesellschaft jedoch auf. 2007 wurde die Fruchtbringende Gesellschaft wiedergegründet.

Zuletzt aktualisiert: 20. April 2012, 16:32 Uhr

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