Mastschweine stehen 2014 im Stall.
Von der Schweinepest sind Tiere in Osteuropa betroffen. Hierzulande gibt es Ängste, dass sich die Krankheit verbreitet. Bildrechte: dpa

Afrikanische Schweinepest Sachsen-Anhalt wappnet sich gegen neue Tierseuche

Die Afrikanische Schweinepest bringt auch in Sachsen-Anhalt Verunsicherung. In Deutschland ist bislang kein Fall nachgewiesen. Fachleute sind nun dabei, das Land weiter gegen die Tierseuche zu wappnen.

Mastschweine stehen 2014 im Stall.
Von der Schweinepest sind Tiere in Osteuropa betroffen. Hierzulande gibt es Ängste, dass sich die Krankheit verbreitet. Bildrechte: dpa

Der Vormarsch der Afrikanischen Schweinepest in den europäischen Nachbarländern bereitet Landwirten und Tierärzten auch in Sachsen-Anhalt Sorgen. Im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Ernährung wurde in dieser Woche eine breit aufgestellte Expertengruppe eingesetzt, die im Fall eines Ausbruchs sofort Maßnahmen ergreifen könne. Bislang ist es so, dass bei einem Monitoring mehr als 700 Wild- und mehr als 300 Hausschweine angeschaut worden seien. Das Ergebnis war, dass diese Tiere den Erreger nicht in sich trugen. Benno Ewert, Leiter des Dezernats Tierseuchenbekämpfung beim Landesamt für Verbraucherschutz, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Das bedeutet, dass wir diese Seuche gegenwärtig nicht im Land haben."

Die Expertengruppe setzt sich unter anderem aus Epidemiologen, Tiermedizinern und Jägern zusammen. Ewert betonte: "Derzeit befinden wir uns auf dem Level grün-gelb und noch nicht gelb-rot." Gleichzeitig warnt Ewert davor, Panikmache zu betreiben. Man sei noch weit weg von einem Ausbruch der Krankheit in Deutschland. Bislang gebe es noch keinen einzigen Fall im Land. Man beobachte die Ausbreitung des Virus aber genau und habe die Überwachung hochgefahren. Schweinehalter seien informiert, ihre Bestände zu schützen; Jäger müssten Proben von erschossenen Wildschweinen nehmen, sofern die Tiere Auffälligkeiten aufwiesen. 

Derzeit befinden wir uns auf dem Level grün-gelb und noch nicht gelb-rot.

Benno Ewert, Dezernatsleiter Tierseuchenbekämpfung

Jagdverband fordert Abschuss von Schwarzwild

Der Landesjagdverband forderte am Dienstag, die Zahl der Wildschweine im Land zu reduzieren.  Mit der großen Zahl an Schwarzwild steige das Risiko, dass sich die Afrikanische Schweinepest von Osteuropa aus weiter ausbreitet. Jagdverbands-Geschäftsführer Wilko Florstedt sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es brauche verschiedene vorbeugende Maßnahmen, für die es auch genügend Mittel im Landeshaushalt geben müsse.

Damit könnten beispielsweise Nachtsichtzielgeräte für die Jagd sowie Wildschweinfallen finanziert werden. Das werde in anderen Ländern bereits genutzt. Florstedt zufolge will sein Verband konkrete Maßnahmen noch in dieser Woche vorstellen. Aus dem Landwirtschaftsministerium hieß es vor gut zwei Wochen, ein Abschuss von Schwarzwild sei nicht vorgesehen.

Informationskampagnen an Autobahnen

Dezernatsleiter für Tierseuchenbekämpfung, Benno Ewert, zufolge hat sich die Seuche bislang vor allem durch den Menschen sprunghaft übertragen. Der Mensch transportiere infiziertes Fleisch von A nach B, zum Beispiel über Wurstbrote, die an Raststätten liegen gelassen werden. Der Experte weist deshalb darauf hin, solche Fleischreste in jedem Fall in Mülleimer zu werfen. Dafür liefen bereits entsprechende Kampagnen an den Autobahnen, wo Lkw-Fahrer auf die Problematik hingewiesen werden. Die Verbreitung auf diese Art sei seit 2014 in den baltischen Staaten und Polen zu beobachten gewesen.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Viruserkrankung, die für Schweine meist tödlich verläuft. Gefährdet sind sowohl Wildschweine als auch Hausschweine. Die Tiere verenden jämmerlich. Für den Menschen ist die Krankheit hingegen ungefährlich.

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Das Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 05. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mg

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 21:35 Uhr

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2 Kommentare

06.12.2017 11:12 Frederic 2

Diese Tierseuchen entstehen nur durch diese Massen- tierhaltungen. Würden diese Tiere, Rinder, Schweine etc. Artgerecht gehalten, hätten wir keine Schweine- pest oder sonstige Krankheiten. Aber nein die Tiere müssen ja, "SCHNELLLSTES" mit Mastfutter - Chemie voll gestopft werden - um auf den Markt zu kommen.
Früher liefen die Schweine 2 - 3 Jahre bei norma- lem im Stall und auf - in der Suhl. Das Fleisch war fest, kein Wasserfleisch wie Heute und es war NAHRHAFT. So war es auch bei den Rinder usw.

05.12.2017 22:26 Mölle 1

Ekelhaft daran zu denken, das die Afrikanische Schweinepest durch an Raststätten weggeworfene Wurstbrote nach Sachsen-Anhalt kommen kann. Guten Hunger, ich werde Pflanzenfresser.

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