Falle Arbeitslosigkeit : Arbeitsagentur: Jobchancen in Sachsen-Anhalt verschlechtert
Für Arbeitslose in Sachsen-Anhalt haben sich die Chancen auf eine Neuanstellung weiter verschlechtert. Wie die Landesarbeitsagentur mitteilte, hat die Dynamik am Arbeitsmarkt nachgelassen. Derzeit fänden monatlich 50 von 1.000 Erwerbslosen einen neuen Job. Vor einem Jahr seien es noch 66 von 1.000 gewesen. Die Arbeitsagentur geht davon aus, dass sich dieser Trend in den nächsten Monaten fortsetzen wird. Der Chef der Regionaldirektion, Kay Senius, sagte, Arbeitgeber hielten sich bei Neu-Einstellungen zurück. Außerdem seien Ungelernte immer weniger gefragt.
Ältere mit Vorurteilen konfrontiert
Senius kritisierte, dass keine Chancengleichheit zwischen den Altersgruppen herrsche. Jüngeren Arbeitslosen würden weit bessere Chancen geboten als älteren. Den Zahlen zufolge nehmen fast viermal so viele Arbeitslose unter 25 Jahren eine neue Beschäftigung auf als Arbeitslose über 55. Laut Senius haben ältere Jobsuchende mit Vorurteilen zu kämpfen, sie seien nicht produktiv oder nicht mehr genug qualifiziert. „Das individuelle Wissen und die Lebenserfahrung älterer Menschen wird noch immer gnadenlos unterschätzt“, so der Chef der Arbeitsagentur Sachsen-Anhalt-Thüringen.
Jüngere werden schneller wieder arbeitslos
Im Gegenzug dazu hätten die jüngeren Arbeitnehmer das größte Risiko, Arbeitslos zu werden. Den Zahlen zufolge verlieren pro Monat 2,4 Prozent der Beschäftigten unter 25 Jahren ihren Job. Das liege mit daran, dass fast jeder dritte Beschäftigte in der Altersgruppe noch keinen Berufsabschluss habe, so die Arbeitsagentur. Bei den älteren Arbeitern liege das Risiko hingegen bei 0,9 Prozent. Dies entspreche dem Bundesschnitt.
Der Herbstaufschwung auf dem Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt lässt unterdessen auf sich warten. Die Zahl der Arbeitslosen im Land sank im September im Vergleich zum Vormonat um 5.500 auf 127.900. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt mit 10,8 Prozent auf Vorjahresniveau. Für Ende Oktober werden neue Zahlen erwartet.



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