Umzug nach Vockerode : Asylbewerber verlassen Möhlau
Am Donnerstag hat der Auszug von 170 Asylbewerbern in Möhlau begonnen. Das dortige Asylbewerberheim wird bis Jahresende geschlossen. Die Männer werden künftig im rund 20 Kilometer entfernten Vockerode untergebracht. Dort steht für die Asylbewerber, die aus über 30 Ländern kommen, ein leerstehender Plattenbau bereit.
Seit Jahren waren die Zustände im Asylbewerberheim Möhlau kritisiert worden. Zuletzt hatten Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes in der ehemaligen Kaserne der Sowjetarmee erneut Spuren von Schimmel im Sanitärbereich entdeckt. Salomon Wantchoucou, Sprecher der Flüchlinge, hatte vor dem Umzug gesagt, dass seit 20 Jahren, seit Bestehen des Heimes in Möhlau, nichts mehr investiert oder renoviert wurde.
Der Grünen-Landtagsabgeordnete Sören Herbst hatte die Schließung der Gemeinschaftsunterkunft Möhlau bereits begrüßt. Die dort herrschenden Zustände seien weit von einer menschenwürdigen Unterbringung entfernt gewesen, so der flüchtlingspolitische Sprecher. Er kritisierte jedoch zugleich den Umzug der Bewohner nach Vockerode. "Das ist keine tragfähige Lösung", sagte Herbst schon Anfang Dezember. Asylsuchende müssten im Sinne der Integration dezentral in Wohnungen untergebracht werden.
Was nun im kommenden Jahr mit der einstigen Kaserne in Möhlau wird, bleibt vorerst unklar. Laut Eigentümer steht es vorerst leer.
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