Gebetsrufe mit Messer : Polizeieinsatz im Asylbewerberheim Vockerode
Im neubezogenen Asylbewerberheim Vockerode hat ein Bewohner einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT war der Mann mit einem Messer bewaffnet auf einen Balkon im dritten Stock des Plattenbaus gegangen und hatte laut Gebete gerufen. Die Polizei schaltete das SEK ein und ließ das Gebäude aus Sicherheitsgründen vorübergehend räumen. Der Mann wurde festgenommen und in die Psychiatrie eingeliefert. Der 27 Jahre alte Somali war erst am Donnerstag in Vockerode angekommen.
Umzug aus Asylbewerberheim Möhlau
Der Mann gehört zu jenen 170 Asylbewerbern, die bis zum Jahresende aus dem rund 20 Kilometer entfernten Möhlau nach Vockerode verlegt werden. Das Möhlauer Asylbewerberheim stand seit Jahren in der Kritik. Zuletzt hatten Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes in der ehemaligen Kaserne der Sowjetarmee erneut Spuren von Schimmel im Sanitärbereich entdeckt. Ein Sprecher der Asylbewerber hatte beklagt, dass seit Öffnung des Heimes vor 20 Jahren nichts mehr renoviert worden sei.
Der flüchtlingspolitische Sprecher der Grünen im Landtag, Sören Herbst, hatte die Schließung der Möhlauer Unterkunft zwar kürzlich begrüßt, jedoch die Verlegung der Asylbewerber nach Vockerode kritisiert. Diese sollten stattdessen im Sinne einer besseren Integration in dezentralen Wohnungen untergebracht werden, sagte Herbst. Was mit der einstigen Kaserne in Möhlau wird, bleibt vorerst unklar.
Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.


