Sachsen-Anhalt : Bäckerhandwerk in der Krise
Die traditionellen Bäckereien in Sachsen-Anhalt sind auf dem Rückzug. Nach Einschätzung des Innungsobermeisters für den Bezirk Halle-Saalkreis, Eckhard Boltze, werden die Familienbäckereien vor allem von Großkonzernen mit deren industriell gefertigten Backwaren vom Markt gedrängt.
Zahl der Familienbäckereien sinkt
Laut Boltze gibt es in Sachsen-Anhalt derzeit noch 180 traditionelle Bäckereien, nach der Wende seien es 750 Betriebe gewesen. Ein großes Problem sei dabei die Überalterung. Boltze beklagte, dass die alten Meister kaum Nachfolger fänden. Immer weniger junge Menschen seien bereit, schwere körperliche Arbeit zu leisten und in der Frühe aufzustehen. In einem traditionellen Bäckereibetrieb beginnt die Arbeit gegen drei oder vier Uhr am Morgen.
Der Innungsobermeister sieht aber Chancen für die traditionellen Bäckereien. Boltze sagte, die Betriebe müssten verstärkt auf Individualität setzen, um ihre Existenz zu sichern. Neben den Frühstücksbrötchen und einer sehr guten Qualität müssten sie auch auf spezielle Kundenwünsche eingehen. Dies würde eine gute Bäckerei von den Großkonzernen unterscheiden und die Marktchancen erhöhen.

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