Essen Hauptbahnhof DB Sicherheit Beamte auf dem Bahnsteig
Die Deutsche Bahn will bundesweit mehr Sicherheitspersonal einstellen. Bildrechte: IMAGO

Steigende Zahl von Angriffen Bahn will mehr Sicherheitskräfte einstellen

Der jüngste Vorfall ist erst wenige Tage alt. Mitte Mai 2017 wurde ein Fahrkartenkontrolleur am Bahnhof Magdeburg-Neustadt von einem Fahrgast krankenhausreif geschlagen. Nach Angaben der Deutschen Bahn ist das kein Einzelfall: Die Zahl der Angriffe auf Mitarbeiter sei in der jüngeren Vergangenheit stark gestiegen. Die Bahn will deshalb bundesweit 500 zusätzliche Sicherheitskräfte ausbilden.

Essen Hauptbahnhof DB Sicherheit Beamte auf dem Bahnsteig
Die Deutsche Bahn will bundesweit mehr Sicherheitspersonal einstellen. Bildrechte: IMAGO

Die Deutsche Bahn will mehr Sicherheitspersonal einstellen. Grund dafür ist ein bundesweiter Zuwachs von Übergriffen auf Mitarbeiter des Unternehmens. Erst am Freitag hatte ein Fahrgast in einem Zug bei Magdeburg einen Fahrkartenkontrolleur krankenhausreif geschlagen.

Wie die Bahn MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, sollen in ganz Deutschland 500 zusätzliche und konzerneigene Sicherheitskräfte ausgebildet werden. Demnach haben im September 2016 insgesamt 100 Jugendliche ihre Ausbildung bei der DB Sicherheit begonnen. In diesem Jahr sollen weitere 180 Auszubildende folgen.

Zahl der Angriffe auf Bahn-Personal gestiegen Wie die Deutsche Bahn MDR SACHSEN-ANHALT mitteilte, ist die Zahl der Angriffe auf Mitarbeiter in der jüngeren Vergangenheit stark gestiegen. Während im Jahr 2012 noch 900 Angriffe gezählt wurden, seien es 2015 bereits doppelt so viele gewesen. Im Jahr darauf sei die Zahl demnach auf 2.300 Angriffe gestiegen.

In Sachsen-Anhalt waren im vergangenen Jahr 22 Angriffe auf Mitarbeiter gezählt worden – das waren zwei weniger als in 2015 und im Bundesvergleich verhältnismäßig wenige Attacken.

Den Angaben zufolge sollen Mitarbeiter, die mit Fahrgästen Kontakt haben, häufiger Verhaltens- und Deeskalationsschulungen bekommen, sowie die Beherrschung von Konflikten trainieren. Außerdem sollen an Brennpunkten Teams von zwei bis drei Mitarbeitern eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen Sicherheitskräfte Schutzhunde zur Seite gestellt bekommen, heißt es weiter. Und: Es sollen Bodycams – spezielle Schulterkameras – eingesetzt werden.

Deeskalation und Selbstverteidigung

Nach Angaben der Deutschen Bahn handelt es sich bei mehr als der Hälfte der angegriffenen Mitarbeiter um Sicherheitskräfte, die zu zweit im Einsatz sind. Ein Drittel seien Zugbegleiter. Sie sollen künftig alle zwei bis drei Jahre verbindlich ein Deeskalations- und Selbstverteidigungstraining durchlaufen.

Nach den jüngsten Vorfällen hatte die Gewerkschaft der Lokomotivführer am Montag gefordert, Zugbegleiter besser zu schützen.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 17.05.2017 | 07:00 Uhr

Quelle: MDR/ld

Zuletzt aktualisiert: 17. Mai 2017, 12:21 Uhr

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23 Kommentare

19.05.2017 10:09 Jutta b. 23

Ich war lange ab DDR Zeiten bis nachher gesamt 50 Jahre bei dr und db im Fahrdienst sowas wie heute gab es nicht. Jetzt habe ich jeden Tag Angst um meine Tochter die die gleiche Arbeit macht und schon einige Übergriffe erleben musste. Wo sind wir bloß hingekommen????

18.05.2017 00:49 Renate 22

Es wird immer schlimmer in diesem Land.

Mein Gott, ich danke Frau Merkel und ihren
Willkommen Refutschies auf allen Bahnhöfen.
Unfassbar, was sie uns hier aus anderen Kulturen
in unser Land geschwemmt hat.
Tztz

18.05.2017 23:10 Andreas 21

Nichts geht über eine gute Grenze. Ich kann auch einige Tage auf meine Bestellungen warten.
Hier gibt die Wirtschaft den Ton an. Schneller, Schneller, Schneller. Scheiss auf Sicherheit. Wir Reichen haben doch Sicherheitsdienste vor unserem Haus. Wem Juckt der Pöbel ( Volk ). Wenn Politiker weiter nur für die Wirtschaft Arbeiten dann braucht man sich nicht Wundern wenn man zum Hassobjekt wird. Macht mal eine Volksabstimmung . Wer möchte SICHERE Grenzen ? Traut sich keiner...

18.05.2017 21:27 Klarheit 20

@18 & 19,
wie sie schon feststellen die Kriminalität greift immer mehr um sich und was das schlimme ist immer mehr ausländische Ganoven machen Deutschland unsicher , ich habe in letzter Zeit öfters mal die Sendung XY...ungelöst gesehen , 2/3 der Fälle ost/süd europ. Ganoven oder noch weiter angereiste - Wohnungseinbrüche nehmen rasant zu - bandenmäßig , ich wünsche mir mittlerweile wieder richtig gesicherte Grenzen mit Kontrollen , ob irgendein Warenverkehr oder sonst etwas sich verzögert ist meiner Meinung nach das wesentlich kleinere Übel ! und ja wir haben genug eigene Verbrecher mit denen wir uns rumärgern können , brauchen nicht noch die der anderen Länder..........

18.05.2017 20:59 Agnostiker 19

@ 18: In einem richtigen Staat waere es gar nicht erst soweit gekommen.
Da haette so etwas wie der "Vertrag von Maastricht" oder der BRD-"NSU" allein schon eine Staatskrise ausgeloest.
In der Bundes"republik" dagegen gehoert vorsaetzliches Versagen zum "guten Ton". ;)

18.05.2017 15:50 Barbara 18

Ja in Berlin gibt es nur noch Maulkörbe von oberster
Stelle , es soll nicht rauskommen wer die Täter sind.
Lesen sie mal Focus , nur noch kriminalität in Berlin ,
und hier ist es das gleiche es würd nicht s rauskommen auch keine Angaben zu Frankenberg Aldi Verkäuferin zwei verletzt, nur noch kriminalität
macht keine freude mehr in diesem Staat.

18.05.2017 15:17 M. 17

@mdr....also ich finde es auch unmöglich das wieder einmal keine Täterbeschreibung folgt und wie schon mehrfach und zur genüge gesagt wurde, die Menschen sind nicht blöd und bevor jetzt wieder Sozialromantiker aufhorchen und der Meinung sind hier Ausländerfeindlichkeit rauszuhören...

PS: Auch ich möchte mich mal bedanken für die offene Kommunikationsplattform für diese Thematik und das Sie sich den manchmal doch extremen Presseanfeindungen so offen stellen. Ich persönlich glaube Ihnen, wenn Sie sagen das keine Informationen vorliegen, aber Sie müssen zugeben das es manchmal schon etwas seltsam und beabsichtigt wirkt, auch wenn Sie es so offen nicht kommunizieren können...Also besten Dank und weiter so offen voran!!!

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Danke für das Lob. Wir halten die Menschen nicht für blöd und deshalb spekulieren wir nicht wild herum, wie es andere hier leider machen.

18.05.2017 11:59 jochen 16

13# Hallo MDR,

Weshalb bedürfen denn öffentliche Fahndungsfotos aus einem Video mit sichtbar überführten Schlägern einer "Genehmigung" ?
Völlig unverständlich ist das. Typisch BRD.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Es bedarf einer Genehmigung, damit das Fahndungsfoto öffentlich wird.

18.05.2017 11:02 Oma Erna 15

Bei Franco A. lässt die Presse unveröffentlichte und theoretisch geheime Ermittlungsergebnissen veröffentlichen. Und hier will man behaupten, dass man, wie sonst üblich, nichts zum Täter durchgestochen bekommt? Wie lautet der übliche Wortlaut: aus vorliegenden Unterlagen zum Ermittlungsverfahren oder aus unbestätigten Mitteilungen aus Ermittlerkreisen.
Greift der Quellenschutz hier nicht? Oder passt es den üblichen Dienstgeheimnisverrätern hier nicht in den politischen Kram?

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Wir haben keinerlei Informationen zum Täter – auch wenn Sie das sich vielleicht anders wünschen oder irgendetwas dahinter vermuten...

18.05.2017 10:55 Schlumpf 14

Vielleicht fragt man mal beim Gerichtspräsidenten nach, warum der laut öffentlichem Geschäftsverteilngsplan für diese Fahndung zuständige Spruchkörper bei Gericht bei diesem eilbedürftigen Fall noch nicht tätig geworden ist.
Immerhin könnte der mutmaßliche Täter mittlerweile zu Fuß schon fast wieder zurück in die Heimat gewandert sein. Wenn das die Intention ist, kann man das dem Steuerzahler doch offen kommunizieren.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Wenn er in Burg oder Wolmirstedt wohnt, sollte einer Wanderung nichts im Wege stehen... Wir fragen übrigens täglich den aktuellen Stand ab. Ein etwaiges Eilbedürfnis legen jedoch nicht wir fest...