Sachsen-Anhalt

Protestform : Streit um Sitzblockaden

Im Vorfeld der fünften "Meile der Demokratie" in Magdeburg war über die Art und Weise des Protests im Vorfeld erbittert gestritten worden. Für Aufsehen sorgte dabei vor allem ein Papier der Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus, in dem zu einer Blockade der Neonazi-Demonstration aufgerufen wurde. In dem unter anderem von der Bischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Ilse Junkermann, unterzeichneten Aufruf wird auf das Bürgerrecht des zivilen Ungehorsams verwiesen. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Sören Herbst sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es sei eine Pflicht, sich den Rechtsextremen friedlich entgegenzustellen. Auch der SPD-Vizepräsident des Bundestags, Wolfgang Thierse, sprach sich für eine gewaltfreie Blockade des Aufmarsches aus.

Kirchlicher Aufruf stößt auf Unverständnis

Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper lehnte Sitzblockaden hingegen ab. Der SPD-Politiker sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er befürchte eine Gewalteskalation durch einzelne Krawallmacher, die sich dabei unter die Menge mischen könnten. Trümper rief stattdessen dazu auf, sich zur "Meile der Demokratie" auf dem Breiten Weg zu versammeln. Auch Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht verurteilte jegliche Blockadepläne. "Wir sollten die Rechtsextremen mit Missachtung strafen und nicht blockieren", sagte der CDU-Politiker der "Mitteldeutschen Zeitung".

5. "Meile der Demokratie": Magdeburg zeigt Gesicht gegen Rechts

Mit einer "Meile der Demokratie" ist Magdeburg am Sonnabend erneut einem Aufmarsch von Neonazis entgegengetreten. Rund 10.000 Menschen beteiligten sich daran. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2013, 16:13 Uhr

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