Vertreter einer Volksinitiative übergeben Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch rund 77.000 Unterschriften
Die Vertreter einer Volksinitiative übergeben die etwa 77.000 Unterschriften an Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (rechts). Bildrechte: MDR/Julian Kanth

Erfolgreiche Volksinitiative Landtag muss sich mit Lehrermangel befassen

Fast 80.000 gültige Unterschriften gegen Lehrermangel hat eine Volksinitiative gesammelt. Das Bündnis fordert, mehr Lehrer und Pädagogische Mitarbeiter einzustellen. Der Landtag muss sich nun mit diesen Forderungen auseinandersetzen.

Vertreter einer Volksinitiative übergeben Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch rund 77.000 Unterschriften
Die Vertreter einer Volksinitiative übergeben die etwa 77.000 Unterschriften an Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (rechts). Bildrechte: MDR/Julian Kanth

Eine Volksinitiative für eine bessere Ausstattung der Schulen in Sachsen-Anhalt ist erfolgreich gewesen. Das Bündnis "Den Mangel beenden! – Unseren Kindern Zukunft geben!" hat nach eigenen Angaben in den vergangenen vier Monaten 96.000 Unterschriften gesammelt. Die Liste wurde am Mittwoch an Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch (CDU) übergeben.

Das Bündnis will erreichen, dass 1.000 zusätzliche Lehrer sowie 400 pädagogische Mitarbeiter eingestellt werden. Zudem fordern die Organisatoren, dass in Sachsen-Anhalt mehr Lehrer ausgebildet und im Land gehalten werden. Die Initiative startete im Mai. Innerhalb von vier Monaten kamen die Unterschriften zusammen. Davon sind etwa 77.000 gültig.

Der Landtag muss sich nun mit den Forderungen der Volksinitiative beschäftigen. Das verlangt die Landesverfassung. Um das zu erreichen, hätten 30.000 Unterschriften ausgereicht.

Hinter den Forderungen und der Unterschriftensammlungen stehen mehrere Organisationen. Dazu gehören der Grundschulverband, der Verband Sonderpädagogik, der Sportlehrerverband, der Landeselternrat, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Partei Die Linke, teilte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit. 

Deutliches Zeichen der Bevölkerung

Gabriele Brakebusch (r.) und zwei Vertreter einer Volksinitiative präsentieren die gesammelten Unterschriften.
Die Initiative fordert, dass 1.000 Lehrer und 400 pädagogische Mitarbeiter neu eingestellt werden. Bildrechte: MDR/Julian Kanth

Die Organisatoren werten die Unterschriftensammlung als Erfolg. Die Vorsitzende des Grundschulverbands Sachsen-Anhalts, Thekla Mayerhofer, sagte: "Wir sind dankbar und stolz über dieses mehr als deutliche Zeichen." Die Vorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, Eva Gerth, sagte, dass die Listen klar signalisierten, was der Bevölkerung wichtig sei und Priorität genießen müsse. Der Vorsitzende des Landeselternrats, Thomas Jaeger, ergänzte: "Es müssen jetzt politische Taten folgen, bei denen am Bildungsmotor nicht nur kleine Stellschrauben bewegt werden."

Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hatte die Initiative im Vorfeld gelobt. "Ich halte die Forderungen für einen sehr guten Beitrag für eine weitere bildungspolitische Debatte", sagte er. Die beteiligten Verbände hätten sich intensiv und ausgewogen mit der Thematik auseinandergesetzt. Weiter sagte Tullner im Mai, dass er an Koalitionsvertrag und Haushalt gebunden sei.

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Quelle: MDR/mh

Dieses Thema im Programm: exakt - Die Story | 13.09.2017 | 20:45 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13.09.2017 | 15:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2017, 16:29 Uhr

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4 Kommentare

14.09.2017 10:25 fritze-voppel 4

Die Frage ist doch wer noch Lehrer werden! Wenn einem auch noch solche "Vorfälle " wie gestern in bitterfeld erwarten.
Die Politik macht sich alles sooo einfach.

14.09.2017 06:40 Na so was 3

Wie auch sollen denn die Personen, die von Berufswegen das ganze Jahr sich damit befassen, wieviel Kinder / Jugendliche eingeschult bzw. einen Schulwechsel (Grundschule zum Gymnasium z.B.) absolvieren werden, dass herauskriegen? Kurz vor Beginn eines neuen Schuljahres fällt auch erst auf, dass nicht genügend ausgebildete Lehrer zur Verfügung stehen. So schnell gibt es aber keine Lehrer mit abgeschlossener Ausbildung. "Seiteneinsteiger" ist das neue Zauberwort. Tschüß, Pisa-Studie. Mehr als ein Kopfschütteln über diese Zustände kann man nicht übrig haben.

13.09.2017 20:41 Stena 2

"Fast 80.000 gültige Unterschriften gegen Lehrermangel hat eine Volksinitiative gesammelt. Das Bündnis fordert, mehr Lehrer und Pädagogische Mitarbeiter einzustellen. Der Landtag muss sich nun mit diesen Forderungen auseinandersetzen."

Mein Gott, ... gewählte "Volksvertreter", die von BERUFSWEGEN sich eigentlich mit dem Thema schon lange befasst haben sollten ... müssen erst 'zum Jagen getragen werden'.

Dieses Land ist nur noch ABSURD!

13.09.2017 15:51 Untermensch aus Dunkeldeutschland 1

Da wollen offenbar viele Eltern ihre Kinder zu Schulabbrechern machen. Den Landtag zu nötigen wird sicherlich für die Kinder ein heftiges Spießrutenlaufen bis zum Schulabbruch nachsichziehen. Dann schickt doch eure Kinder in die Privatschulen.